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Goldpreis: Die Profis drücken den Verkaufsknopf

Goldpreis: Die Profis drücken den Verkaufsknopf
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22.03.2018 01:40:00

Große Terminspekulanten haben laut Commitments of Traders-Report der US-Aufsichtsbehörde CFTC in der Woche zum 13. März Gold-Futures kräftig verkauft. Von Jörg Bernhard



Mit großer Aufmerksamkeit verfolgen die Akteure an den Goldmärkten regelmäßig den von der US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) veröffentlichten Stimmungsbericht über die aktuelle Lage an den Terminmärkten. Der sogenannte Commitments of Traders-Report zeigt zum Beispiel auf, wie sich auf Wochensicht das allgemeine Interesse an Gold-Futures entwickelt hat. Ablesbar wird dies durch die Anzahl offener Kontrakte (Open Interest), wobei einem Future (zumindest auf dem Papier) der Gegenwert von 100 Feinunzen Gold zugrunde liegt. Besonders aussagekräftig wird das Update für Investoren aber vor allem dadurch, dass man sich über konkrete Stimmungen diverser Gruppen von Marktakteuren informieren und entsprechend interpretieren kann. So zeigt der Marktbericht beispielsweise auf, wie sich innerhalb einer Woche die Transaktionen der kommerziellen Branchenangehörigen (Commercials), Großspekulanten (Non-Commercials) und Kleinspekulanten (Non-Reportables) entwickelt haben. Daraus lässt sich dann ableiten, wer optimistischer, wer skeptischer und wer pessimistischer geworden ist.



Obwohl sich der Disput zwischen Russland und dem Westen deutlich verschlimmert hat, ging es mit dem Goldpreis auf Wochensicht um 0,8 Prozent bergab. Bei der Anzahl offener Kontrakte (Open Interest), an der sich das allgemeine Interesse an Gold-Futures ablesen lässt, war hingegen ein markanter Zuwachs von 508.100 auf 526.800 Kontrakte (+3,7 Prozent) zu beobachten. Zugleich sind die spekulativen Marktakteure jedoch spürbar skeptischer geworden. Bei der kumulierten Netto-Long-Position (Optimismus überwiegt) großer und kleiner Terminspekulanten schlug sich dies in einem Rückgang von 204.900 auf 188.800 Futures (-7,6 Prozent) nieder.


Unter großen Terminspekulanten war die Skepsis besonders stark ausgeprägt. Deren Netto-Long-Position ermäßigte sich nämlich innerhalb einer Woche von 183.800 auf 167.900 Kontrakte (-8,7 Prozent), während bei kleinen Terminspekulanten im selben Zeitraum lediglich ein marginales Minus von 21.100 auf 20.900 Futures (-1,0 Prozent) registriert worden war. Fazit: Der Glaube an die Attraktivität von Aktien und steigende Zinsen scheint gegenwärtig größer zu sein als der Bedarf an Krisenschutz.

Auf Seite 2: Steigende US-Leitzinsen voraus

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Bildquelle: 123RF

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