Corona-Infektionen unter den Mitarbeitern haben in den USA ein gutes Dutzend Fleischverarbeitungsfabriken lahmgelegt. Konzerne wie Tyson Foods, die US-Sparte von JBS, Cargill, Hormel oder Smithfields Food mussten dem "Wall Street Journal" zufolge Schlachthöfe und Weiterverarbeitungsstätten vorübergehend schließen, die sonst Supermärkte täglich mit Zehntausenden Rindern, Schweinen und Hühnern beliefern.

Die Produktion von Rind- und Schweinefleisch fiel um mehr als 20 Prozent, die von Geflügel um etwa zehn Prozent. Der US-Bundesstaat Iowa setzt rund 1.000 Mitglieder der Nationalgarde ein, um Mitarbeiter von Fleischproduzenten auf eine Infektion zu testen.

Angebot schrumpft
Obwohl die Nachfrage seitens der Gastronomie eingebrochen ist und Kapazitäten freigesetzt haben dürfte, machen sich die Standortschließungen im Supermarktangebot bemerkbar. Denn gleichzeitig kaufen die Kunden verstärkt Fleisch, teilweise mit dem Ziel, Vorräte in der Gefriertruhe anzulegen. Die Großhandelspreise für Schwein und besonders Rind haben daher spürbar angezogen.

Die Landwirte haben durch die Verknappung jedoch bisher keine Vorteile. Im Gegenteil, wo nicht geschlachtet werden kann, werden sie ihre - häufig auf bestimmte Termine hin gemästeten - Tiere nicht los. US-Zeitungen berichten von Notschlachtungen auf den Höfen, nach denen das Fleisch entsorgt werden musste. Die Rohstoff-Futures für Rind- und Schweinefleisch entwickelten sich zuletzt volatil.

Die Lage hat sich in den vergangenen Tagen so verschärft, dass US-Präsident Trump die Schlachthöfe per Dekret öffnen lassen will, egal wie stark ein Standort von Infektionen betroffen ist oder ob die Fleischkonzerne beispielsweise schon Plexiglas-Trennscheiben zum Schutz der Arbeiter installiert haben.

Chance für Fleischersatz


Von der Entwicklung profitieren könnte jedoch der Fleischersatzhersteller Beyond Meat (ISIN: US 088 62E 109 1). Von dem Konzern, der Produkte wie Burger-Patties oder Würstchen auf Pflanzenbasis herstellt, sind bisher keine Produktionsunterbrechungen bekannt. Wenn Kunden aufgrund des ausgedünnten Fleischangebots und steigenden Endverbraucherpreisen zur Beyond-Meat-Alternative greifen, könnten sie auf den Geschmack kommen.

Die Aktie profitiert auch vom internationalen Expansionskurs des Konzerns. Verschiedene Gerichte mit Beyond Meats Hackfleischersatz sollen über Starbucks-Filialen erstmals in China verkauft werden. Das Land gilt als riesiger Wachstumsmarkt für Fleischalternativen, schon Ende 2020 will Beyond Meat auch dort produzieren lassen.