DAX-SCHLUSSBERICHT

US-Börsen stützen Dax vor Brexit-Abstimmung

US-Börsen stützen Dax vor Brexit-Abstimmung
15.01.2019 18:18:41

Nach einem schwungvollen Start am Dienstag hat der Dax (DAX 30) am Ende nur einen kleinen Teil seiner Gewinne retten können. Zu verdanken hat er den zum Handelsschluss...

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einem schwungvollen Start am Dienstag hat der Dax (DAX 30) am Ende nur einen kleinen Teil seiner Gewinne retten können. Zu verdanken hat er den zum Handelsschluss verbliebenen Aufschlag von 0,33 Prozent auf 10 891,79 Punkte vor allem der Wall Street. Sie diente dem deutschen Leitindex mal wieder als Zugpferd, nachdem es hierzulande am Nachmittag sogar abwärts gegangen war.

Am Morgen noch hatte die Aussicht auf Steuersenkungen in China den Dax wieder bis fast an die runde Marke von 11 000 Punkten geführt. Dort liegt allerdings eine wichtige charttechnische Hürde. Diese, zusammen mit der am Abend anstehenden Abstimmung über das Brexit-Abkommen im britischen Parlament, hatte zeitweise wieder Verluste ausgelöst.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDAX rückte am Dienstag um 0,29 Prozent auf 22 637,99 Punkte vor. Europaweit sah es ähnlich aus: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) stieg um 0,42 Prozent auf 3068,05 Punkte und auch in Paris und London wurden moderate Gewinne verbucht. In den USA gewann der Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) zum Handelsschluss in Europa 0,5 Prozent. Die technologielastigen Nasdaq-Börsen legten sogar um etwa 1,5 Prozent zu.

Mit Blick auf Großbritannien vermuten Marktbeobachter, dass das zwischen Premierministerin Theresa May und Brüssel ausgehandelte Brexit-Abkommen keine Parlamentsmehrheit finden wird. Sollte dies so kommen, drohe eine Verlängerung der Brexit-Krise, erwartet Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. "Die dann andauernde Unsicherheit dürfte die europäischen Börsen zur Wochenmitte wieder entsprechend negativ beeinflussen."

Unter den Einzelwerten zogen im Dax vor allem die Aktien der Deutschen Post (Deutsche Post) mit einer Berg- und Talfahrt Aufmerksamkeit auf sich. Letztlich büßten die Papiere des Logistikkonzerns 2,0 Prozent ein. Eine vom 1. April an wahrscheinliche Briefporto-Erhöhung war der Auslöser. Sie hatte zunächst beflügelt, bis dann Details zu der von der Bundesnetzagentur bewilligten Höhe bekannt wurden. Der Erhöhungsspielraum bei Briefen liegt demnach bei etwas unter 5 Prozent. Das Briefporto darf von derzeit 70 Cent daher auf maximal 73,36 Cent steigen. Die Post, die nun ohne zusätzliche Kostensenkungen ihre Unternehmensziele in Gefahr sieht, hatte mit 80 Cent pro Brief gerechnet.

Zweitschwächster Dax-Wert waren die Papiere der Lufthansa mit minus 1,8 Prozent. Eine negative Studie der Deutschen Bank setzte ihnen zu, nachdem sie am Vortag nach Aussagen zur Treibstoffkosten-Entwicklung noch um etwas mehr als ein Prozent zugelegt hatten. Die Deutsche-Bank-Analysten verwiesen als Belastung für den gesamten Transportsektor vor allem auf den konjunkturellen Abschwung, die Zollstreitigkeiten und den Brexit.

Die Deutsche Bank rückte erneut wegen eines Quartalsberichts aus der US-Bankenbranche in den Fokus und legte nach anfänglichen Verlusten um 0,3 Prozent zu. Nach der Citigroup am Vortag gab nun JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) Negatives, aber auch Erfreuliches bekannt. So enttäuschte zwar auch JPMorgan mit der Handelsentwicklung bei Anleihen, Währungen und Rohstoffen im vierten Quartal, meldete zugleich aber auch einen Rekordgewinn.

Zu den Spitzenwerten im SDAX zählten nach einer Kaufempfehlung des Bankhauses Lampe die Aktien des Technologiekonzerns JENOPTIK. Sie gewannen 8,6 Prozent. Dagegen büßten die Papiere der DBAG (Deutsche Beteiligungs) wegen besorgter Äußerungen der Beteiligungsgesellschaft zur Gewinnentwicklung 10 Prozent ein.

Am deutschen Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,07 Prozent am Vortag auf 0,06 Prozent. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) stieg um 0,03 Prozent auf 142,52 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,15 Prozent auf 164,83 Punkte vor. Der Euro wurde am frühen Abend mit 1,1393 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1424 (Montag: 1,1467) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8754 (0,8721) Euro./ck/fba

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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