MARKTBERICHT

G7-Gipfel macht Anleger nervös - Deutsche Post bricht ein

G7-Gipfel macht Anleger nervös - Deutsche Post bricht ein

WKN: 927200 ISIN: GB0059822006 Dialog Semiconductor Plc.

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22.06.2018 - 17:35
08.06.2018 15:00:46

Die Furcht vor einem Handelskrieg zwischen den USA und der EU lässt Europas Anleger nicht los. Zum Wochenausklang machten viele Investoren Kasse und schickten Dax und EuroStoxx50 abwärts. Der deutsche Leitindex und sein europäisches Pendant lagen am Freitagnachmittag jeweils 0,3 Prozent tiefer bei 12.770 beziehungsweise 3448 Punkten.

"Das Augenmerk liegt auf dem G7-Treffen", betonte ein Börsianer. Der Staats- und Regierungschefs kommen am Freitag und Samstag in Kanada zusammen. Wegen der von US-Präsident Donald Trump eingeführten Schutzzölle droht Streit auf offener Bühne. "Von Kompromiss und Aufhebung der Strafzölle bis zu einer Verschärfung des Handelsstreits - alles ist heute möglich", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Scheitere das G7-Treffen, dürfte der Dax schnell die 12.500er-Marke testen, prognostizierte der Experte. Auch an der Wall Street zeichneten sich am Freitagnachmittag Kursverluste ab.



Die USA hatten vorige Woche auf Stahl- und Aluminium-Einfuhren aus der EU, Kanada und Mexiko Schutzzölle verhängt. Kanada und Mexiko, die mit den USA über die Freihandelszone Nafta besonders eng verbunden sind, haben bereits Gegenmaßnahmen erlassen. Die EU will ab Juli zusätzliche Zölle auf bestimmte US-Produkte verhängen. Stahltitel standen am Freitag europaweit auf den Verkaufszetteln. Thyssen, Salzgitter und Arcelor Mittal verloren jeweils mehr als zwei Prozent, Outokumpu notierten rund drei Prozent schwächer.


DEUTSCHE POST VOR GRÖSSTEM TAGESVERLUST SEIT 2008



Nach einer Prognosesenkung ergriffen Anleger der Deutschen Post die Flucht. Die Aktien sackten um bis zu neun Prozent auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief von 29,75 Euro ab und waren mit Abstand größter Dax-Verlierer. Der Konzern peilt für dieses Jahr nur noch einen operativen Gewinn (Ebit) von 3,2 statt zuvor 4,15 Milliarden Euro an. "Dass das Briefgeschäft nicht gut läuft, war bekannt, aber dass es so schlecht ist, wurde nicht erwartet", sagte ein Händler. Die neue Prognose liege deutlich unter den Markterwartungen, sagte ein anderer Händler.

Auch bei den Chipherstellern war die Stimmung schlecht. Einem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" zufolge ordert der iPhone-Hersteller Apple für das zweite Halbjahr 20 Prozent weniger Komponenten bei seinen Zulieferern. Apple rechne 2018 mit Auslieferungen von 80 Millionen seiner Smartphones. Zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr habe der Konzern noch mit 100 Millionen Geräten kalkuliert. Aktien von AMS gaben sechs Prozent nach, Dialog Semiconductor mehr als vier Prozent. Apple notierten vorbörslich rund zwei Prozent schwächer.

Hingegen sorgten die Wachstumsziele von Infineon für das kommende Jahr für Auftrieb. Die Aktien drehten ins Plus und legten bis zu 1,1 Prozent zu.

SOMMERFLIRT 2.0 BEI DEUTSCHE BANK UND COMMERZBANK?



Für Gesprächsstoff sorgten auch Deutsche Bank und Commerzbank. Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner hat einen Medienbericht zurückweisen lassen, wonach er aktiv mit Investoren über die Möglichkeit einer Fusion mit der Commerzbank spricht. "Spekulationen auf einen Zusammenschluss der beiden Banken sind nicht neu", sagte ein Händler. "Das wäre nicht unmöglich, aber doch ein sehr schwieriges Unterfangen." Die Aktien der Commerzbank verloren bis zu 3,3 Prozent, Deutsche Bank bis zu 2,2 Prozent.

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Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters

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ams AG 70,15 0,65% ams AG
Apple Inc. 159,39 -0,09% Apple Inc.
Commerzbank 8,59 0,20% Commerzbank
Deutsche Bank AG 9,49 1,24% Deutsche Bank AG
Deutsche Post AG 29,23 -0,31% Deutsche Post AG
Dialog Semiconductor Plc. 13,92 0,00% Dialog Semiconductor Plc.
Infineon AG 23,11 -2,45% Infineon AG
Outokumpu Oyj 5,29 1,81% Outokumpu Oyj
Salzgitter 39,84 -3,23% Salzgitter
thyssenkrupp AG 21,48 -0,79% thyssenkrupp AG

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