DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX zum Wochenausklang stärker - und was Anleger außerdem wissen sollten

DAX zum Wochenausklang stärker - und was Anleger außerdem wissen sollten

WKN: 850628 ISIN: US46625H1005 JPMorgan Chase & Co.

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23.01.2020 - 08:03
06.12.2019 17:38:00

Zum Ende der Börsenwoche verabschiedete sich der DAX am Freitag mit 0,86 Prozent Plus bei 13166,58 Punkten ins Wochenende. Was dem deutschen Leitindex Auftrieb gab und was Anleger außerdem wissen sollten.

Am Freitag profitierte der DAX von erfreulichen Daten vom US-Arbeitsmarkt und konnte so die wichtige Marke von 13.100 Punkten überspringen. "Die Daten des Arbeitsmarktberichts überzeugen", hieß es seitens der Helaba unter Verweis auf die im Vergleich zum Oktober gestiegene Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft und die Arbeitslosenquote. Diese erreichte wie schon im September das niedrigste Niveau seit 1969. Im Dezember entstanden 266.000 neue Jobs, wie die Regierung in Washington am Freitag mitteilte. Der stärkste Stellenaufbau binnen zehn Monaten überraschte selbst Fachleute, die in einer Reuters-Umfrage unter Ökonomen lediglich auf 180.000 neue Arbeitsplätze getippt hatten.

Auch die separat ermittelte Arbeitslosenquote fiel um einen Tick auf 3,5 Prozent, was praktisch Vollbeschäftigung bedeutet. Die US-Notenbank Federal Reserve, die diesem Ziel verpflichtet ist, entscheidet am Mittwoch letztmals in diesem Jahr über den Leitzins: "Die Fed kann sich nach den Zahlen vorerst zurücklehnen und die weitere Entwicklung gelassen abwarten", meint Fed-Beobachter Bernd Weidensteiner von der Commerzbank.

Unter den Einzelwerten im DAX richtete sich das Interesse besonders auf Fresenius Medical Care und die Lufthansa. Die Aktie des Dialysespezialisten gab um bis zu 1,6 Prozent nach. Die US-Bank Morgan Stanley sieht Risiken für die vom Konzern ausgegebenen Ziele für das kommende Jahr und stufte das Papier auf "Underweight" ab. Die Papiere der Lufthansa gehörten indes zu den Dax-Favoriten mit plus 1,4 Prozent. Die Investmentbank Mainfirst rechnet 2020 für die Fluggesellschaft mit besser laufenden Geschäften als 2019.

Zum Handelsschluss bildete Infineon die DAX-Spitze, gefolgt von RWE und Linde. Die Schlusslichter bildeten Fresenius Medical Care und Wirecard.

Was am Freitag an der Börse außerdem wichtig war


Wissenschaftler weist Kritik an seinen Glyphosat-Studien zurück
Der Professor, der zwei Glyphosat-Studien geschrieben hat und dabei Monsanto als Geldgeber unerwähnt ließ, hat Kritik an seiner Arbeit vehement zurückgewiesen. Er sei als Wissenschaftler "stets unabhängig" gewesen und habe "ohne jede lenkende Einflussnahme von Dritten wissenschaftlich sauber gearbeitet", erklärte der Agrarökonom Michael Schmitz am Freitag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Teure Autos wieder gefragt - Mercedes, BMW und Audi verkaufen mehr
Nach tiefen Einbrüchen geht es zum Jahresende bei Mercedes-Benz, BMW und Audi wieder aufwärts. Die drei Oberklasse-Autohersteller meldeten am Freitag steigende Verkäufe. Dabei lag Mercedes-Benz ein weiteres Mal vor dem Münchner Erzrivalen BMW, allerdings mit im Jahresverlauf bislang geschrumpftem Vorsprung. Auch die in besonders schwieriges Fahrwasser geratene Ingolstädter VW-Tochter meldete einen Aufwärtstrend.

Carl Zeiss Meditec mit Ergebnisanstieg - Ausblick zurückhaltend
Der Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 (per 30. September) von weiterhin guten Geschäften in der Augenheilkunde und Mikrochirurgie profitiert und deutlich mehr verdient. Unter dem Strich kletterte der Überschuss um rund 27 Prozent auf 160,6 Millionen Euro, wie das MDax-Unternehmen am Freitag bei der Vorlage ausführlicher Zahlen in Jena mitteilte. Für die weitere Entwicklung zeigte sich der Konzern zurückhaltend.

Saudischer Ölgigant Aramco: Börsenhandel beginnt Mittwoch
Die Aktien des saudischen Ölunternehmens Aramco werden ab der kommenden Woche an der Börse gehandelt. Wie die Wertpapierbörse des arabischen Königreiches, Tadawul, am Freitag mitteilte, beginne der Handel mit den Aramco-Aktien am Mittwoch (11. Dezember). Saudi Aramco hatte den endgültigen Ausgabepreis am Donnerstag auf 32 Riyal (8,53 US-Dollar) festgesetzt. Weil der Konzern nur 1,5 Prozent seiner Aktien zum Kauf anbietet, dürfte er etwa 25,6 Milliarden Dollar mit dem Börsengang einnehmen. Es wäre damit der größte Börsengang aller Zeiten.

Energieversorger EWE verkauft 26 Prozent an Investor Ardian
Der norddeutsche Energieversorger EWE verkauft 26 Prozent seiner Anteile an den französischen Infrastrukturinvestor Ardian. Das teilte EWE am Freitag in Oldenburg mit und bestätigte damit frühere Medienberichte. Die neuen Partner wollten vor allem in die strategischen Bereiche erneuerbare Energien, Telekommunikation und Netze investieren.

Commerzbank-Chef: Verkauf der Tochter mBank bis Ende 2020
Die Commerzbank will sich bis Ende 2020 von ihrer polnischen Tochter mBank getrennt haben. "So ein Prozess ist immer schwer vorherzusehen, aber unsere Ambition ist es, bis Ende nächsten Jahres durch zu sein", sagte Commerzbank-Chef Martin Zielke der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitag). "Das läuft alles sehr geordnet, Sie sehen mich da sehr entspannt."

Abschreibung dürfte Wacker Chemie tief in die roten Zahlen drücken
Die Flaute im Solarmarkt verhagelt dem Spezialchemiekonzern Wacker Chemie die Bilanz. So muss der SDax-Konzern den Wert von Anlagen zur Herstellung von Silizium um rund 750 Millionen Euro nach unten korrigieren. Darum erwartet Wacker für 2019 jetzt ein negatives Jahresergebnis von etwa dem gleichen Betrag, teilten die Münchener am Donnerstagnachmittag mit. Bisher hatte das Unternehmen mit einem leicht positiven Jahresergebnis gerechnet. Auch der Betriebsgewinn sei betroffen, der freie Barmittelzufluss dagegen nicht, hieß es.

Uber: Fast 6000 sexuelle Übergriffe während Fahrten in den USA
Der Fahrdienst-Vermittler Uber hat in den vergangenen zwei Jahren fast 6000 sexuelle Übergriffe gemeldet bekommen. 464 davon seien Vergewaltigungen gewesen, heißt es in dem am Donnerstag vorgelegten ersten Bericht dieser Art des US-Unternehmens. Außerdem kamen dem Report zufolge im Zeitraum 2017 bis 2018 19 Menschen bei Überfällen ums Leben. Uber betont aber, 99,9 Prozent aller Fahrten seien ohne Probleme verlaufen. Nicht zuletzt habe man in den vergangenen zwei Jahren mehr Instrumente geschaffen, um die Sicherheit für Fahrer und Mitfahrer zu erhöhen sowie 44 000 Fahrer abgelehnt.

Finanzinvestor JPMorgan steigt bei Gerry Weber ein
Der US-Finanzinvestor JPMorgan steigt bei dem angeschlagenen Modehersteller Gerry Weber ein. JPMorgan Securities übernehme knapp 200 000 im Zuge einer Kapitalerhöhung ausgegebene neue Gerry-Weber-Aktien, teilte das Unternehmen am Freitag in Bielefeld mit. Mehr als 80 Prozent der Anteile am westfälischen Modeimperium werden aber weiterhin von den bisherigen Eigentümern Robus und Whitebox gehalten.

NordLB-Staatsvertrag soll noch am Freitag unterzeichnet werden
Für die Rettung der angeschlagenen Norddeutschen Landesbank kann der nötige Staatsvertrag der beteiligten Länder doch schon eher unterzeichnet werden. Die Finanzminister aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen wollen das Papier noch im Laufe des Freitags unterschreiben, wie Ministeriumssprecher in Hannover und Magdeburg sagten. Zuvor hatte die EU-Kommission nach Monaten des Wartens am Donnerstagabend die milliardenschweren Rettungspläne gebilligt.

Swiss Re verkauft ReAssure an britische Phoenix Group
Der Rückversicherer Swiss Re verkauft seine Tochtergesellschaft ReAssure an die britische Phoenix Group. Die Transaktion wird mit 3,25 Milliarden britischen Pfund (umgerechnet rund 3,8 Milliarden Euro) bewertet, wie das Unternehmen am Freitag in Zürich mitteilte. Dabei erhält Swiss Re eine Barzahlung von 1,2 Milliarden Pfund sowie den Rest in Aktien von Phoenix.

Patrizia kauft für 1,2 Milliarden Euro europäische Logistikimmobilien
Der Immobilienkonzern Patrizia kauft in Europa für 1,2 Milliarden Euro Logistikimmobilien mit einer Gesamtfläche von mehr als 1,4 Millionen Quadratmetern. Die durchschnittliche gewichtete Restlaufzeit der Mietverträge betrage mehr als sieben Jahre, teilte das SDax-Unternehmen am Freitag in Augsburg mit. Die mehrheitlich von Großunternehmen wie Aldi, Carrefour, Dachser und DHL angemieteten Immobilien würden bereits Einnahmen generieren, hieß es weiter. Lediglich drei der insgesamt 42 Objekte seien Entwicklungsprojekte.

rtr/dpa-AFX/iw


Bildquelle: Julian Mezger für Finanzen Verlag

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Commerzbank 5,10 -0,74% Commerzbank
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Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC) St. 69,78 0,06% Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC) St.
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