EDELMETALLPROGNOSE

Was die Heraeus-Experten Gold, Silber, Platin, und Co. 2018 zutrauen

Was die Heraeus-Experten Gold, Silber, Platin, und Co. 2018 zutrauen

WKN: A2JGMN ISIN: CA3609291032 GAR Ltd (A)

28.03.2018 02:50:00

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Platin



Beim Platin geht Heraeus davon aus, dass Angebotskürzungen und eine erhöhte Nachfrage Preise wieder in die Höhe treiben könnten. Die Hauptrisiken für die Platinnachfrage lägen jedoch darin, dass der Schmuckabsatz in China und Indien die Erwartungen nicht erfüllen könnte und der Umsatzrückgang an Diesel-PKW in Westeuropa höher ausfallen könnte als erwartet. Produktionskürzungen könnten den Preisverfall aufhalten, aber die verbesserte Nachfrage dürfte nicht für einen deutlicheren Preiszuwachs ausreichen. Der Platinpreis könnte daher in einer Bandbreite zwischen 860 Dollar und 1.050 Dollar je Feinunze handeln.

Angesichts guter Fundamentaldaten werde der Platinmarkt in 2018 ein Angebotsdefizit aufweisen. Das Gesamtangebot werde sich dieses Jahr voraussichtlich moderat rückläufig entwickeln, da das Wachstum im Recyclingbereich die Produktionskürzungen in Südafrika nicht ausgleichen könne. Die Nachfrage nach Platin sollte sich erhöhen, da die Industrienachfrage 2017 wieder an Boden gutmachen könne und der Bedarf der Schmuckindustrie leicht steigen dürfte, während der Platineinsatz in der Autoindustrie den Prognosen zufolge nur leicht sinken werde.

Abgaskatalysatoren seien trotz des Umsatzrückgangs beim Verkauf von Diesel-PKWs immer noch das größte Anwendungsfeld für Platin. Obwohl der Gesamtumsatz an PKW ein Zehnjahreshoch erreicht habe, sei der Rückgang der Verkaufszahlen für Diesel-PKW in Westeuropa ausschlaggebend dafür gewesen, dass sich die Platinnachfrage insgesamt verringert habe. Die geringere Nachfrage nach Diesel-PKWs in Westeuropa werde sich 2018 aller Vorrausicht nach fortsetzen, auch wenn der Umsatzrückgang weniger stark ausfallen sollte. Der Ausfall könne jedoch größtenteils durch die zunehmende weltweite Produktion von leichten und schweren Nutzfahrzeugen kompensiert werden, so dass insgesamt die globale Nachfrage aus der Automobilbranche nur geringfügig zurückgehen werde.

Die Schmuckindustrie bilde das zweitgrößte Anwendungsfeld für Platin und die Aussichten für die Nachfrage nach Schmuck sind 2018 im Wesentlichen positiv. Nach einem guten letzten Jahr in puncto Schmucknachfrage in den Industrieländern dürften die Verbraucherausgaben dieses Jahr, aufgrund der fortgesetzten positiven wirtschaftlichen Entwicklung, konstant bleiben, so dass der Schmuckabsatz steigen werde. China sei nach wie vor der größte Markt für Platinschmuck und es sei zu erwarten, dass sich die Nachfrage nach mehreren Jahren rückläufiger Umsätze in diesem Jahr stabilisieren werde. Auch Indien sei ein entscheidender Markt mit einem starken, wenn auch von einem relativ niedrigen Niveau ausgehenden, Wachstum, welches wesentlichen Anteil am weltweiten Anstieg der Nachfrage nach Platinschmuck habe.

Die industrielle Nachfrage dürfte sich in 2018 wieder erholen, da die Verwendung in den Sektoren Glas, Erdöl und Chemie nach einem Rückgang der Investitionen in 2017 wieder zunehmen werde. Die Schließung von Ölraffinerien in Japan im vergangenen Jahr hätten den Nettobedarf für Platin temporär reduziert, eine Erholung der Nachfrage sei daher für 2018 zu erwarten.

Die Platinförderung dürfte 2018 um ein Prozent sinken, da die südafrikanische Produktion den Prognosen zufolge um zwei Prozent schrumpft. Der geringe Produktionsanstieg in Simbabwe und Nordamerika könne nicht viel mehr als den Angebotsrückgang in Russland und anderen Ländern ausgleichen. Recyclingvolumina nähmen in diesem Jahr voraussichtlich leicht zu, da die Menge des aus den Autokatalysatoren zurückgewonnenen Platins aufgrund der höheren Anzahl verschrotteter Automobile weiterhin wachs, während sich das Recycling von Altschmuck kaum ändern sollte.

Der Chart über den Kostenverlauf der südafrikanischen Platinproduzenten zeigt den durchschnittlichen Platinpreis von 2017 in Rand (rote Linie), der im Verhältnis zu den Produktionskosten der einzelnen südafrikanischen Minen dargestellt wird (graue Balken). 2017 erzielte der Markt ein Angebotsüberschuss (orangefarbene vertikale Linie), werde jedoch 2018 in ein Defizit (grüne vertikale Linie) rutschen. Der Platinpreis lag 2017 für viele Minen unter den Produktionskosten. Dieser finanzielle Druck auf die Unternehmen führte zur Schließung einiger unrentabler Minen bzw. Schächte.



Die ganzen Auswirkungen der Schließungen würden sich erst 2018 zeigen, wenn der Platinmarkt Prognosen zufolge ein leichtes Defizit aufweisen werde. Die blaue horizontale Linie im Diagramm zeigt die in Rand umgerechneten Höchst- und Tiefstpreise der für Platin prognostizierten Bandbreite 2018. Der Kurs des Rand dürfte 2018 voraussichtlich abwerten, aber sogar mit einem schwächeren Rand und einem höheren Platinpreis liege der Preis möglicherweise weiterhin unter dem oberen Ende der Kostenkurve. In diesem Fall würden weitere Minen in Gefahr geraten geschlossen zu werden, so dass sich das Angebot weiter reduzieren würde



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