DAX-CHARTANALYSE

Spektakulärer Endspurt

Spektakulärer Endspurt
30.12.2013 08:32:12

Zuerst ließ sich der Markt für den Start in die Jahresendrally viel Zeit - doch dann kam sie dafür umso schwungvoller.

von Andreas Büchler




Intradaychart auf Stundenbasis und Analyse

Anhand historischer Daten haben wir Mitte Dezember ermittelt, dass der DAX in den letzten beiden Handelswochen eines Jahres und der ersten Januarwoche in acht von zehn Fällen steigt. Befindet sich der Index - wie aktuell der Fall - über der 200-Tage-Linie und damit in einem langfristigen Aufwärtstrend, steigt die Trefferquote sogar auf 90 Prozent. Und tatsächlich: Pünktlich zur Monatsmitte starteten die Kurse durch.

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Inzwischen ist der Index von dem Zwischentief zur Monatsmitte um rund 600 Punkte gestiegen, eine beeindruckende Performance. Insbesondere wenn man berücksichtigt, dass während der ruhigen Phase zum Jahresende die meisten institutionellen Anleger - und damit die Großeinkäufer - ihre Orderbücher bereits geschlossen haben.

Dem entsprechend ist der Kursanstieg des DAX auch nicht von großen Umsätzen begleitet. Ob sich der Index auch im neuen Jahr noch auf dem aktuellen Niveau behauptet, wenn alle Anleger aus den Winterferien zurück sind, muss sich noch zeigen. Fakt ist aber, dass die Trends von kurz- bis langfristig positiv sind, der Weg nach oben ist frei.

Orientierung bieten die bereits in vergangenen Analysen mehrfach angesprochenen Regressionskanäle, die wir grün in den Charts auf allen Zeitebenen eingezeichnet haben. Sie messen das durchschnittliche Anstiegstempo des DAX und die bisherigen maximalen Abweichungen von dieser mittleren Steigungsgeschwindigkeit. Damit lassen sich gut voraussichtliche Wendepunkte schätzen.

Im Stundenchart ist bereits zwischen 9570 und rund 9640 Zählern die Obergrenze des Kurskorridors erreicht, der seit Juni Tempo und Richtung für den DAX vorgibt. Die stärksten Rallys während dieses Trends haben wir mit blauen Kästen markiert, aktuell bleibt nach dieser Messung ebenfalls nicht mehr allzu viel Spielraum nach oben. Es könnte sich daher lohnen, über (Teil-)Gewinnmitnahmen nachzudenken - zumal auch im Tageschart (Seite 2) bald der obere Rand des Trendkanals erreicht ist.

Nachteil der schnellen Kurssprünge: Die erste Unterstützung ist etwas weiter in die Ferne gerückt, der Index hatte keine Zeit bei den steilen Aufwärtsschüben der vergangenen Handelstage noch Haltezonen auszubilden. Erst die 21-Tage-Linie bei rund 9250 Punkten dürfte wieder verstärkt Käufer anziehen, darüber sind allenfalls bei 9355 und 9410/30 Zählern zwei Kursbereiche im Fünf-Minuten-Chart erkennbar, die das Zeug zu einer Unterstützung haben, sich aber erst noch beweisen müssen.

Zum Jahresabschluss wird es auch Zeit, die Leistung des DAX zu bewerten - auch wenn der letzte Handelstag noch bevor steht, und sich dadurch noch kleine Veränderungen ergeben können: Die Tabelle mit den jährlichen Kursveränderungen des Index zeigt ein Plus von rund 26 Prozent - die drittbeste Kursentwicklung in den vergangenen zehn Jahren, fast so gut wie 2012 und 2005. Was die Tabelle nicht zeigt: Die meisten Gewinne sind - wie schon im vergangenen Jahr - im dritten und vierten Quartal angefallen. Vor allem ein Punkt macht das ablaufende Börsenjahr aber besonders: Der September, sonst der schlechteste Börsenmonat, führte dieses Jahr zum größten Monatsgewinn mit mehr als sechs Prozent. Zurück berechnet auf die vergangenen 40 Jahre kam das beim DAX erst einmal vor, und zwar 1984. Im Folgejahr startete der Deutsche Aktienindex zu einer spektakulären Rally von mehr als 60 Prozent - bleibt abzuwarten, ob es diesmal auch wieder so kommt.

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