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DAX-MARKTBERICHT

DAX tritt auf der Stelle: Europäische Anleger singen wegen US-Zinswende den Blues

DAX tritt auf der Stelle: Europäische Anleger singen wegen US-Zinswende den Blues
27.01.2022 14:50:24

Die Aussicht auf ein Ende der Geldspritzen durch die US-Notenbank schlägt europäischen Aktienanlegern auf die Stimmung. Ermutigende Firmenbilanzen verhinderten allerdings größere Kursverluste. Dax und EuroStoxx50 lagen am frühen Donnerstagnachmittag jeweils kaum verändert bei 15.450 beziehungsweise 4165 Punkten.

"Die Fed macht ernst", sagte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. "Es wird in diesem Jahr eher mehr Zinserhöhungen und Liquiditätsentzug geben als sich die Marktteilnehmer erhofft haben. Die größte Gefahr aus Sicht der Aktienmärkte liegt darin, dass die Fed im Jahresverlauf die Konjunktur in den USA abwürgt." Die US-Notenbank signalisierte für März den ersten von voraussichtlich mehreren Zinsschritten.

NordLB-Analyst Bernd Krampen wertete den Hinweis des US-Notenbankchefs Jerome Powell, dass Konjunktur und Arbeitsmarkt derzeit stärker seien als zu früheren Zinswenden, als Hinweis auf eine aggressivere Straffung der Geldpolitik als bislang gedacht. "Mr. Nice Guy Powell wird ungemütlich!" Untermauert wurden Powells Thesen vom überraschend starken Wachstum der US-Wirtschaft im abgelaufenen Quartal. Aufs Jahr hochgerechnet stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 6,9 Prozent Damit expandierte die weltgrößte Volkswirtschaft 2021 so stark wie seit 1984 nicht mehr.

DOLLAR UND ÖLPREIS ZIEHEN ERNEUT AN


Dem Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, gaben die Aussichten auf eine Straffung der US-Geldpolitik Auftrieb. Er stieg zeitweise auf ein Eineinhalb-Jahres-Hoch von 97,137 Punkten. Im Gegenzug war der Euro mit 1,1150 Dollar ebenfalls so billig wie zuletzt im Sommer 2020.

Der Ölpreis setzte seine Rally ebenfalls fort. Die Sorte Brent aus der Nordsee stieg um bis zu 1,1 Prozent auf ein Siebeneinhalb-Jahres-Hoch von 90,98 Dollar je Barrel (159 Liter). Grund hierfür seien die anhaltenden Spannungen zwischen Russland und der Ukraine, sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. "Es besteht weiterhin die Sorge, dass es im Falle einer militärischen Eskalation zu einer Beeinträchtigung der russischen Öl- und Gaslieferungen kommen könnte."

FINANZWERTE IM AUFWIND - DEUTSCHE BANK STICHT HERVOR


Am Aktienmarkt legten die Finanzwerte gegen den Trend zu, da ihnen bei steigenden Zinsen höhere Gewinne aus dem klassischen Kreditgeschäft winken. Der europäische Banken-Index stieg um zwei Prozent. Zu den größten Gewinnern zählte hier die Deutsche Bank, deren Aktien dank überraschend starker Geschäftszahlen mit einem Plus von bis zu 6,1 Prozent auf den größten Tagesgewinn seit einem Dreivierteljahr zusteuerten. Positiv sei zudem die Aussicht auf die erste Dividende seit drei Jahren und der geplante Aktienrückkauf, sagte Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets.

STM STEMMT SICH GEGEN ABWÄRTSTREND IM TECHNOLOGIESEKTOR


Den Technologiewerten setzte die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik dagegen zu. Der Branchenindex fiel zeitweise auf ein Acht-Monats-Tief von 686,80 Punkte. "Wachstumssegmente reagieren sensibler auf Zinsänderungen und profitieren üblicherweise von Perioden mit lockerer Geldpolitik und üppiger Liquidität", sagte Michael Strobaek, Chef-Anleger der Bank Credit Suisse. "Diese Periode lassen wir jetzt hinter uns."

Als eines der wenigen Unternehmen konnte sich STMicro diesem Trend entziehen und verbuchte ein Kursplus von knapp fünf Prozent. Der operative Quartalsgewinn des Chip-Herstellers liege über den Erwartungen, lobten die Analysten der Bank UBS. Darüber hinaus untermauerten die zusätzlichen Investitionen in den Ausbau der Produktion die starken Geschäftsaussichten.

rtr

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