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Goldpreis: Die Profis verkaufen zum Jahresstart

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21.02.2019 - 19:25
15.02.2019 04:30:00

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World Gold Council meldet höhere Goldnachfrage

Unter nordamerikanischen Investoren hat im Januar die Verunsicherung und Nervosität markant zugenommen. Die vom World Gold Council in der vergangenen Woche veröffentlichten Daten zum globalen ETF-Markt lieferten hierfür den besten Beweis. Insgesamt waren im Januar Zuflüsse in Höhe von 71,9 Tonnen Gold (Dezember: 76,7 Tonnen) verzeichnet worden. Dabei fiel jedoch auf, dass zum Jahresstart das meiste Gold (53,0 Tonnen) in Nordamerika gefragt war, während ein kleinerer Teil (20,2 Tonnen) in Europa landete. Im Monat zuvor war das Kräfteverhältnis genau umgekehrt. Damals generierten nämlich europäische Anleger eine Goldnachfrage von 39,4 Tonnen, während jenseits des Atlantiks 37,3 Tonnen Gold in die diversen ETFs geflossen waren. Damit hat sich die Verunsicherung der dortigen Investoren erheblich verstärkt. Zur Erinnerung: In den Monaten Mai bis September bevorzugten sie Aktien und haben sich von Gold-ETFs im großen Stil getrennt. Während dieser fünf Monate gab es Abflüsse von insgesamt fast 150 Tonnen zu beklagen. Sollte sich dieser Stimmungswechsel (pro Gold) in den kommenden Wochen verstärken, dürfte dies den Goldpreis in deutlich höhere Regionen hieven.

In den vergangenen Handelstagen legte die Krisenwährung allerdings eine Atempause ein. Aus einem einfachen Grund: Die Krisendiskussionen haben nachgelassen und an den Aktienmärkten erholten sich die Kurse zusehends. Aber vor allem der starke Dollar drückte an den Goldmärkten auf die Stimmung. Die negative Korrelation zwischen ihm und Gold scheint derzeit besonders zuverlässig zu funktionieren. Die große Frage lautet allerdings: handelt es sich dabei um eine nachhaltige oder eher temporäre Entwicklung. Sollte es zu zum Beispiel in den USA zu einem erneuten "Shutdown" der Regierungsgeschäfte kommen, dürfte das Interesse an Gold tendenziell zunehmen. Auf lange Sicht stellt sich zudem die Frage, ob der Dollar seine Rolle als Weltleitwährung erfüllen kann. Durch Trumps "Rumpelpolitik" dürfte er weltweit an Ansehen zwar eingebüßt haben, echte Konkurrenz braucht er gegenwärtig allerdings noch nicht zu fürchten. Auch Währungen wie der Euro, das Pfund, der Yen oder der chinesische Yuan hinterlassen derzeit keinen robusten Eindruck. Ein Grund mehr statt auf staatlich regulierte Währungen einen Teil des Vermögens in der staatenlosen und global handelbaren Alternativwährung Gold zu "bunkern".

Zum Commitments of Traders-Report:

Einmal pro Woche veröffentlicht die US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) den sogenannten Commitments of Traders-Report (COT) für sämtliche US-Terminbörsen und deren angebotenen Futures. Im wöchentlichen Rhythmus wird unter anderem die Anzahl der offenen Kontrakte (Open Interest) für jeden Basiswert veröffentlicht. Sie bringt zum Ausdruck, wie sich das allgemeine Interesse auf Wochensicht entwickelt hat. < br>
Außerdem zeigt der COT-Report auf Basis der Marktdaten des jeweiligen Dienstags auf, wie sich die Marktpositionen der kommerziellen Branchenvertreter (Commercials) und der spekulativen Marktakteure - aufgeteilt in Großspekulanten (Non-Commercials) und Kleinspekulanten (Non-Reportables) - innerhalb einer Woche verändert haben. Für jede Gruppe von Marktakteuren werden jeweils deren Long- und Short-Positionen aufgeführt. Übertrifft die Long-Seite das Short-Engagement wird von einer Netto-Long-Position gesprochen, die eine mehrheitlich optimistische Markterwartung zum Ausdruck bringt. Im anderen Fall (mehr short als long) handelt es sich um eine Netto-Short-Position, die eine tendenziell pessimistische Markterwartung anzeigt. Besonders aussagekräftig wird das Update für Investoren aber vor allem dadurch, dass man sich über die aktuellen Gemütslagen der verschiedenen Marktakteure detailliert informieren kann. Denn der Bericht zeigt genau auf, wie sich innerhalb einer Woche die Transaktionen der kommerziellen Branchenangehörigen (Commercials), Großspekulanten (Non-Commercials) und Kleinspekulanten (Non-Reportables) verändert haben. Daraus lässt sich dann ableiten, wer optimistischer, wer skeptischer oder wer pessimistischer geworden ist. Für die Aktivitäten der spekulativen Marktakteure interessieren sich die Marktbeobachter normalerweise besonders stark, da ihr Handeln vor allem auf das Erzielen möglichst hoher Gewinne ausgerichtet ist und daher einen starken Einfluss auf die Preisentwicklung und das Marktsentiment ausüben kann.

Zum Autor:

Jörg Bernhard ist freier Journalist und hat sich in den vergangenen Jahren auf Zertifikate-, Rohstoff- und Edelmetallinvestments spezialisiert.


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Bildquelle: Degussa Goldhandel GmbH

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