MARKTBERICHT

Dax steigt: Hoffnung auf Entspannung im Zollstreit

Dax steigt: Hoffnung auf Entspannung im Zollstreit

WKN: 519000 ISIN: DE0005190003 BMW AG

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16.01.2019 - 09:11
11.12.2018 15:00:10

In der Hoffnung auf eine Entspannung im Zollstreit zwischen den USA und China steigen Anleger wieder in die europäischen Aktienmärkte ein. Nach fünf Verlusttagen in Folge legte der Dax am Dienstag 1,9 Prozent auf 10.821 Punkte zu. Der EuroStoxx50 gewann 1,7 Prozent auf 3068 Zähler. "Abzuwarten bleibt aber, ob wir hier schon den Beginn einer nachhaltigen Erholung sehen oder es sich vielmehr um eine temporäre Gegenbewegung handelt."



Genährt wurde der Optimismus von einem Telefonat zwischen US-Finanzminister Steven Mnuchin und dem amerikanischen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Liu He. Die drei Spitzenpolitiker loteten den Fahrplan für weitere Verhandlungen zur Lösung des Handelskonflikts aus. "Das ist aber kaum mehr als ein vorläufiger Schritt auf einem langen, steinigen und mit Gefahren gespickten Weg", warnte Stephen Innes, Chef-Händler für den asiatisch-pazifischen Raum beim Brokerhauses Oanda.



Für zusätzliche Erleichterung sorgte eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach China die Senkung der Zölle auf Importautos aus den USA auf 15 von 40 Prozent plant. Der europäische Branchenindex verdoppelte daraufhin seinen Gewinn auf drei Prozent. Die Aktien von BMW und Daimler legten sogar bis zu 3,7 Prozent zu. Die beiden Autobauer exportieren ihre in den USA produzierten Geländewagen nach China.


BREXIT BLEIBT THEMA - SORGENKIND FRANKREICH



Die vertagte Abstimmung im britischen Parlament zum Brexit-Deal bereitete Anlegern neues Kopfzerbrechen. Premierministerin Theresa May kassierte mit ihrem Wunsch auf Nachbesserung an der Ausstiegsvereinbarung mit der EU eine Abfuhr in Brüssel. "Die Anleger sind nach wie vor besorgt, dass durch die weitere Verzögerung eines Abkommens das Risiko eines harten Brexits steigt, der die britische Wirtschaft schwer treffen würde", sagte Portfoliomanager Paul Flood vom Vermögensverwalter Newton IM. Das Pfund Sterling erholte sich nach der Talfahrt der vergangenen Wochen zwar auf 1,2611 Dollar, blieb aber in Reichweite des Eineinhalbjahres-Tiefs vom Montag.

Sorgenfalten trieb Anlegern auch die Entwicklung in Frankreich auf die Stirn. Präsident Emmanuel Macron kündigte nach wochenlangen Protesten gegen seine Reformpolitik unter anderem die Anhebung des Mindestlohns an. Die Maßnahmen im Zuge des Entgegenkommens der Regierung vergrößerten das Haushaltsdefizit auf 3,5 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Dies erschwere der EU-Kommission die Verhandlungen mit der Regierung Italiens, die die Brüsseler Behörde für ein geringeres Defizit sanktionieren wolle. "Für die italienischen Vize-Ministerpräsidenten Matteo Salvini und Luigi Di Maio ist heute schon Weihnachten." Vor diesem Hintergrund stieg der Renditeaufschlag für zehnjährige französische Anleihen zu vergleichbaren Bundestiteln auf ein Zwei-Jahres-Hoch.

REKORD-KURSSTURZ BEI HORNBACH - GESAMTJAHRESZIELE KASSIERT



Am deutschen Markt brachen die Aktien von Hornbach Baumarkt um mehr als 17 Prozent ein - so stark wie noch nie. Die Titel der Mutter Hornbach Holding fielen auf ein Rekordtief von 41,60 Euro. Der Baumarkt- und Baustoffkonzern kassierte nach einem schwachen dritten Quartal seine Jahresziele. Er traue dem Unternehmen zwar weiterhin überdurchschnittliches Umsatzwachstum zu, schrieb DZ Bank-Analyst Thomas Maul. "Gleichzeitig dürften die Dauertiefpreis-Strategie und der steigende Online-Anteil jedoch die Handelsspanne belasten."

In London setzten sich die Papiere von WPP mit einem Plus von 5,7 Prozent an die Spitze des Auswahlindex FTSE. Die weltgrößte Werbefirma, zu der die deutsche Agentur Scholz & Friends gehört, will mit einem harten Sparkurs das Ruder herumreißen. Die angekündigten Maßnahmen seien zwar prinzipiell positiv, sagte Analyst Ian Whittaker von der Investmentbank Liberum. "Sie hätten aber ehrgeiziger und weitreichender sein können."

rtr

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Bildquelle: Ralph Orlowski/Reuters

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