DAX SCHLUSSBERICHT

DAX wegen Coronavirus-Sorgen schwächer - und was Anleger sonst noch wissen müssen

DAX wegen Coronavirus-Sorgen schwächer - und was Anleger sonst noch wissen müssen

WKN: 870747 ISIN: US5949181045 Microsoft Corp.

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24.02.2020 - 19:57
30.01.2020 17:37:13

Der DAX hat sich am Donnerstag von seiner schwächeren Seite gezeigt. Der Leitindex gab 1,4 Prozent auf 13.157,12 Punkte nach. Was Anleger vom Handel sonst noch wissen müssen, die wichtigsten Themen vom Parkett.

Die gute Stimmung der vergangenen beiden Tage hat im DAX nicht lange angehalten - am Donnerstag ging es erneut bergab. Die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus belastete die Börsen. Mittlerweile sind 170 Menschen an dem Virus gestorben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berief angesichts der schnellen Ausbreitung einen Notfall-Ausschuss ein.

Aktien aus den Bereichen Tourismus und Freizeit gerieten am Donnerstag besonders unter die Räder. Aktien des Kreuzfahrten-Anbieters Carnival stürzten in London um zehn Prozent auf den tiefsten Stand seit knapp zehn Jahren ab. Auch in den USA fielen die Papiere der Kreuzfahrtlinien Norwegian und Royal Caribbean vorbörslich um bis zu 5,5 Prozent. Derzeit sitzen in Italien rund 6000 Schiffspassagiere der Kreuzfahrtunternehmens Costa Crociere fest, weil bei zwei chinesischen Gästen an Bord der Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus besteht. Ebenfalls auf den Verkaufslisten waren die Aktien von Fluggesellschaften, von denen etliche bereits Flüge nach China komplett gestrichen haben. Lufthansa verloren 1,8 Prozent. Vorbörslich in New York gaben United, Southwest, Delta, Spirit und American bis zu 2,6 Prozent nach.

Auf Unternehmensseite stand unterdessen die Deutsche Bank im Fokus der Anleger. Das Geldhaus machte im vergangenen Jahr einen Verlust von 5,3 Milliarden Euro. Das ist zwar etwas mehr als erwartet. Allerdings ist darin bereits ein großer Teil der Umbaukosten von sieben Milliarden Euro verpackt. Die Aktie schloss nach einem Auf und Ab knapp vier Prozent im Plus. Unsere Einschätzung zu den Deutschen Bank-Zahlen finden Sie hier

Nach der Teil-Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China hätten Anleger für die kommenden Monate auf ein anziehendes Wachstum gehofft, sagte Scott Brown, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Raymond James. Der Ausbruch des Coronavirus und seine Folgen seien daher ein Rückschlag für die Konjunktur. "Allerdings sind die Bewertungen recht hoch, daher ist das Ganze eine Gelegenheit, um Gewinne mitzunehmen."

Aus Angst vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft fassen auch die US-Anleger Aktien nur mit spitzen Fingern an. Ermutigende Firmenbilanzen verhinderten aber größere Kursverluste. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 notierten zur knapp im Minus. Am Vorabend hatte die US-Notenbank Fed wie erwartet den Leitzins nicht angetastet und keine Veränderungen angedeutet.

Ein Stimmungsaufheller an den Börsen war allerdings der Umsatz- und Gewinnsprung von Microsoft. Das Cloud-Geschäft werde auf absehbare Zeit der Wachstumstreiber für den Softwarekonzern bleiben, prognostizierten die Experten der Investmentbank RBC Capital Markets. Microsoft-Aktien stiegen um 3,6 Prozent auf ein Rekordhoch von 174,05 Dollar. Unsere Einschätzung zu den Microsoft-Zahlen finden Sie hier.

Die Titel von Tesla gewannen sogar gut zehn Prozent und waren mit 642,99 Dollar ebenfalls so teuer wie noch nie. Umsatz und Gewinn des Elektroautobauers hätten die Markterwartungen deutlich übertroffen, sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets. Unsere Einschätzung zum Tesla-Chart finden Sie hier

Enttäuscht reagierten Anleger dagegen auf die Zahlen von Facebook. Zwar habe das Online-Netzwerk beim Quartalsumsatz und -gewinn die Markterwartungen übertroffen, sagte Analyst Adam Vettese vom Online-Broker eToro. Bedenklich sei aber der starke Anstieg der Kosten. Facebook-Aktien verloren 8,3 Prozent und steuerten auf den größten Tagesverlust seit eineinhalb Jahren zu. Unsere Einschätzung zu den Facebook-Zahlen finden Sie hier.

Was am Donnerstag an der Börse sonst noch wichtig war


Britische Notenbank trotzt Spekulationen auf Zinssenkung
Die britische Zentralbank hat ihren Leitzins entgegen einiger anderslautender Spekulationen nicht reduziert. Wie die Bank of England am Donnerstag in London mitteilte, beträgt ihr wichtigster Zins nach wie vor 0,75 Prozent. Analysten hatten diesen Schritt mehrheitlich erwartet. Allerdings gab es auch einige Fachleute, die von einer Reduzierung ausgegangen waren. Es wäre die erste Zinssenkung seit der geldpolitischen Lockerung kurz nach dem Brexit-Votum im Sommer 2016 gewesen.

US-Wirtschaft hält Wachstumstempo
Die US-Wirtschaft hat ihr Wachstumstempo im vierten Quartal gehalten. Nach Angaben des Handelsministeriums vom Donnerstag lag die Wirtschaftsleistung der weltgrößten Volkswirtschaft auf das Jahr hochgerechnet 2,1 Prozent höher als im Vorquartal. Die Rate entspricht dem Zuwachs im dritten Quartal. Analysten hatten im Mittel mit einem etwas geringeren Wachstum von annualisiert 2,0 Prozent gerechnet.

Vorwurf der Bilanzmanipulation drückt Investmentfirma Aurelius
Frankfurt, 30. Jan (Reuters) - Ein Vorwurf der Bilanzmanipulation brockt Aurelius den größten Kurssturz seit drei Jahren ein. Die Aktien des Finanzinvestors brachen am Donnerstag binnen Minuten um gut 18 Prozent ein und waren mit 29,34 Euro so billig wie zuletzt vor mehr als fünf Jahren. Dabei wechselten bis zum Nachmittag bereits mehr als 16 Mal so viele Aurelius-Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag.

Coca-Cola liefert starke Zahlen - 'Zero Sugar' bleibt gefragt
Die anhaltend hohe Nachfrage nach dem Verkaufsschlager "Zero Sugar" hat dem US-Getränkeriesen Coca-Cola zu einem starken Jahresabschluss verholfen. Im vierten Quartal legte der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreswert um 16 Prozent auf 9,1 Milliarden Dollar (8,3 Mrd Euro) zu, wie der Pepsi-Rivale am Donnerstag mitteilte. Der Betriebsgewinn stieg um 19 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar.

Berliner Mietendeckel kommt - Abgeordnete beschließen Gesetz
Berlin führt als erstes Bundesland einen Mietendeckel ein. Das Abgeordnetenhaus beschloss das Gesetz am Donnerstag mit seiner rot-rot-grünen Mehrheit gegen die Stimmen der Opposition, die den Mietendeckel geschlossen ablehnte. Mit dem Gesetz sollen die Mieten in der Hauptstadt für fünf Jahre nicht steigen dürfen, nachdem die Preise für Wohnraum in den vergangenen Jahren spürbar geklettert sind. Klagen gegen den Mietendeckel gelten als sicher.

rtr/dpa-AFX/fh


Bildquelle: Kai Pfaffenbach/Reuters

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AURELIUS 30,68 -5,54% AURELIUS
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Delta Air Lines Inc. 52,06 -2,23% Delta Air Lines Inc.
Deutsche Bank AG 8,86 -5,55% Deutsche Bank AG
Ebix Inc. 29,80 -7,45% Ebix Inc.
Facebook Inc. 183,42 -4,87% Facebook Inc.
Lufthansa AG 13,61 -7,88% Lufthansa AG
Microsoft Corp. 158,20 -3,28% Microsoft Corp.
Nasdaq Inc 105,88 1,17% Nasdaq Inc
PepsiCo Inc. 133,32 -0,19% PepsiCo Inc.
Tesla 769,00 -5,55% Tesla

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