DAX-SCHLUSSBERICHT

Dax verliert vor G7-Gipfel

Dax verliert vor G7-Gipfel

WKN: PAT1AG ISIN: DE000PAT1AG3 PATRIZIA Immobilien AG

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21.11.2018 - 15:55
08.06.2018 18:10:40

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Freitag kurz vor Beginn des G7-Gipfels in Kanada Vorsicht walten lassen. Der Dax (DAX 30) verlor 0,35 Prozent auf 12 766,55 Punkte.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Freitag kurz vor Beginn des G7-Gipfels in Kanada Vorsicht walten lassen. Der Dax (DAX 30) verlor 0,35 Prozent auf 12 766,55 Punkte. Auf Wochensicht bedeutet dies noch ein Plus von 0,3 Prozent.

Das Treffen der sieben führenden Wirtschaftsmächte sei eher ein Trump-gegen-G6-Treffen und dürfte den Fokus der Marktteilnehmer vollends auf die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und anderen Ländern verlagern, hieß es von der BayernLB. US-Präsident Donald Trump isoliere sein Land in wichtigen Punkten wie dem Welthandel, dem Atom-Abkommen mit dem Iran sowie dem Klimaschutz, kommentierte Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda.

Der MDAX der mittelgroßen deutschen Unternehmen sank zum Wochenschluss um 0,14 Prozent auf 26 662,35 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDAX büßte 0,37 Prozent auf 2805,10 Zähler ein.

Größter Verlierer im Dax waren mit minus 4,65 Prozent die Aktien der Deutschen Post (Deutsche Post). Der Logistiker kappte seine Jahresprognose. Den Problemen in der Briefsparte will das Unternehmen mit einem Maßnahmenbündel begegnen - das aber zunächst ins Geld geht. In diesem Jahr hat die Post-Aktie bislang fast 22 Prozent verloren und zählt damit zu den schwächsten im deutschen Leitindex.

Optimismus verbreitete dagegen der Halbleiterkonzern Infineon für das Umsatzwachstum im kommenden Geschäftsjahr. Die Aktien zog dies zeitweise um bis zu 2,2 Prozent hoch. Auf Basis der guten Auftragslage stellte der Dax-Konzern nun ein Umsatzplus von "mindestens 10 Prozent" in Aussicht. Die Markterwartungen hätten bisher bei knapp unter 9 Prozent gelegen, sagte ein Börsianer. Am Ende des Tages standen die Infineon-Papiere im vorderen Dax-Feld noch 0,69 Prozent höher.

Sinkende Renditen bei deutschen Staatsanleihen nach schwachen Wirtschaftsdaten aus Deutschland setzten Bank-Aktien unter Druck. Commerzbank und Deutsche Bank gaben um 1,60 beziehungsweise 0,68 Prozent nach. Daran konnte auch ein Medienbericht über angebliche Fusionsgespräche in den vergangenen Monaten nichts ändern. Entsprechende Spekulationen seien ohnehin nicht neu, kommentierte ein Händler.

Die als "sicherer Hafen" geltenden Papiere von Immobilienkonzernen profitierten indes vom Renditerückgang am Anleihemarkt: Vonovia (Vonovia SE (ex Deutsche Annington)) gewannen an der Dax-Spitze 1,50 Prozent. Im MDax waren Deutsche Wohnen (Deutsche Wohnen SE) vorne, ebenfalls mit plus 1,50 Prozent. Auf Platz eins im SDAX gewannen PATRIZIA Immobilien 3,48 Prozent. Am Vormittag war die Rendite von Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit zeitweise auf unter 0,40 Prozent gesunken.

Die Aktien des Chipkonzerns und Apple-Zulieferers (Apple) Dialog Semiconductor rutschten erstmals seit Februar 2014 zeitweise wieder unter 15 Euro. Mit einem Minus zum Handelsschluss von 4,01 Prozent standen sie mit 15,065 Euro dann wieder darüber. Einmal mehr rief die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" bei den Anlegern Sorgenfalten hervor. Ihrem Bericht zufolge hat Apple seine Zulieferer darauf eingestellt, dass für die neue iPhone-Generation rund 20 Prozent weniger Komponenten geordert würden als im Vorjahr für das aktuelle Modell.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) sank um 0,36 Prozent auf 3447,30 Punkte. In Paris ging der CAC-40 (CAC 40) mit einem kleinen Plus ins Ziel. Der Londoner FTSE 100 gab nach. Und in den USA notierte der Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) zum europäischen Börsenschluss kaum verändert.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,32 Prozent am Vortag auf 0,24 Prozent. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) stieg um 0,43 Prozent auf 140,88 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,11 Prozent auf 160,37 Punkte. Der Euro sank am Freitag angesichts der enttäuschenden Konjunkturdaten aus Deutschland. Er wurde zuletzt mit 1,1772 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1754 (Donnerstag: 1,1836) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8508 (0,8449) Euro./ajx/jha/

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

Aktien in diesem Artikel

Apple Inc. 156,41 -0,35% Apple Inc.
CAC CorpShs 7,78 -1,02% CAC CorpShs
Commerzbank 7,97 1,48% Commerzbank
Deutsche Bank AG 8,32 2,01% Deutsche Bank AG
Deutsche Post AG 27,80 -0,47% Deutsche Post AG
Deutsche Wohnen SE 41,42 2,37% Deutsche Wohnen SE
Dialog Semiconductor Plc. 23,32 4,11% Dialog Semiconductor Plc.
Infineon AG 17,70 4,70% Infineon AG
PATRIZIA Immobilien AG 17,20 0,29% PATRIZIA Immobilien AG
Vonovia SE (ex Deutsche Annington) 42,35 2,32% Vonovia SE (ex Deutsche Annington)

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SDAX 10.376,75
1,52%
EURO STOXX 50 3.153,91
1,21%
FTSE 100 7.050,23
1,47%
CAC 40 4.975,50
1,03%
NIKKEI 225 21.507,54
-0,35%
EURO STOXX 346,92
1,21%
REX Gesamt Kursindex 141,13
-0,07%
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