Während der Goldpreis zuletzt neue Hochs eroberte, hält sich der Silberpreis noch zurück. Das sollte sich demnächst ändern. Die Gründe aus charttechnischer Sicht. Von Karen Szola

Zwar lässt sich im Chartverlauf bei den beiden Edelmetallen Gold und Silber eine gewisse Korrelation ablesen - die kleine Schwester Silber hinkt jedoch immer etwas hinterher, wie im Chartverlauf unten gut zu erkennen ist. Die Überlagerung der beiden Rohstoffe macht deutlich, dass Gold (grüne Linie) stets die Nase vorne hat. Und während Gold bereits wichtige charttechnische Widerstände knackte, ist der Silberpreis jetzt gerade dabei, an diese heranzulaufen.

Die beiden Edelmetalle legten seit dem Herbst vergangenen Jahres eine kräftige Rallye hin. Aber während Gold nur noch eine Hürde von seinen Rekordhochs aus 2020 und 2022 bei 2075 US-Dollar und 2070 US-Dollar entfernt zu sein scheint, trennen den Silberpreis von seinen Bestmarken "noch Welten".

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Silber versus Gold

Silber: Allzeithoch noch weit entfernt

Der Silberpreis markierte sein Peak im Jahr 1980. Damals sorgte eine großangelegte Spekulation auf den Silberpreis durch die Brüder Hunt für ein Allzeithoch teilweise über der 50-Dollar-Marke (je nach Handelsplatz), bis die Blase platzte und eine Konsolidierung einsetzte. Erst 2001 berappelte sich der Silberpreis wieder - ähnlich wie die Kursentwicklung beim Gold. Ganze zehn Jahre später, also 2011, erreichte der Silberpreis knapp seinen Rekord, konnte das 50 Dollar-Niveau allerdings nicht durchbrechen. Abermals folgt eine ausgewachsen Korrektur.

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Silberpreis-Entwicklung seit 1970

Wie geht es mit dem Silberpreis weiter?

Nach dem starken Anstieg seit Oktober vergangenen Jahres ist der Silberpreis in eine Konsolidierungsphase gewechselt. Diese verläuft seitwärts auf hohem Niveau (zwischen rund 23 US-Dollar und 24,30 US-Dollar), wie im Chart unten gut erkennbar ist. Solange der Seitwärtskorridor erhalten bleibt, wird demnächst eine Konfrontation mit der hartnäckigen Barriere - jener Abwärtstrend aus 2021, der bisher jegliche Aufwärtsavancen vereitelte - in den Fokus rücken. Gelingt es im weiteren Verlauf, den Negativ-Trend zu überwinden, aktiviert dies mittelfristig Potenzial bis zu den Bewegungshochs des Vorjahres, die über dem 26 Dollar-Bereich ausgeprägt wurden. Längerfristig wären sogar Notierungen bis in die Region um 28 US-Dollar und 29 US-Dollar denkbar.

 

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Silberpreis: Kursentwicklung seit Januar 2021

Ausbruch im Frühjahr erwartet

Werden diverse Indikatoren hinzugezogen, wie der Trendfolger MACD im obigen Chart, so deutet aktuell noch nichts auf einen schnellen Ausbruch hin. Mitte Februar, Anfang März aber könnte es soweit sein, dass der Silberpreis dynamisch und nachhaltig über seine Abwärtstrendlinie ausbricht. Die Chancen dafür stehen jedenfalls gut! Und die Analogie zur Goldpreis-Entwicklung sollte ihr Übriges tun.

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