DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX weiter auf Talfahrt - und was Anleger sonst noch wissen müssen

DAX weiter auf Talfahrt - und was Anleger sonst noch wissen müssen

WKN: A0D8P1 ISIN: INE323A01026 Bosch Ltd

08.02.2019 17:30:00

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag erneut von seiner schwachen Seite gezeigt. Der Leitindex DAX schloss 1,1 Prozent im Minus bei 10.906,78 Punkten. Im Fokus der Anleger stand erneut Wirecard. Was Anleger vom Handel sonst noch wissen müssen, die wichtigsten Themen vom Parkett.

Der DAX hat am Freitag seine Verluste ausgeweitet. So rutschte das Frankfurter Barometer deutlich unter die Marke von 11.000 Punkten.



Der schwache Start der US-Börsen an der Wall Street drückte den Leitindex am Nachmittag weiter nach unten. Für schlechte Stimmung an den Börsen sorgte der schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China. US-Präsident Donald Trump kündigte an, sich nun doch nicht vor dem Ablauf einer wichtigen Frist Anfang März mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping treffen zu wollen. Der Dow Jones fiel unter die Marke von 25.000 Punkte.


Auf Unternehmensseite stand erneut Wirecard im Fokus. Die Polizei in Singapur durchsucht nach den jüngsten Betrugsvorwürden gegen den Zahlungsabwickler die Büroräume des DAX-Konzerns in dem Stadtstaat. Der Kurs brach erneute um zeitweise mehr als 20 Prozent ein, fiel teilweise sogar unter 90 Euro. Noch am Vormittag hatte die Aktie rund fünf Prozent angezogen. Wirecard wies die Vorwürfe über Unregelmäßigkeiten in der Bilanz zurück und will die "Financial Times" verklagen.

Die Staatsanwaltschaft München leitete wegen der Kursturbulenzen beim Zahlungsdienstleister Wirecard ein Ermittlungsverfahren ein. Die Behörde ermittle wegen möglicher Marktmanipulation gegen unbekannt, sagte eine Sprecherin auf Anfrage am Freitag in München. Das Unternehmen habe eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingereicht. Die Behörde prüfe aber immer auch von Amts wegen, ob sie ein Ermittlungsverfahren in die Wege leite. Gegen Manager von Wirecard selbst sieht die Staatsanwaltschaft München I nach wie vor keinen Anfangsverdacht der Marktmanipulation.

Was am Freitag an der Börse sonst noch wichtig war



Leoni streicht Mittelfrist-Ziele
Der Autozulieferer Leoni streicht die Dividende, nachdem er im vierten Quartal 2018 einen Betriebsverlust von 19 Millionen Euro eingefahren hat. Die Probleme des Unternehmens seien vor allem im Bereich Wiring Systems deutlich gravierender als bisher angenommen und machten tiefgreifende Maßnahmen erforderlich, sagte Leoni-Chef Aldo Kamper. Das vorläufige Betriebsergebnis für das Gesamtjahr 2018 wies Leoni mit 144 Millionen Euro aus, prognostiziert waren etwa 196 Millionen Euro. Für 2019 geht der Vorstand von einem Umsatz von rund 5,2 Milliarden Euro aus und einem Ebit zwischen 100 und 130 Millionen Euro. "Ausgehend von diesen Erwartungen für 2019 wird das Unternehmen seine bisherigen Mittelfrist-Ziele für 2020 nicht erreichen." Die Leoni-Aktie brach am Freitag um zeitweise 32 Prozent auf den tiefsten Stand seit 2010 ein.

Lufthansa zeigt Interesse an den Airlines von Thomas Cook
Europas größte Fluggesellschaft hat Interesse an den Fluggesellschaften des britischen Reisekonzerns Thomas Cook. ""Wir haben mit der Eurowings bewiesen, dass wir uns in diesem Segment gut entwickeln können, daher werden wir uns genau anschauen, welche Ansätze es hier geben könnte"", sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister dem "Handelsblatt".

Zetsche - Weitere Daimler-Bündnisse möglich
Nach Kooperationen mit BMW und Bosch rechnet Daimler-Chef Dieter Zetsche mit weiteren industriellen Bündnissen des Konzerns. "Ich kann mir auch noch andere Konsortien in Zukunft vorstellen", sagte Zetsche der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung laut Vorab-Bericht, ohne Details zu nennen. Zudem äußerte er sich skeptisch mit Blick auf Pläne zum Bau einer Batteriefabrik in Deutschland. "Ich habe Zweifel, dass ein neu zu bildendes Konsortium mithalten kann. Wir stehen als Kunden ganz vorne, wenn das gelingt. Aber ich sehe im Moment nicht, wie das erreicht werden kann."

Ceconomy kehrt zu Wachstum zurück - Abfindungen schmälern Gewinn
Die Media-Saturn-Mutter Ceconomy ist nach drei Quartalen mit Umsatzrückgängen wieder zu Wachstum zurückgekehrt. Auch in Deutschland liefen die Geschäfte im Weihnachtsquartal wieder besser. Der Gewinn fiel jedoch erneut geringer aus als im Vorjahresquartal: Abfindungen im Zuge des Führungswechsels schmälerten das Ergebnis deutlich.

Bestmarken für deutschen Export - Gegenwind nimmt jedoch zu
Handelpolitische Stürme und die Abkühlung der Weltkonjunktur haben Kratzer in der deutschen Exportbilanz 2018 hinterlassen. Zwar stiegen die Ausfuhren das fünfte Jahr in Folge auf einen Rekordwert, das Wachstumstempo verlangsamte sich aber deutlich. Ausgeführt wurden Waren im Wert von 1317,9 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Das war ein Plus von 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2017 waren die Exporte noch um 6,2 Prozent gestiegen.

EU-Brexit-Unterhändler: Austrittsabkommen wird nicht neu verhandelt
Kurz vor seinem Treffen mit dem britischen Brexitminister Steven Barclay hat EU-Unterhändler Michel Barnier eine rote Linie für die Gespräche gezogen. "Ich werde mir anhören, wie die Briten ihren Austrittsplan umsetzen wollen", twitterte er am Freitag. "Die EU wird das Abkommen dazu nicht nochmal neu verhandeln. Ich bestätige aber gern erneut unsere Bereitschaft, die gemeinsame politische Erklärung nach den Vorgaben des Rates zu überarbeiten."

rtr/dpa-AFX/fh

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Bildquelle: Kai Pfaffenbach/Reuters

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