BO-EXPERTEN-UMFRAGE

Goldpreis-Entwicklung - Was die Experten für 2018 erwarten, Teil 1

Goldpreis-Entwicklung - Was die Experten für 2018 erwarten, Teil 1

WKN: A0LC2G ISIN: GB00B188SR50 International Public Partnerships Ltd

01.02.2018 14:00:00

Der Goldpreis hat auf Dollar-Basis 2017 zwar zugelegt. Aber in Euro gerechnet, ist das Edelmetall knapp in die roten Zahlen gerutscht. Nun fragen sich viele Anleger: Wie geht es mit Gold 2018 weiter? Im ersten Teil der großen BO-Experten-Umfrage erklären Philipp Vorndran (Flossbach von Storch), Dora Borbély (Dekabank) und Thorsten Polleit (Degussa), wie viel Gold ins Depot gehört, wo sie die größten Risiken sehen und was sie dem Edelmetall im nächsten Jahr zutrauen. Von Thomas Schmidtutz



Philipp Vorndran, Kapitalmarktstratege bei Flossbach von Storch: Langfristig dürfte der Goldpreis weiter steigen




Philipp Vorndran, Vermögensverwaltung Flossbach von Storch AG


Der Goldpreis hat 2017 auf Dollar-Basis rund zehn Prozent gewonnen. Damit hat sich das Edelmetall im abgelaufenen Jahr einigermaßen ordentlich geschlagen. Wie erklären Sie sich diese Entwicklung?

Philipp Vorndran: Ein Großteil fällt auf die US-Dollarschwäche zurück. Aus Sicht eines Euro-Anlegers hat sich unter dem Strich also gar nicht so viel getan.


Die US-Notenbank steht vor einem Führungswechsel. Voraussichtlich im Februar wird Jerome Powell an die Fed-Spitze rücken. Powell hat bei einer Anhörung vor dem Banken-Ausschuss des Senats Ende November bereits durchblicken lassen, dass er den bisherigen Kurs fortsetzen und die Zinszügel 2018 weiter anziehen will. Wie könnte sich eine solche geldpolitische Normalisierung in den USA auf den Goldpreis auswirken

? Wir haben große Zweifel, dass es eine rasche Zinswende auf alte Niveaus geben wird. In einem solchen Umfeld ist es beinahe nebensächlich, dass Gold keine laufende Rendite abwirft. Anders ausgedrückt: Die Opportunitätskosten, Gold zu halten, dürften vergleichsweise gering bleiben. Grundsätzlich ist der wichtigste Treiber auch nicht die Notenbankpolitik, sondern die Risiken im Finanzsystem.

Wo sehen Sie 2018 die größten Risiken für den Goldpreis, wo mögliche Treiber?

Das Edelmetall ist immer dann gefragt, wenn das Vertrauen in das Finanzsystem schwindet. Während der Eurokrise im Jahr 2011, beispielsweise. Gold ist Geld; eine jahrtausendealte Währung. Ob die aggressive Geldpolitik zu einer Krise des Papiergeldsystems führen wird, können wir nicht sagen. Sollte es soweit kommen, kann Gold als Versicherung dienen. Da das Edelmetall international in US-Dollar gehandelt wird, spielen die Devisenmärkte immer eine Rolle. Die Abwertung des US-Dollars zum Euro in 2017 belastete die Wertentwicklung hierzulande merklich. Langfristig spricht aber einiges dafür, dass der Wert von Gold Bestand hat.

Welche Anlageklasse sollten Goldanleger bevorzugen: Goldminenaktien, Fonds, ETFs, Derivate oder physisches Gold?

Sollte es tatsächlich zu einer Krise unseres Geldsystems kommen, dann sind Münzen oder Barren nützlicher. Am besten aufgeteilt auf mehrere Lagerstätten, in unterschiedlichen Ländern. Für eine kurzfristige Preisspekulation eignen sich indirekte Investments, etwa in ETCs. Wer mit einem steigenden Goldpreis rechnet, für den kann unseres Erachtens auch ein Investment in die Aktien von Minen interessant sein. In den vergangenen zwei Jahren haben viele Minen ihre betriebswirtschaftlichen Hausaufgaben gemacht. Goldförderer und Goldexplorer sind Unternehmen, die zwar im Wesentlichen von der Entwicklung des Goldpreises abhängen, ansonsten aber den gewöhnlichen Unternehmensrisiken unterliegen. Anleger sollten sich daher fragen: Wie gut ist die Bilanz der Unternehmen finanziert? Was ist vom Management zu halten? Hier gab es aus unserer Sicht in den vergangenen Monaten einige Fortschritte.

Wie hoch sollte der Anteil von Gold im Depot sein?

Da können wir keine pauschale Antwort geben. Die Zusammensetzung eines Portfolios hängt immer von der persönlichen Risikoneigung des Anlegers ab. In unseren vier Multi-Asset Fonds liegt der Anteil aktuell bei fünf bis zehn Prozent. Das könnte aus meiner Sicht grundsätzlich eine erste Richtgröße sein.

Wo steht der Goldpreis Ende 2018?

Bei Preisprognosen halten wir uns zurück. Ob sie eintreten oder nicht ist doch reine Glückssache. Gold bleibt in Zeiten ausufernder Staatsschulden und niedriger Zinsen aus unserer Sicht aber ein robustes Investment. Ein harter Preiseinbruch erscheint uns eher unrealistisch. Langfristig dürfte der Preis nach meiner Einschätzung eher steigen.

Auf Seite 2: Dora Borbély, Rohstoff-Expertin bei der Dekabank



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Bildquelle: Arnd Wiegmann/Reuters, Flossbach von Storch AG, Deka Bank, Polleit & Riechert

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