DAX-SCHLUSSBERICHT

DAX zur Wochenmitte auf Erholungskurs - und was Anleger außerdem wissen sollten

DAX zur Wochenmitte auf Erholungskurs - und was Anleger außerdem wissen sollten

WKN: 555750 ISIN: DE0005557508 Deutsche Telekom AG

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03.04.2020 - 18:39
19.02.2020 17:38:00

Nach dem schwächelnden Dienstag hat sich der DAX am Mittwoch wieder erholt und schloss 0,79 Prozent stärker bei 13789,00 Punkten. Was Anleger zur Wochenmitte beschäftigte und was außerdem wichtig war.

Am Dienstag musste der DAX nach einer Umsatzwarnung durch Apple einstecken. Mit Bekanntgabe der Jahreszahlen lieferten die Aktien der Deutschen Telekom und Covestro mit hohem Kurszuwachs am Mittwoch aber positive Impulse und so erholte sich der deutsche Leitindex zusehends. Auch die Situation rund um das Thema Coronavirus schien sich am Dienstag etwas zu entspannen. Analyst David Madden von CMC Markets UK wies auf die weniger stark steigende Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hin, was ein positives Zeichen sei. Auch scheine ein Großteil der Beschäftigten in China ihre Arbeit nach und nach wieder aufzunehmen. Dass China laut Kreisen den vom Virus gebeutelten Fluggesellschaften unter die Arme greifen will, stützte die Börsen ebenfalls.

Zusätzliche Unterstützung erhielt die Börse von der anhaltenden Schwäche des Euro, der Waren heimischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger macht. Die Gemeinschaftswährung war mit 1,0783 Dollar so billig wie zuletzt vor drei Jahren. Angesichts der wachsenden Kluft bei den Wachstumsaussichten für die USA und die Euro-Zone müsse mit einer weiteren Abwertung des Euro gerechnet werden, warnte Marshall Gittler, Chef-Analyst des Brokerhauses BDSwiss.

Für Puma lief es im vergangenen Geschäftsjahr gut, die Ziele wurden übertroffen. Für den Konzern ging es als Top-Wert im Mdax um nahezu acht Prozent nach oben.

An der DAX-Spitze standen zum Handelsschluss die Aktien der Deutschen Telekom. Solide Ergebnisse und ein überraschend stark erwarteter Barmittelfluss im laufenden Jahr überzeugten die Anleger. Gefolgt wurde die Telekom von Covestro. Ein Händler wertete die Dividende des Chemiekonzerns von 2,40 Euro je Aktie als starkes Zeichen. Der Ausblick sei nicht unbedingt gut, aber auch kein Schock. Der Kunststoffspezialist tritt in einem weiter schwierigen Umfeld noch stärker auf die Kostenbremse. Der seit Anfang November laufende übergeordnete Abwärtstrend der Covestro-Titel scheint erst einmal gestoppt. Als DAX-Schlusslicht ging MTU aus dem Handel.

Was am Mittwoch an der Börse außerdem wichtig war



Telekom sieht sich gerüstet für US-Kraftakt - Aktie an Dax-Spitze
Die Deutsche Telekom will das starke vergangene Geschäftsjahr als Steilvorlage für die anstehende Megaübernahme in den USA nutzen. Nach einem möglichst schnellen Abschluss der Fusion der US-Tochter T-Mobile US mit dem Rivalen Sprint will Telekom-Chef Tim Höttges mit dann 140 Millionen US-Kunden den Platzhirschen Verizon und AT&T die Marktführerschaft streitig machen. 2019 konnte er auf breiter Front Erfolge vorweisen, auch bei einstigen Sorgenkindern. Die T-Aktie stieg am Mittag nach der guten Kursentwicklung der letzten Tage noch einmal deutlich.

Virus und Wettbewerb: Covestro bleibt unter Druck - Sparprogramm
Mehr Wettbewerb, träge Autokonjunktur und Coronavirus: Der Kunststoffkonzern Covestro rechnet im laufenden Jahr mit einem weiteren Gewinnrückgang. "Auch 2020 wird für uns herausfordernd bleiben", sagte Konzernchef Markus Steilemann am Mittwoch bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf. Jetzt soll noch mehr gespart werden.

Puma erwartet 2020 trotz Coronavirus Umsatz- und Gewinnsprung
Der Sportartikelhersteller Puma setzt zum nächsten Rekordsprung an. In diesem Jahr erwartet das Unternehmen mit zwei sportlichen Großereignissen - der Fußballeuropameisterschaft sowie den olympischen Spielen - erneut deutliche Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis. Das Coronavirus belastet allerdings die Geschäfte in China. Das Management um Konzernchef Björn Gulden zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die negativen Auswirkungen nur kurzfristiger Natur sind. Die Aktie sprang am Mittwochvormittag nach zwischenzeitlichen Verlusten fast 8 Prozent nach oben.

Boeing findet neues Problem bei 737-Max-Krisenjets
Der angeschlagene US-Luftfahrtkonzern Boeing ist bei seinem nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max auf ein neues Problem gestoßen. Während der Wartungsarbeiten seien in Treibstofftanks einiger Maschinen, die derzeit zwischengelagert werden, Fremdkörper gefunden worden, teilte Boeing am Dienstag (Ortszeit) mit. Dies habe zu einer umfassenden internen Untersuchung und sofortigen Korrekturen im Produktionssystem geführt. Alle noch nicht ausgelieferten 737 Max werden inspiziert. Das ist viel Aufwand: Boeing hatte rund 400 Jets auf Halde produziert, die wegen des Flugverbots noch nicht zu Kunden gebracht werden konnten.

Real ist verkauft: Doch für die Beschäftigten geht das Bangen weiter
Die Supermarktkette Real ist nach monatelangem Tauziehen endlich verkauft: Doch für die 34 000 Beschäftigten in den 276 Filialen und für Millionen Real-Kunden geht die Ungewissheit weiter. Es dürfte noch Monate dauern, bis sie Klarheit bekommen, ob "ihre" Filiale weiterbetrieben, verkauft oder geschlossen wird. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger sprach am Mittwoch von einem "bitteren Tag für die Real-Beschäftigten". Die Gewerkschafterin warnte vor der möglichen Vernichtung von mehr als 10 000 Arbeitsplätzen im Zuge der Übernahme.

Wachstum von Gerresheimer unter Druck - Aktie im Minus
Trotz einer robusten Nachfrage von Pharma- und Kosmetikunternehmen nach Ampullen, Kunststoffbehältern und Flakons ist der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer im Geschäftsjahr 2018/2019 (per Ende November) nur wenig gewachsen. Gründe waren ein Auftragsverlust im neuen Geschäftsbereich Advanced Technologies rund um Mikropumpen zur Medikamentengabe sowie eine schwache Nachfrage nach bestimmten Glas-Pharmabehältern durch Großkunden in Nordamerika.

Hapag-Lloyd profitiert von besseren Frachtraten - Aktie legt zu
Die Container-Reederei Hapag-Lloyd hat im abgelaufenen Jahr von besseren Frachtraten und Sparmaßnahmen profitiert. So konnte der Konzern den Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) 2019 um mehr als 80 Prozent auf 811 Millionen Euro steigern. Das teilte die Reederei am Mittwoch in Hamburg mit dem Verweis auf vorläufige Zahlen mit.

Hamburger Hafen fasst wieder Tritt - Virus wird Umschlag kosten
Der Hamburger Hafen will in den kommenden Jahren klimafreundlicher werden. Das betreffe nicht nur den Schiffsverkehr und den Güterumschlag, sondern auch die Industrie im Hafen, sagte Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) am Mittwoch in Hamburg. "Wir stehen vor einem riesigen Transformationsprozess", erklärte er. "Die Dekarbonisierung - der Weg weg von fossilen Energieträgern - ist eine gewaltige Aufgabe." Eine Schlüsselrolle spiele klimaneutral erzeugter "grüner" Wasserstoff. Der Bedarf im Hafen liege bei mehr als 120 000 Tonnen pro Jahr.

Telefonica Deutschland dämmt Verluste weiter ein - Aktie im Minus Der Mobilfunkbetreiber Telefonica Deutschland (O2) kommt beim Abbau seiner Verluste aus der milliardenschweren Übernahme von E-Plus weiter voran. Im abgelaufenen Geschäftsjahr belief sich das Minus laut vorläufigen Zahlen unter dem Strich auf 212 Millionen Euro, nach 230 Millionen im Vorjahr, wie das Unternehmen am Mittwoch in München mitteilte. Dem Konzern machen noch immer hohe Abschreibungen im Zuge des 2014 erfolgten Zukaufs zu schaffen. Dabei geht es um zwei teure Lizenzen, die in einer früheren Rekordauktion ersteigert wurden.

Coronavirus belastet Sportartikelhersteller zum Jahresauftakt
Die Auswirkungen des Coronavirus belasten die Sportartikelhersteller im ersten Quartal. Sowohl Adidas als auch Puma warnten am Mittwoch vor einer deutlichen Beeinträchtigung ihrer Geschäfte in China, da auf behördliche Anordnung eine Vielzahl von Läden geschlossen bleiben muss und die Kundenfrequenz in anderen Geschäften erheblich gesunken ist. Zuvor hatte bereits der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike vor Einbußen gewarnt. Die Aktien von Adidas und Puma gaben daraufhin zumindest zeitweise nach.

Scout24 bleibt auf Wachstumskurs - Aktie gibt nach
Der Online-Marktplatzbetreiber Scout24 hat 2019 weiter bei Umsatz und operativem Gewinn zugelegt. Besonders gut liefen die Portale AutoScout24 und Immobilienscout24. Der Konzernumsatz stieg nach ersten Berechnungen insgesamt um 15,4 Prozent auf 613,6 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in München mitteilte. Bereinigt um Konsolidierungseffekte - inklusive Finanzcheck für das gesamte Jahr 2018; ohne das Technologieunternehmen Classmarkets und ohne AutoScout24 Spanien - legten die Erlöse um 11,8 Prozent zu.

rtr/dpa-AFX/iw


Bildquelle: Julian Mezger für Finanzen Verlag

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