EDELMETALL-REPORT

Goldpreis: Anhaltender Optimismus unter Terminmarktprofis

Goldpreis: Anhaltender Optimismus unter Terminmarktprofis
16.12.2020 06:47:00

Laut aktuellem Commitments of Traders-Report der US-Aufsichtsbehörde CFTC kletterte der Optimismus der spekulativen Marktakteure auf den höchsten Stand seit viereinhalb Monaten. Von Jörg Bernhard

Bergauf ging es in der Woche zum 8. Dezember aber auch mit dem allgemeinen Interesse an Gold-Futures. So war bei der Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) innerhalb einer Woche ein Anstieg von 538.000 auf 549.500 Futures (+2,1 Prozent) registriert worden. Während Großspekulanten (Non-Commercials) zum zweiten Mal in Folge zuversichtlicher wurden, wuchs unter den Kleinspekulanten (Non-Reportables) zum sechsten Mal in Folge die Skepsis. Bei der kumulierten Netto-Long-Position (Optimismus überwiegt) großer und kleiner Terminspekulanten stellte sich im Berichtszeitraum ein Plus von 293.300 auf 300.700 Kontrakte (+2,5 Prozent) ein.

Weil große Terminspekulanten ihr Long-Exposure (plus 13.900 Futures) stärker aufgestockt haben als ihr Short-Engagement (plus 5.000 Kontrakte), hat sich deren Netto-Long-Position von 260.300 auf 269.200 Futures (+3,4 Prozent) signifikant erhöht. Dies stellt den höchsten Wert seit Ausbruch der Corona-Krise im März dar. Keine gute Laune herrscht mittlerweile seit sechs Wochen unter kleinen Terminspekulanten. Sie haben nämlich ihre Netto-Long-Position von 32.950 auf 31.500 Futures (-4,4 Prozent) zurückgefahren.

Trotz starker Aktienmärkte vertrauen aber weiterhin viele institutionelle Investoren auf Gold. Obwohl ein dringend benötigtes Konjunkturpaket der US-Regierung weiter auf sich warten lässt, blieb nennenswerter Verkaufsdruck beim altbewährten Vermögensschutz bislang aus. Auf lange Sicht bleibt Gold ein absolutes Must-have-Investment.

WGC meldet kräftige ETF-Abflüsse


In den vergangenen Monaten verzeichnete der Goldpreis eine kräftige technische Korrektur. Verantwortlich hierfür waren vor allem ETF-Investoren. Laut aktuellen Daten des World Gold Council übertrafen Im November die Abflüsse erstmals seit zwölf Monaten die Zuflüsse. Per Saldo sanken die gehaltenen Goldmengen um 107,1 Tonnen. Dies stellte das stärkste Minus seit vier Jahren dar. Der Löwenanteil der jüngsten Abflüsse war bei nordamerikanischen (-62,3 Tonnen) bzw. europäischen ETFs (-42,4 Tonnen) registriert worden. Während der weltgrößte Gold-ETF SPDR Gold Shares eine Goldmenge von 62,9 Tonnen verloren hat, büßte Deutschlands Nummer Eins Xetra-Gold lediglich 0,1 Tonnen ein. Offensichtlich blicken US-Anleger trotz desolater Corona-Lage wesentlich optimistischer in die Zukunft als deutsche Investoren. Mit ETF-Zuflüssen von insgesamt 916,2 Tonnen dürfte das Jahr 2020 dennoch ein neues Rekordjahr werden, schließlich wird das alte Allzeithoch (2009: 646,1 Tonnen) höchstwahrscheinlich deutlich übertroffen.

Unter charttechnischen Gesichtspunkten kann man dem Goldpreis seit August einen leichten Abwärtstrendkanal attestieren. Als positiver Begleitumstand ist allerdings die Tatsache zu werten, dass das gelbe Edelmetall zum einen über seiner langfristigen 200-Tage-Linie notiert und sich zum anderen über der im Bereich von 1.800 Dollar angesiedelten Unterstützungszone hält. Sollten beide Marken unterschritten werden, würde dies eine erhebliche Eintrübung der charttechnischen Lage mit sich bringen. Um den leichten Abwärtstrend zu brechen und damit ein Kaufsignal auszulösen, müsste der Goldpreis deutlich über 1.900 Dollar ansteigen. Die aktuelle technische Korrektur kann weiterhin als "gesund" angesehen werden, schließlich kletterte der Goldpreis in etwas mehr als zwei Jahren von 1.170 auf in der Spitze 2.064 Dollar. Ein bisschen Atemholen sei hier durchaus gestattet. Analysten der Commerzbank haben übrigens in der vergangenen Woche ihren Ausblick für 2021 veröffentlicht und für Mitte nächsten Jahres eine Rückkehr über die 2.000-Dollar-Marke und für Ende 2021 ein Kursziel von 2.100 Dollar in Aussicht gestellt.

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