DAX-SCHLUSSBERICHT

Zollstreit-Hoffnung kein Dax-Treiber mehr

Zollstreit-Hoffnung kein Dax-Treiber mehr

WKN: KGX887 ISIN: US4972161016 KION GROUP AG Unsponsored American Deposit Receipt Repr 1-4th Sh

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20.03.2019 - 08:16
04.03.2019 18:15:41

Der Dax (DAX 30) hat am Rosenmontag nicht mehr weiter von einer erhofften Annäherung im US-chinesischen Handelsstreit profitiert. Der Leitindex bewegte sich zwar über weite...

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax (DAX 30) hat am Rosenmontag nicht mehr weiter von einer erhofften Annäherung im US-chinesischen Handelsstreit profitiert. Der Leitindex bewegte sich zwar über weite Strecken moderat im Plus, zum Ende hin ging ihm aber mit den immer schwächer tendierenden US-Börsen das letzte bisschen Schwung verloren. Der Dax schloss 0,08 Prozent tiefer bei 11 592,66 Punkten - und damit fast auf Tagestief.

Jüngste Äußerungen aus China und den USA deuten zwar darauf hin, dass eine Lösung des Zollstreits zwischen den bedeutenden Wirtschaftsmächten immer realistischer wird. Börsianern zufolge können lose Absichtserklärungen dem Dax auf dem bereits höchsten Niveau seit November nicht mehr groß nach oben helfen. Laut Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets ist ein positiver Ausgang der Gespräche bereits weitgehend eingepreist.

Der MDAX dagegen verteidigte zum Wochenstart ein moderates Plus. Er ging 0,28 Prozent höher bei 24 727,85 Zählern aus dem Handel. International war das Bild gemischt: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) behauptete sich zwar leicht mit 0,15 Prozent im Plus, während die Börsen in Paris und London mit Gewinnen schlossen. In New York jedoch war der Dow Jones Industrial nach solidem Start mit 0,8 Prozent ins Minus abgerutscht.

Für Gesprächsstoff sorgte am Montag, dass aus Peking von "substanziellen Fortschritten" bei den Gesprächen mit den USA die Rede war. Für Stanzl wäre aber auch eine baldige Lösung des Zollstreits kein Freifahrtschein für weitere Kursgewinne. "Man sollte auch bedenken, dass solche großen Deals in der Vergangenheit aus psychologischer Sicht oft ein Euphorie-Hoch markierten und nicht etwa der Startpunkt einer länger anhaltenden Phase positiver Stimmung waren", sagte der CMC-Markets-Experte.

Ganz oben auf der Einkaufsliste der Anleger standen am Montag Bayer-Papiere (Bayer) mit einem Aufschlag von gut 1,3 Prozent. Die US-Aufsichtsbehörde FDA hatte dem Medikament Sorafenib einen Sonderstatus für Mittel gegen seltene Leiden gewährt. Dieses gilt als Kandidat für die Behandlung von seltenen Desmoid-Weichteiltumoren.

Linde-Papiere (Linde) dagegen knüpften mit einem Minus von 1,89 Prozent an ihre Verluste vor dem Wochenende an. Der Konzern hatte in seiner Neuaufstellung nach der Fusion mit Praxair mit seinem Ausblick für das Jahr enttäuscht. Ähnlich deutlich ging es in einer europaweit getrübten Branchenstimmung für die Lufthansa-Aktien (Lufthansa) nach unten.

Am unteren Ende der Dax-Riege landeten jedoch die Papiere von Fresenius Medical Care (FMC) (Fresenius Medical Care) mit einem Kursverlust von rund 2,2 Prozent. Händler verwiesen hier auf neue Sorgen um das Nordamerika-Geschäft - ausgelöst von einem Medienbericht, wonach die US-Regierung an einem neuen Vergütungsansatz für Dialysepatienten arbeite, der eine kostengünstigere Behandlung zu Hause bevorzugen soll.

An der MDax-Spitze ging es für WACKER CHEMIE und Kion (KION GROUP) jeweils um rund 4,6 Prozent nach oben. Bei Wacker verwiesen Händler auf anziehende Preise für das wichtige Produkt Polysilizium. Beim Gabelstapler-Hersteller Kion wertete Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank einen jüngsten Kursrutsch als "merkwürdig" und bekräftigte am Montag seine Kaufempfehlung für die Papiere.

Im SDax brachen die Papiere von Borussia Dortmund (BVB (Borussia Dortmund)) um mehr als 10 Prozent ein, nachdem der Club am Wochenende in der Fußball-Bundesliga seinen Vorsprung auf den großen Rivalen FC Bayern München einbüßte. Nicht nur bei Fans, sondern auch bei den Aktionären war entsprechend Katerstimmung angesagt. Einem Börsianer zufolge ist derzeit im Rennen um die Meisterschaft das Momentum ganz klar beim FC Bayern.

Am deutschen Anleihenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,08 Prozent am Freitag auf 0,07 Prozent. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) stieg um 0,01 Prozent auf 141,88 Punkte. Der Bund-Future legte 0,3 Prozent auf 165,64 Punkte zu. Der Euro wurde zuletzt zu 1,1330 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1337 (Freitag: 1,1383) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8821 (0,8785) Euro./tih/stk

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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