DAX-MARKTBERICHT

Zinssenkungsfantasie hilft DAX - Ölpreis zieht an

Zinssenkungsfantasie hilft DAX - Ölpreis zieht an

WKN: 508903 ISIN: DE0005089031 United Internet AG

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15.07.2019 - 18:35
13.06.2019 14:10:00

In der Hoffnung auf einen Schub für die Weltwirtschaft durch US-Zinssenkungen decken sich Anleger mit Aktien ein. Dax und EuroStoxx50 legten am Donnerstag jeweils etwa ein halbes Prozent auf 12.180 und 3394 Punkte zu. Parallel dazu schürte ein mutmaßlicher Angriff auf zwei Öltanker Ängste vor Liefer-Ausfällen. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um bis zu 4,5 Prozent auf 62,64 Dollar je Barrel (159 Liter) - so stark wie zuletzt vor einem halben Jahr.

Im Golf von Oman, durch den wichtige Tanker-Routen führen, gerieten zwei Schiffe nach mutmaßlichen Angriffen in Brand. Solche Vorfälle machten Anleger stets nervös, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Größere Angebotsengpässe seien aber nicht zu erwarten. Die USA pumpten so viel Rohöl aus dem Boden wie noch nie und die anderen Exportstaaten hätten wegen der Förderbremse Reserve-Kapazitäten. Im Windschatten der Preisrally bei Brent & Co. gewannen die Aktien von Ölkonzernen wie BP und Shell bis zu 0,5 Prozent.

FED-SITZUNG WIRFT SCHATTEN VORAUS

Angesichts der jüngsten Fed-Schelte von US-Präsident Donald Trump dämpfte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung der amerikanischen Notenbank. "Vermutlich werden Chairman Jerome Powell und seine Kollegen aus genau diesem Grund so lange es geht vermeiden wollen, den Zins zu senken, um nicht den Eindruck des Einknickens vor Trumps Kritik zu erwecken."

Beim Thema Handelsstreit schwanken Börsianer weiter zwischen Hoffen und Bangen: "Sollte das Treffen von Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Hinweise liefern, dass die Welt wirtschaftlich wieder stärker zusammenarbeitet, könnte das im Juli dann wieder einige gute Tage an der Börse bringen", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Markets.com-Experte Wilson erwartet dagegen vom Gipfel der Staats- und Regierungschefs der 20 größten Industriestaaten und Schwellenländer (G20) Ende Juni bestenfalls ein Händeschütteln der beiden Präsidenten vor den Kameras.

ABSCHLUSS DER 5G-AUTKION BEFLÜGELT TELEKOM-FIRMEN

Am deutschen Aktienmarkt sorgten die Titel von 1&1 Drillisch mit einem Kursplus von zeitweise 16,5 Prozent für Furore. Das ist der größte Kurssprung seit siebeneinhalb Jahren. Das Unternehmen habe bei der Auktion des Bundes ausreichend Mobilfunk-Frequenzen erworben, um zu einem Netzbetreiber aufzusteigen, schrieb Analyst Simon Bentlage vom Bankhaus Hauck & Aufhäuser. Damit habe es die Chance, am künftigen Wachstum der Branche teilzuhaben. Die Titel der Drillisch-Mutter United Internet gewannen 3,9 Prozent. Die Papiere von Deutsche Telekom und Telefonica Deutschland gewannen bis zu 2,4 Prozent. Anleger seien erleichtert, dass die Auktion der neuen 5G-Mobilfunkfrequenzen endlich abgeschlossen sei, auch wenn die Telekom-Konzerne mit insgesamt 6,5 Milliarden Euro mehr zahlen mussten als gedacht, sagte ein Börsianer.

In London kletterten die Aktien von Ferguson zeitweise um knapp elf Prozent auf ein Acht-Monats-Hoch von 5876 Pence. Auslöser der Rally war der Einstieg des aktivistischen Investors Trian beim britischen Sanitärprodukte-Hersteller. Trian ist bekannt dafür, bei Unternehmen auf Veränderungen zu dringen, die den Aktienwert steigern. Ferguson habe die Mittel, neben dem am Montag angekündigten 500 Millionen Dollar schweren Aktienrückkauf weiteres Geld an seine Eigner auszuschütten, schrieb Analystin Priyal Mulji von der Investmentbank Jefferies.

rtr

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Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters

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1&1 Drillisch AG 30,44 0,00% 1&1 Drillisch AG
Commerzbank 6,44 -1,59% Commerzbank
Deutsche Telekom AG 15,01 -1,51% Deutsche Telekom AG
Shell (Royal Dutch Shell) (A) 28,72 -0,86% Shell (Royal Dutch Shell) (A)
Telefonica Deutschland AG (O2) 2,25 -0,31% Telefonica Deutschland AG (O2)
United Internet AG 28,60 -0,52% United Internet AG

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