Mit den Zahlen zum vergangenen Jahr konnte Klöckner wie erwartet nicht begeistern, die Duisburger präsentierten einen Rekordverlust. An der Börse wird aber bekanntlich die Zukunft gehandelt, und hier hat der Stahlhändler deutlich mehr zu bieten. In den beiden wichtigen Absatzmärkten Europa und USA zeichnet sich eine höhere Stahlnachfrage ab. Die jüngste Entwicklung untermauert die positive Einschätzung: Nachdem kürzlich Antidumping-Maßnahmen angekündigt wurden, sind die Eisenerzpreise seit dem Jahrestief um gut 40 Prozent gestiegen.

Reichlich Fantasie bietet zugleich der stärkere Fokus auf Produkte und Dienstleistungen mit einer höheren Marge, sogenannte "Online-Umsätze". "Unser Ziel ist es, die Lieferkette so weit wie möglich ins Netz zu verlagern. Auf Basis digitaler Lösungen wollen wir sämtliche Prozesse mit unseren Lieferanten und insbesondere mit unseren Kunden einfacher und effizienter gestalten", sagte Gisbert Rühl, Vorstandsvorsitzender von Klöckner. In dem Kundenportal sind bereits mehr als 500 Einträge, vor allem in den USA erfreut sich die Plattform großer Beliebtheit. Seit Anfang März wird der Webshop innerhalb Deutschlands angeboten und soll nun auch auf andere Länder mit weiteren Tools ausgeweitet werden. Für Online-Umsätze sind keine realen Bestände erforderlich, da die Aufträge direkt an die Hersteller weitergeleitet werden. Um die Führerschaft auszubauen, wird der Personalbestand in der Digitalisierungstochter kloeckner.i auf 40 Mitarbeiter verdoppelt. Bis zum Jahr 2019 rechnet das Management mit einem Online-Umsatzanteil von über 50 Prozent.

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Aktie reagiert bereits



Für Klöckner hellen sich somit die mittel- bis langfristigen Perspektiven auf. Gut möglich, dass nun einige Short-Investoren nervös werden und ihre Bestände eindecken, was sich ebenfalls positiv auf den Kurs auswirken würde. Mit einer Netto-Shortquote von knapp sechs Prozent sind die Papiere so stark von Leerverkäufen betroffen wie kaum ein anderes Papier auf dem deutschen Kurszettel.



Der kürzlich erfolgte Sprung über die 200-Tage-Linie (hier dargestellt mit dem 40-Wochen-Durchschnitt) macht Mut und könnte sich als Auftakt für eine größere Erholungsbewegung erweisen. Allmählich dreht auch der langfristige Durchschnitt wieder nach oben. Eine ähnliche Entwicklung wie ab Mitte 2012 mit einem Test der Region um 11,50 Euro ist durchaus zu erwarten, wenn der erhoffte Turnaround greift.

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60 Prozent bis zur Grenze



Auch der Abstieg aus dem MDAX in den SDAX dürfte bereits ausreichend im Kurs eingepreist sein. Mutige Anleger mit einem etwas längeren Horizont können über Bull-Papiere überproportional auf eine Fortsetzung der Erholung setzen. Eine sinnvolle Absicherung ist allerdings erst unterhalb von 6,45 Euro möglich. Entsprechend gering sollte der Hebel ausfallen. Empfehlenswert erscheint der endlos-Schein mit der WKN PS015C. Der Basispreis von 4,77 Euro führt zu einem Hebel von 2,1. Steigt die Aktie bis in die Region um zwölf Euro, legt das Papier um rund 60 Prozent zu.

Basiswert Klöckner & Co

Kurs Basiswert 8,80 EUR

Produkt Knock out Bull

WKN PS015C

Emittent BNP Paribas

Fälligkeit endlos

Hebel 2,1

Basispreis 4,77 EUR

Knock Out 4,77 EUR

Kurs Zertifikat 4,17 EUR

Spread 1,2%

Franz-Georg Wenner ist Chefredakteur des börsentäglichen Anlegermagazins "Index-Radar". Der Spezialist für Technische Analyse ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen (DAF), Gastautor bei n-tv und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare, referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD) und betreute mehrere Jahre für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. www.index-radar.de