DAX verliert erneut

DAX verliert erneut

WKN: A0J3PN ISIN: GB00B16GWD56 Vodafone plc

12.06.2013 18:18:12

Der DAX hat am Mittwoch wegen Befürchtungen über ein Ende der lockeren Geldpolitik internationaler Zentralbanken im späten Handel noch klar an Boden eingebüßt.


Dies werde bis zur US-Notenbanksitzung am kommenden Mittwoch als Top-Thema auf der Tagesordnung bleiben, sagte Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX Capital. Nachdem der Leitindex über weite Strecken kaum verändert notiert hatte, fiel er letztlich um 0,96 Prozent auf 8.143,27 Punkte. Am Dienstag hatte er ebenfalls rund ein Prozent verloren.

Der MDAX mittelgroßer Werte gewann dagegen 0,55 Prozent auf 13.888,08 Punkte. Der TecDAX sank um 0,25 Prozent auf 953,11 Punkte. Negative Impulse kamen im Schlussgeschäft auch von Gerüchten, wonach der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras die Vertrauensfrage stellen könnte, falls seine Koalitionspartner das vorläufige Aus des Staatsfernsehens nicht akzeptieren. Für Nervosität im Markt sorgte zudem die zweitägige Anhörung des Bundesverfassungsgerichts zum Euro-Rettungsschirm.

Dazu sagte Marktexperte Robert Halver von der Baader Bank: "Es würde mich extrem wundern, wenn die Eurozone am Bundesverfassungsgericht scheitert." Die Richter hätten sich in der Vergangenheit immer pro Euro entschieden und das werde sich nicht ändern. Die Existenz der Eurozone zu gefährden, sei schließlich auch keine Alternative. Die Notenbanken bereiteten zwar Anleger auf eine weniger üppige Geldpolitik vor, verschafften sich damit aber lediglich Zeit, um die Märkte weiterhin mit billigem Geld zu versorgen. An dem grundsätzlichen Argument der Liquiditätshausse ändere sich damit nichts, fügte Halver hinzu.

Kabel Deutschland von Übernahmefantasie beflügelt

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Kabel Deutschland nach erneut aufkommenden Übernahmespekulationen im Mittelpunkt des Interesses. Der Telekomkonzern Vodafone lässt nicht locker und will in einem zweiten Anlauf den Kabelnetzbetreiber von seinen Übernahmeplänen überzeugen. Laut der Investmentbank Espirito Santo müssten die Briten für eine Einigung mit einem Kaufgebot zwischen 85 und 90 Euro je Aktie tief in die Tasche greifen. Zudem müsste Vodafone mit einer Gegenofferte des US-Medienkonzerns Liberty Global rechnen, die bei den Kabel-Aktionären vermutlich auf größeres Interesse treffen würde. Die Kabel-Aktien gewannen letztlich 8,18 Prozent auf 80,84 Euro. Zuvor hatten sie bei 83,05 Euro ein Rekordhoch erreicht.

Im DAX mussten HeidelbergCement -Papiere nach einem negativen Analystenkommentar mit minus 5,12 Prozent die größten Verluste hinnehmen. Die Vorzüge von Volkswagen verloren nach der Ausgabe einer Pflichtwandelanleihe 3,30 Prozent. Der Verwässerungseffekt durch die Ende 2015 an den Markt kommenden neuen Vorzüge belastet die Papiere. Die Titel von Axel Springer rutschten wegen einer Aktienplatzierung am MDax-Ende um 3,82 Prozent ab. Good Media Investment gibt laut Händlern seine 2,8-prozentige Beteiligung an dem Verlagskonzern ab.

Euro legt zu

Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 fiel zum Handelsschluss um 0,62 Prozent auf 2.666,52 Punkte. Auch der CAC 40 in Paris und der Londoner FTSE schlossen unter ihren Endständen vom Vortag. Am US-Aktienmarkt zeigte sich der Dow Jones zum europäischen Börsenschluss 0,30 Prozent tiefer.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite auf 1,31 (Dienstag: 1,33) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 133,44 Punkte. Der Bund Future verlor 0,03 Prozent auf 142,83 Punkte. Der Kurs des Euro gewann auf zuletzt 1,3343 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag noch auf 1,3277 (1,3273) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7532 (0,7534) Euro.

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