DAX-SCHLUSSBERICHT

Dax stürzt ab - und was Anleger sonst noch wissen sollten

Dax stürzt ab - und was Anleger sonst noch wissen sollten

WKN: 710000 ISIN: DE0007100000 Daimler AG

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16.09.2019 - 19:50
23.08.2019 17:48:00

Nach einem optimistischen Vormittag drehte der Dax am frühen Nachmittag ins Negative und schloss am Freitag mit 1,2 Prozent im Minus bei 11.611,51 Punkten. Welche Aktien den Dax anführten und was Anleger sonst noch wissen sollten.

Am Freitag hat sich der Dax von seiner volatilen Seite gezeigt. In Erwartung weiterer Zinssenkungen griffen Europas Anleger am Vormittag bei Aktien zu. Im Stahlsektor sorgten zudem Berichte über Gespräche zwischen Thyssenkrupp und Klöckner & Co für Antrieb. Der Umschwung folgte am frühen Nachmittag. Neue Vergeltungszölle Chinas auf US-Waren trieben am Freitagnachmittag die Anleger aus dem Aktienmarkt und drückten die Indizes ins Minus.

Börsianer erhofften sich neue Bewegung aus der mit Spannung erwarteten Rede von Fed-Chef Jerome Powell auf dem internationalen Notenbanker-Symposium im US-amerikanischen Jackson Hole. Doch aus seiner Rede ließen sich wenige Hinweise entnehmen, ob die Währungshüter auf ihrer nächsten Zinssitzung im September ihre Zinsen erneut senken werden. Powell benannte zwar eine Reihe von Risiken für die US-Konjunktur. Viele davon hingen mit dem US-Handelskonflikten mit China und anderen Ländern zusammen. Aber "insgesamt hat sich die US-Wirtschhaft weiter gut entwickelt", sagte der Fed-Chef.

Nach einer kurzen Verschnaufpause und einem Umschwung ins Plus stürzte der Dax schließlich ab und rutschte um mehr als ein Prozent ins Minus. Grund war eine weitere Eskalation im Handelsstreit: Nach der Rede von Jerome Powell hat US-Präsident Donald Trump mit seiner Kritik am Chef der US-Notenbank nachgelegt. "Wie üblich hat die Fed GAR NICHTS getan!", schrieb Trump am Freitag auf Twitter. Es sei unglaublich, dass die Notenbank sich äußern könne "ohne zu wissen oder zu fragen, was ich mache, was ich in Kürze bekanntgeben werde". Schließlich schrieb er unter Hinweis auf Powell - dessen Nachnamen er falsch schrieb - und Chinas Präsident Xi Jinping: "Meine einzige Frage lautet, wer ist unser größerer Feind, Jay Powel (sic) oder der Vorsitzende Xi?"

Auf Währungsseite ging die Talfahrt des chinesischen Yuan weiter. Grund dafür war der ungelöste Zollstreit mit den USA. Der Dollar stieg am Freitag im Gegenzug auf ein Elfeinhalb-Jahres-Hoch von 7,0992 Yuan. "Meines Erachtens spiegelt die Yuan-Schwäche einerseits die schwache Verfassung der chinesischen Wirtschaft wider, während sie andererseits die chinesische Taktik hinsichtlich der Handelsspannungen zwischen den USA und China andeuten dürfte", sagte Commerzbank-Analyst Hao Zhou. Experten zufolge will die Regierung in Peking mit der Abwertung ihrer Währung die Wettbewerbschancen chinesischer Waren auf dem Weltmarkt verbessern, um die Belastungen durch die US-Strafzölle abzumildern. Eine unkontrollierte Yuan-Abwertung sei jedoch nicht zu erwarten.

An der Dax-Spitze schloss am Freitagnachmittag Wirecard. Die Schlusslichter bildeten Daimler und BMW.

Was am Freitag an der Börse sonst noch wichtig war


Thyssenkrupp im Strudel von Übernahmespekulationen - Aktie steigt
Der kriselnde Industriekonzern Thyssenkrupp steht im Zentrum von Übernahmespekulationen. Im Mittelpunkt sind dabei zwei Bereiche: Die Aufzüge und der Stahl. Erstere will Konzernchef Guido Kerkhoff zumindest teilweise versilbern, um Geld in die chronisch leere Kasse zu bekommen. Die Stahlsparte als altes neues Kerngeschäft soll dagegen durch Zukäufe gestärkt werden. Der Konzern befindet sich derzeit in einer großangelegten Neuausrichtung, nachdem die EU-Kommission die Fusion seines Stahlgeschäfts mit dem europäischen Teil von Tata Steel im Juni untersagt hatte.

Lufthansa will operativen Gewinn auf 3 Milliarden Euro steigern
Die Lufthansa will den Gewinne laut einem Pressebericht deutlich steigern. Um die Gunst der Anleger zurückzugewinnen, arbeite Konzernchef Carsten Spohr daran, das operative Ergebnis (Ebit) künftig auf 3 Milliarden Euro hochzutreiben. "Die Zielmarke lautet mittelfristig nicht mehr zwei, sondern drei Milliarden Euro", berichtet das "Manager Magazin" (MM) am Freitag und bezieht sich dabei auf einen noch unveröffentlichten Masterplan. Die Lufthansa wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Continental erwägt Schließung mehrerer Werke
Der Autozulieferer Continental erwägt einem Zeitungsbericht zufolge, neun der weltweit 32 Werke seiner Antriebssparte Powertrain zu schließen. Auch deutsche Standorte könnten von dem Stellenabbau betroffen sein, berichtete die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (Freitag) unter Berufung auf Gewerkschaftskreise.

Kreise: VW will sich an chinesischen Zulieferern beteiligen
Der Autobauer VW prüft dem Vernehmen nach mögliche Investitionen in China, um sich dort den Zugang zu Schlüsseltechnologien im Bereich der Elektromobilität zu sichern. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, seien sowohl Beteiligungen an Zulieferern denkbar als auch Gemeinschaftsunternehmen.

Musterverfahren zur Dieselaffäre - VW und Anleger streiten weiter
Fast ein Jahr nach Beginn des milliardenschweren Musterverfahrens von Anlegern zur VW-Dieselaffäre bleiben die juristischen Fronten verhärtet. Der Vorwurf einer Verletzung kapitalmarktrechtlicher Informationspflichten bleibe unbegründet, teilte Volkswagen am Freitag mit. An dieser Auffassung hätten auch die bisherigen sechs Verhandlungstage am Oberlandesgericht Braunschweig nichts geändert, sagte VW-Anwalt Markus Pfüller.

Commerzbank feilt an Strategie: Weiterer Stellenabbau?
Bei der Commerzbank könnten im Zuge der Neuausrichtung für die nächsten Jahre erneut Hunderte Stellen gestrichen werden. Einem Bericht der "Börsen-Zeitung" (Freitag) zufolge wird über den Abbau von 1800 bis 2500 Stellen in der Frankfurter Zentrale des seit der Finanzkrise teilverstaatlichten Konzerns diskutiert. Auch Pläne für eine Ausdünnung des Filialnetzes mit derzeit rund 1000 Standorten liegen auf dem Tisch.

Nestlé treibt Starbucks-Kooperation in Deutschland voran
Der Lebensmittelkonzern Nestlé treibt nach einem milliardenschweren Vermarktungsdeal mit Starbucks sein Kaffee-Geschäft in Deutschland voran. Ab September bringe das Schweizer Unternehmen 19 neue Kaffeeprodukte der US-Kette hierzulande in den Einzelhandel, teilte Nestlé am Freitag in Frankfurt mit. Mit dem Start weite der Konzern seine weltweite Präsenz mit der Marke Starbucks aus. Bisher sei das Sortiment in 14 Ländern eingeführt.

rtr/dpa-AFX/iw

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Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters

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Commerzbank 5,84 -3,79% Commerzbank
Continental AG 124,84 -1,48% Continental AG
Daimler AG 47,91 -1,23% Daimler AG
Lufthansa AG 14,59 -2,60% Lufthansa AG
Nestlé SA (Nestle) 90,53 -0,08% Nestlé SA (Nestle)
Starbucks Corp. 81,64 -1,03% Starbucks Corp.
Tata Steel Ltd. 0,01 0,00% Tata Steel Ltd.
thyssenkrupp AG 12,85 -2,21% thyssenkrupp AG
Volkswagen (VW) St. 161,45 1,41% Volkswagen (VW) St.

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