DAX-SCHLUSSBERICHT

Risikofreude der Anleger steigt wieder

Risikofreude der Anleger steigt wieder

WKN: 519000 ISIN: DE0005190003 BMW AG

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24.06.2019 - 19:20
16.05.2019 18:05:41

Die zuletzt milderen Töne bei den globalen Handelsstreitigkeiten haben die Dax (DAX 30)-Anleger am Donnerstag bei Laune gehalten. Der deutsche Leitindex knüpfte mit einem...

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die zuletzt milderen Töne bei den globalen Handelsstreitigkeiten haben die Dax (DAX 30)-Anleger am Donnerstag bei Laune gehalten. Der deutsche Leitindex knüpfte mit einem Aufschlag von 1,74 Prozent an seine Rally vom Vortag an - und schloss mit 12 310,37 Punkten auf dem höchsten Stand des Tages. Nach einem schwächeren Start hatte er es gegen Mittag aus dem Tal geschafft und seine Gewinne später mit den ebenfalls festeren US-Börsen deutlich ausgebaut. Der MDAX schaffte es vor diesem Hintergrund mit 1,65 Prozent ins Plus auf 25 982,58 Punkte.

Anleger wurden weiter ermutigt davon, dass die Entscheidung über höhere US-Zölle auf Autoimporte angeblich um bis zu sechs Monate verschoben werden soll. "Ganz offenkundig scheut Donald Trump den Handelskrieg an zwei Fronten", kommentierte dies Analyst Tobias Basse von der NordLB. Wie er ergänzte, lasse das sich abzeichnende neue Timing die Vermutung zu, dass der US-Präsident im Konflikt mit Peking bis dahin auf eine recht zügige Einigung hoffe. Dies spreche für mehr Risikofreude bei den Investoren, so Basse.

Für die Charttechnik-Experten des Börsenstatistik-Magazins Index Radar scheint sich die positive Tendenz der Vormonate beim Dax derzeit wieder durchzusetzen. Plötzlich fehlen dem deutschen Leitindex, der zu Wochenbeginn unter 11 900 Punkten noch auf den tiefsten Stand seit Anfang April gefallen war, nur noch 150 Zähler auf den höchsten Stand seit September 2018. Damals war er bei gut 12 460 Punkten ins Stocken geraten und später nach unten abgedreht.

Im Automobilsektor ließen es die Anleger aber erst einmal ruhiger angehen, nachdem die Branchenwerte am Vortag von der Spekulation über die erst spätere Zollentscheidung besonders deutlich profitiert hatten. Daimler, Volkswagen (Volkswagen (VW) vz) und BMW gaben um bis zu 0,7 Prozent nach. Noch etwas mehr kamen Autozulieferer zurück: Die Dividendenzahlung der Deutschen Post (Deutsche Post) außen vor gelassen, war Continental mit 1,4 Prozent der größte Dax-Verlierer.

Eine Stütze für den Index waren die seit Tagen schon schwankungsreichen Aktien von thyssenkrupp mit einem Satz nach oben um mehr als 9 Prozent. Nach dem Kursfeuerwerk vom vergangenen Freitag wegen einer strategische Kehrtwende und zuletzt drei verlustreichen Tagen ging es für die Aktien nun wieder aufwärts, nachdem ein Bericht über angebliches Interesse des finnischen Kone-Konzerns an der Aufzugsparte die Runde gemacht hatte.

Im MDAX sorgte die Spekulation über einen möglichen Bieter am Donnerstag für eine Erholung bei den Aktien von OSRAM. Am Vortag waren sie noch auf den tiefsten Stand seit 2014 gefallen, nun ging es um 5,3 Prozent nach oben. Die Spekulation drehte sich um die Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle, mit denen derzeit bekannterweise Gespräche laufen.

In der zweiten und dritten Börsenreihe zogen die Zahlen des Medienkonzerns RTL, des Online-Tierbedarfhändlers zooplus, des Saatgutzüchters KWS Saat (KWS SAAT SE) und des Einkaufszentren-Betreibers Deutsche Euroshop mit Kursgewinnen zwischen 0,2 und 1,6 Prozent durchaus positive Reaktionen nach sich, ohne dass die Kursbewegungen aber größere Aufreger waren.

An den europäischen Börsen war das Bild am Ende ähnlich positiv wie beim Dax. Der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) als Leitindex der Eurozone legte am Ende um 1,56 Prozent auf 3438,56 Punkte zu. An den Länderbörsen legte der CAC 40 in Paris um 1,4 und der FTSE 100 in London um 0,8 Prozent zu. In New York stand der Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) zum Handelsschluss in Europa mit etwa 1 Prozent im Plus.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,17 Prozent am Vortag auf minus 0,18 Prozent. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) stieg um 0,02 Prozent auf 143,60 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,07 Prozent auf 166,90 Zähler nach.

Der Eurokurs gab nach, die Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,1177 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor noch auf 1,1203 (Mittwoch: 1,1183) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8926 (0,8942) Euro gekostet./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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Bain Capital 16,37 0,52% Bain Capital
BMW AG 63,55 -1,37% BMW AG
Continental AG 128,00 -1,49% Continental AG
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Deutsche Euroshop AG 24,68 0,49% Deutsche Euroshop AG
Deutsche Post AG 28,29 -0,77% Deutsche Post AG
KWS SAAT SE 64,80 -0,15% KWS SAAT SE
RTL S.A. 44,10 -1,69% RTL S.A.
thyssenkrupp AG 11,82 -1,54% thyssenkrupp AG
Volkswagen (VW) AG Vz. 146,96 0,00% Volkswagen (VW) AG Vz.
zooplus AG 119,60 -2,45% zooplus AG

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CAC 40 5.521,71
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EURO STOXX 373,95
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REX Gesamt Kursindex 144,70
0,03%
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