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DAX-MARKTBERICHT

DAX wenig bewegt: Corona- und Inflationssorgen setzen Europas Börsen zu

DAX wenig bewegt: Corona- und Inflationssorgen setzen Europas Börsen zu
10.11.2021 15:02:43

Die wieder grassierende Coronavirus-Pandemie und Zinserhöhungsängste schlagen europäischen Aktienanlegern auf die Stimmung. Gleichzeitig fehlte der Rückenwind durch die Bilanzsaison, weil die Zahlen gemischt ausfielen. Dax und EuroStoxx50 bröckelten am Mittwoch um jeweils etwa 0,1 Prozent auf 16.026 beziehungsweise 4338 Punkte ab.

"In den vergangenen Wochen haben die starken Geschäftszahlen die Rally befeuert", sagte Analystin Daniela Sabin Hathorn vom Brokerhaus IG. "Es gibt aber Bedenken wegen der Entwicklung im Rest des Jahres." Eine Abkühlung der Nachfrage würde die Fähigkeit der Unternehmen, steigende Preise an die Kunden weiterzugeben, schmälern.

Gleichzeitig bleibt der Teuerungsdruck unverändert hoch: In China stiegen die Erzeugerpreise auf den höchsten Stand seit 26 Jahren. In Deutschland trieben hohe Kosten für Energie die Inflationsrate auf ein 28-Jahres-Hoch von 4,5 Prozent. Jenseits des Atlantik stiegen die Preise im Oktober überraschend stark um 6,2 Prozent, so viel wie zuletzt vor 31 Jahren. "Eigentlich war davon auszugehen, dass der Inflationsscheitel bereits hinter uns liegt - doch weit gefehlt", sagte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank.

DOLLAR UND BOND-RENDITEN IM AUFWIND


Vor diesem Hintergrund flammten Spekulationen auf vorzeitige Zinserhöhungen der US-Notenbank wieder auf. Dies gaben der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, zusätzlichen Rückenwind. Er stieg um 0,5 Prozent auf 94,44 Punkte. Staatanleihen flogen dagegen aus den Depots. Dadurch stieg die Rendite der zehnjährigen Bonds aus den USA und Deutschland auf plus 1,476 beziehungsweise minus 0,287 Prozent.

Inflationsgeschützte Papiere blieben attraktiv. Die entsprechenden zehnjährigen Bundestitel rentierten mit minus 2,044 Prozent nur knapp über ihrem Rekordtief vom Dienstag. Die weitere Entwicklung hänge davon ab, ob der aktuelle Preisdruck vorübergehend sei, sagte Anlagestratege Jim Reid von der Deutschen Bank. "Das ist die Multi-Billionen-Dollar-Frage für 2022. So viel steht fest."

ÜBERNAHMEFANTASIE UM COBA - ADIDAS-AUSBLICK ENTTÄUSCHT


Am deutschen Aktienmarkt rückte Commerzbank ins Rampenlicht. Die Titel des Geldhauses stiegen nach anfänglichen Verlusten zeitweise um 4,3 Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 6,99 Euro. Börsianer verwiesen auf einen Medienbericht, dem zufolge die neue Regierungskoalition einen Verkauf der Bundesbeteiligung vorantreiben will. Als möglicher Abnehmer wurde die DZ Bank genannt. Weder Commerzbank noch DZ Bank wollten sich zu diesem Thema äußern.

Gleichzeitig stiegen die Papiere von Marks & Spencer in London dank angehobener Gesamtjahresziele um bis zu 21 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 235,5 Pence. Die Entwicklung des Lebensmittel- und des Online-Geschäfts sei ermutigend, sagte Craig Erlam, Marktanalyst des Brokerhauses Oanda. Das Unternehmen meistere die aktuellen Schwierigkeiten bislang sehr gut.

Adidas drohte dagegen mit einem Minus von zeitweise sieben Prozent der größte Tagesverlust seit eineinhalb Jahren. Nach einem Gewinnrückgang im Quartal äußert sich der Sportartikel-Hersteller zurückhaltender über die Gesamtjahres-Aussichten. Das sei nicht überraschend, kommentierten die Analysten der Bank Credit Suisse. Entscheidend sei, in welchem Umfang sich die aktuellen Liefer-Schwierigkeiten auf die Bilanz für 2022 auswirken würden.

rtr

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