DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX weiterhin unter Druck - und was Anleger außerdem wissen sollten

DAX weiterhin unter Druck - und was Anleger außerdem wissen sollten

WKN: A116ZE ISIN: US31832R1095 Firma Holdings Corp

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06.04.2020 - 15:35
26.02.2020 17:38:00

Auch zur Wochenmitte blieb die Erholung für den DAX aus und so schloss der Handelstag 0,1 Prozent schwächer bei 12.774,88 Punkten.

Die Furcht vor den Folgen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus hat auch zur Wochenmitte auf dem deutschen Aktienmarkt gelastet. Zum Nachmittag hin konnte der deutsche Leitindex aber die hohen Verluste vom Morgen wieder ausgleichen. In nur fünf Börsentagen verlor der DAX die Gewinne der vorangegangenen vier Monate. Vom jüngsten Rekordhoch bei 13.795 Zählern trennen ihn wegen der Virusepidemie mittlerweile wieder mehr als 1.000 Punkte.

"Wir wissen weder, wann das Virus eingedämmt werden kann, noch welche Maßnahmen die Staaten ergreifen, um es unter Kontrolle zu bekommen", sagte Chefinvestor Mark Haefele von der Investmentbank UBS. Er riet besonders vor Investments der am stärksten betroffenen Branchen wie Hotelbetreiber oder Fluggesellschaften zur Vorsicht.

Investoren rechnen fest damit, dass die US-Notenbank Fed, die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank von England (BoE) im Laufe des Jahres die Zinsen jeweils mindestens ein Mal senken werden, um die Wirtschaft zu stützen.

Unterstützung erhielt der DAX am Mittwoch von den Automobilaktien. BMW, Daimler, Continental und Volkswagen legten zu. Für Anleger bietet sich damit eine günstige Einstiegschance, nachdem der europäische Autosektor zuletzt auf den tiefsten Stand seit Juli 2016 gefallen war.

Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich. Selbst wenn sich die Opec mit ihren Verbündeten kommende Woche auf eine weitere Verschärfung der Förderbremse einige, sei eine Erholung der Preise alles andere als sicher, warnte Analyst Stephen Brennock vom Brokerhaus PVM Oil Associates. Vor diesem Hintergrund verteuerte sich Gold.

Als DAX-Sieger ging die Continental aus dem Handelstag gefolgt von Daimler und BMW. Schlusslicht war die Fresenius.

Was am Mittwoch an der Börse außerdem wichtig war



Bayer bekommt neuen Aufsichtsratschef - Wenning geht Ende April
Wechsel an der Spitze des Bayer-Kontrollgremiums: Der langjährige Aufsichtsratschef des Agrarchemie- und Pharmakonzerns Werner Wenning hat seinen Rücktritt angekündigt. Der 62-jährige ehemalige Manager des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers, Norbert Winkeljohann, werde mit Ablauf der Hauptversammlung Ende April auf Werner Wenning als Vorsitzender des Aufsichtsrats folgen, wie Bayer am Mittwoch in Leverkusen mitteilte.

Aareal Bank sieht 2020 wenig Lichtblicke - Zukäufe für Aareon
Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank rechnet nach einem Gewinnrückgang im vergangenen Jahr auch 2020 nicht mit einer Erholung. Die Niedrigzinsen drücken noch stärker auf die Erträge, und die Ausbreitung des Coronavirus schürt Sorgen um die weltweite Wirtschaftsentwicklung. Dennoch will Bankchef Hermann Merkens Gewinn und Neugeschäft 2020 in etwa stabil halten. Für die IT-Tochter Aareon peilt er reihenweise Übernahmen an, wie er am Mittwoch in Frankfurt sagte.

KLM kündigt Sparmaßnahmen wegen Coronavirus an
Die niederländische Fluggesellschaft KLM hat wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sparmaßnahmen angekündigt. Investitionen würden vorerst gestoppt, es werde ein vorläufiger Einstellungsstopp verhängt, berichteten niederländische Medien am Mittwoch. Mitarbeiter seien aufgefordert worden, wenn möglich jetzt ihre Urlaubstage zu nehmen. Ein KLM-Sprecher sprach von "Vorsorgemaßnahmen".

Bezahldienst Klarna mit Verlust nach hohen Investitionen
Das beschleunigte Wachstum hat den lange profitablen Bezahldienst Klarna im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gebracht. Die Firma aus Stockholm verbuchte im vergangenen Jahr einen Verlust von 902,3 Millionen schwedischen Kronen (rund 85 Mio Euro). Klarna hatte im vergangenen Jahr unter anderem in einen neuen Entwicklungs-Standort in Berlin für mehr als 500 Mitarbeiter sowie den Ausbau des US-Geschäfts investiert.

Munich Re plant Aktienrückkauf - Aktie kurz auf Tageshoch
Der Rückversicherer Munich Re will Aktien im Wert von bis zu einer Milliarde Euro zurückkaufen. Auf Basis des derzeitigen Kursniveaus entspräche das etwa 3,9 Millionen Aktien, beziehungsweise 2,7 Prozent des Grundkapitals, teilte der Dax-Konzern am Mittwoch in München mit. Das Rückkaufprogramm soll nach der Hauptversammlung am 29. April starten und bis spätestens zur Hauptversammlung im nächsten Jahr laufen. An der Börse erreichte die Aktie des Unternehmens nach Bekanntgabe des Rückkaufs kurzzeitig ihr Tageshoch, bevor sie um mehr als 1 Prozent ins Minus abrutschte.

Aareal Bank plant reihenweise Übernahmen für Tochter Aareon
Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank will seine IT-Tochter Aareon mit einer ganzen Reihe von Übernahmen stärken. Er gehe von fünf oder mehr Zukäufen pro Jahr aus, sagte Aareal-Chef Hermann Merkens bei der Bilanzvorlage am Mittwoch in Frankfurt. Interessant seien generell Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette der Wohnungswirtschaft.

Blackstone kauft britischen Studentenwohnungsbetreiber von Goldman Sachs
Der Finanzinvestor Blackstone will den britischen Studentenwohnungsbetreiber IQ Student Accommodation von der US-Investmentbank Goldman Sachs kaufen. Blackstone legt für den Deal 4,66 Milliarden Pfund (rund 5,56 Milliarden Euro) auf den Tisch, wie beide Unternehmen am Mittwoch in einer schriftlichen Erklärung mitteilten. Der Kauf muss noch von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden.

Peugeot-Hersteller PSA: Lage in China unter Kontrolle
Trotz der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Gesundheitskrise sieht der französische Peugeot-Hersteller PSA die Lage in China unter Kontrolle. "Alle unsere Mitarbeiter sind sicher und bei guter Gesundheit", sagte PSA-Konzernchef Carlos Tavares am Mittwoch in Rueil-Malmaison bei Paris.

Hella will schneller wachsen als der Markt
Der Licht- und Elektronikspezialist Hella will sich deutlich besser entwickeln als der Markt. Beim Umsatz will das Unternehmen trotz Coronavirus und schwächerer Nachfrage aus der Automobilindustrie mittelfristig um 5 bis 10 Prozent zulegen, wie am Mittwoch am Kapitalmarkttag in Berlin mitteilte. Die Profitabilität soll mit Hilfe eines strikten Sparkurses mindestens bei 8 Prozent liegen.

rtr/dpa-AFX/iw


Bildquelle: Julian Mezger für Finanzen Verlag

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Bayer 56,25 5,73% Bayer
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Continental AG 66,66 11,21% Continental AG
Daimler AG 27,61 12,28% Daimler AG
Firma Holdings Corp 0,00 0,00% Firma Holdings Corp
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