DAX-SCHLUSSBERICHT

Zurückhaltung vor der US-Zinsentscheidung

 Zurückhaltung vor der US-Zinsentscheidung
30.10.2019 18:08:42

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger sind am Mittwoch angesichts zahlreicher Quartalsberichte und vor wichtigen geldpolitischen Signalen der US-Notenbank vorsichtig geblieben. Immerhin ist der Dax (DAX 30) seit Anfang des Monats Oktober wieder stark nach oben gelaufen. Erst am Montag hatte er ein weiteres Hoch seit Juni 2018 erreicht und sich dann stabil gezeigt. Zur Wochenmitte nun gab der deutsche Leitindex moderat um 0,23 Prozent auf 12 910,23 Punkte nach. Der MDAX für mittelgroße Werte legte zugleich um 0,35 Prozent auf 26 392,56 Punkte zu.

Eine Leitzinssenkung an diesem Mittwochabend um 0,25 Prozent ist Marktbeobachtern zufolge bereits eingepreist und sollte deshalb am Donnerstag zu keinen größeren Reaktionen an den Aktienmärkten führen. Gehofft wird indes auf Signale der Fed für einen nächsten Schritt, um eine drohende Wachstumsdelle der US-Wirtschaft zu verhindern. Diese Hoffnung könnte Marktexperten zufolge enttäuscht werden.

Unternehmensseitig war auf dem heimischen Aktienmarkt jede Menge los: Mit der Deutschen Bank (Deutsche Bank), Bayer und Volkswagen (Volkswagen (VW) vz) legten allein drei Unternehmen aus dem Dax ihre Quartalsbilanzen vor. Zahlreiche Berichte aus der zweiten und dritten Börsenreihe kamen hinzu.

Die Deutsche Bank verbuchte wegen ihres teuren Konzernumbaus auch für das dritte Quartal herbe Verluste. Sie waren höher als befürchtet ausgefallen, was von Anlegern mit Verkäufen der Aktie quittiert wurde. Sie büßten am Dax-Ende 7,9 Prozent ein. Auch die Quartalsresultate der im SDAX notierten Fondstochter DWS (DWS Group GmbHCo) waren mit Ausnahme der Nettomittelzuflüsse hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Sie gaben um 1,4 Prozent nach.

Dagegen zählten die Anteilsscheine von Bayer nach bekräftigten Jahresprognosen mit einem Kursanstieg von 2,1 Prozent zu den Favoriten im Leitindex. Laut Analyst Markus Mayer von der Baader Bank hatten einige Investoren nach dem eher schwachen zweiten Quartal im Agrargeschäft eine Senkung der Ziele für 2019 befürchtet. Der deutliche Anstieg der Glyphosat-Klagen in den USA überraschte nicht. Anwälte hatten zuletzt noch einmal kräftig die Werbetrommel gerührt, um Mandanten für Sammelklagen zu gewinnen.

Dass der weltgrößte Autobauer VW bei seinen Finanzzielen vorsichtig blieb, obwohl er starke Ergebnisse auswies, nahm dessen Aktien den Schwung. Angesichts eines hohen freien Mittelzuflusses legten die Vorzugsaktien aber immerhin um weitere 0,7 Prozent zu. Nach einem Zwischentief vor rund vier Wochen beträgt ihr Kursplus nun rund 20 Prozent.

Am MDax-Ende stachen die Aktien des Leasingspezialisten GRENKE nach Quartalszahlen mit minus 3,6 Prozent heraus. Dicht folgten die Papiere der Commerzbank mit minus 3,4 Prozent. Das Finanzinstitut treibt die Komplettübernahme der Tochter Comdirect (comdirect bank) voran.

Die Vorzugsaktien von Fuchs Petrolub (FUCHS PETROLUB SE Vz) sprangen an der Index-Spitze um fast zehn Prozent hoch. Der Spezialist für Schmierstoffe konkretisiere seine Jahresziele, die er erst im Sommer deutlich gesenkt hatte. Umsatz und operatives Ergebnis (Ebit) werden nun am oberen Ende der Zielspannen erwartet.

Der Blick auf die Börsen in Europa und den USA zeigte kein einheitliches Bild: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) gab um 0,05 Prozent auf 3620,29 Zähler nach, während der französische CAC 40 und der britische FTSE 100 moderat zulegten. In den USA zeigte sich der Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) zum europäischen Handelsschluss nahezu unverändert.

Am deutschen Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei minus 0,36 Prozent. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) sank um 0,02 Prozent auf 144,62 Punkte. Der Bund-Future stieg am frühen Abend um 0,01 Prozent auf 171,06 Punkte. Der Euro stieg auf 1,1122 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1106 (Dienstag: 1,1095) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9004 (0,9013) Euro./ck/fba

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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