Das allgemeine Interesse an Gold-Futures stieg ebenfalls. So hat sich die Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) in der Woche zum 31. Dezember von 748.700 auf 786.200 Kontrakte (+5,0 Prozent) erhöht. Mit dem neuen Allzeithoch hat sich der Open Interest innerhalb von vier Wochen um fast 100.000 Kontrakte erhöht. Dabei überwog sowohl unter den großen als auch unter den kleinen Terminspekulanten ganz klar die Kauflaune. Bei der kumulierten Netto-Long-Position (Optimismus überwiegt) großer und kleiner Terminspekulanten schlug sich dies in einem Anstieg von 340.400 auf 366.500 Kontrakte (+7,7 Prozent) nieder. Dies stellte übrigens den stärksten Optimismus seit Mitte 2016 dar.

Große Terminspekulanten (Non-Commercials) haben im Berichtszeitraum ihre Long-Seite um 17.300 Futures erhöht und zugleich ihr Short-Engagement um fast 5.000 Futures zurückgefahren. Dadurch erhöhte sich deren Netto-Long-Position von 305.650 auf 327.900 Futures (+7,3 Prozent) recht deutlich. Deutlich optimistischer sind aber auch kleine Terminspekulanten (Non-Reportables) geworden. Abzulesen ist dies an der von 34.700 auf 38.600 Kontrakte (+11,2 Prozent) gestiegenen Netto-Long-Position. Derzeit kann man den Terminmärkten vor allem eines attestieren: eine stark ausgeprägte Fluchtbewegung in Gold.

Goldpreis erzielt neues Rekordhoch in Euro


Die US-Militärschläge gegen schiitische Milizen im Irak haben dem gelben Edelmetall einen fulminanten Jahresauftakt beschert. Mittlerweile kassierte der Krisenschutz das vor vier Monaten markierte Euro-Rekordhoch. Am gestrigen Montag wurde die neue Bestmarke bei fast 1.423 Euro erzielt. Damit setzte sich die Jahresendrally in beschleunigter Form fort. Im vergangenen Jahr gab es nicht nur in Europa, sondern auch in Nordamerika massive ETF-Käufe zu beobachten. Diese Form des Goldinvestments ist vor allem bei institutionellen Investoren sehr beliebt. So verzeichnete zum Beispiel die börsengehandelte Inhaberschuldverschreibung Xetra-Gold (ISIN: DE000A0S9GB0) im Jahr 2019 Nettozuflüsse in Höhe von 21,7 Tonnen auf 203,2 Tonnen. Damit beläuft sich das verwaltete Vermögen von Xetra-Gold aktuell auf 8,8 Mrd. Euro. Innerhalb Europas gilt es damit als das beliebteste Wertpapier mit physisch hinterlegtem Gold. Doch jenseits des Atlantiks erfuhr der SPDR Gold Shares, der "gewichtigste" Gold-ETF der Welt, einen erheblich stärkeren Zuspruch. Dessen gehaltene Goldmenge hat sich nämlich innerhalb eines Jahres von 787,67 auf 893,25 Tonnen (plus 105,58 Tonnen) deutlich stärker erhöht.

Auf Dollarbasis kletterte der Goldpreis am gestrigen Montag auf den höchsten Wert seit fast sieben Jahren. Aus charttechnischer Sicht brach das gelbe Edelmetall damit aus der Mini-Widerstandszone nach oben aus. Nun wartet die nächste bedeutende charttechnische Hürde im Bereich von 1.600 Dollar. Die im Rohstoffsektor besonders angesehene US-Investmentbank Goldman Sachs sieht das diesjährige Kursziel für Gold übrigens bei 1.600 Dollar. Timingindikatoren wie der Relative-Stärke-Index (aktuell: 75 Prozent) zeigen derzeit zwar eine eindeutig überkaufte Lage an, seit Ende 2018 erwiesen sich sämtliche RSI-Verkaufssignale allerdings stets als "Bärenfallen". Die zahlreichen geopolitischen Krisenherde rund um den Globus dürften in den kommenden Monaten für die internationalen Finanzmärkte ein ständiger Begleiter bleiben und einen massiven Preissturz bei Gold eher unwahrscheinlich erscheinen lassen.