Das Verhältnis zwischen Donald Trump und den amerikanischen Landwirten ist angespannt. Einerseits gelten die Farmer als typische Kernwählerschaft des Präsidenten. Andererseits haben sie bisher am meisten unter Trumps Handelsstreit mit China zu leiden: Die ­Exporte von Sojabohnen und anderen Agrargütern sind eingebrochen, die Chinesen beziehen Getreide und Fleisch jetzt vorzugsweise von der Konkurrenz aus Südamerika. Erst seit wenigen Wochen bestellte China als symbolische Geste des guten Willens vor den weiteren Verhandlungen wieder Soja - eine Forderung Trumps, mit der er Boden bei den Landwirten gutmachen will.

Steigende Nachfrage nach Ethanol


Um ihnen weiter unter die Arme zu greifen, will die US-Regierung nun auch die Quoten erhöhen, nach denen dem Benzin Ethanol beigemischt werden muss. Trump sprach dabei vor einigen Tagen von 16 Milliarden Tonnen Ethanol im Jahr 2020, das wären eine Milliarde Tonnen mehr als bisher. Zudem soll der Verkauf von E15-Benzin mit 15 Prozent Ethanol-Beimischung erleichtert werden. "Die höhere Nachfrage nach Ethanol sollte dem Maispreis zugutekommen, da knapp 40 Prozent der US-Mais­ernte in die Ethanolproduktion gehen", sagt Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst der Commerzbank. Allerdings ist die Erhöhung der Beimischung noch nicht in trockenen Tüchern. Denn die Ölindustrie drängt auf Änderungen, der Beschluss muss aber bis zum 30. November gefällt werden.

Wintereinbruch stoppt Ernte


Gleichzeitig unterstützen auch die Wetteraussichten den Maispreis. Durch die nördlichen Anbaugebiete der Vereinigten Staaten zieht ein laut Wetterdiensten "potenziell historischer" Schneesturm. Nach einem Temperatursturz um 30 Grad können dabei gebietsweise sechs bis 60 Zentimeter Schnee fallen. Aufgrund früherer Wetterkapriolen hat die Maisernte in dieser Region stark verspätet gerade erst begonnen. Die noch auf den Feldern stehenden Pflanzen dürften den Sturm nicht unbeschadet überstehen.

Rohstoffinvestoren haben die widrigen Bedingungen, die schon die Aussaat und die Wachstumsperiode von Mais beeinträchtigt haben, lange ignoriert. "Nun scheint eine Neueinschätzung zu erfolgen", so Commerzbank-Analyst Fritsch.

Risikobereite Anleger können mit ­einem zweifach gehebelten ETC von Wisdom Tree (ISIN: DE 000 A0V 9YV 6) auf einen steigenden Maispreis setzen. Der Kurs steigt und fällt doppelt so stark wie der Bloomberg Corn Subindex, der den aktuellen Mais-Terminkontrakt abbildet. Die jährliche Gebühr beträgt 0,98 Prozent. Es besteht ein Währungsrisiko, da Mais in US-Dollar notiert.