Aus dem April 2015 stammt auch das bisherige Rekordhoch bei 136,20 Euro. War es anschließend zunächst eine normale Konsolidierung, folgte die strittigste Entscheidung der Verwaltung, die den Kurs seit Jahren belastet: Die Übernahme des US-Saatguthändlers Monsanto.

Der Deal war zwar im September 2016 bei einem Kaufpreis von 63 Milliarden US-Dollar in trockenen Tüchern. Doch schon zu diesem Zeitpunkt erwies sich der Unkrautvernichter Glyphosat als Sorgenkind. In den USA liefen die ersten Prozesse auf Schadenersatz an, nachdem das Düngemittel möglicherweise als krebserregend gilt.

Letztendlich zahlte Bayer in den Folgejahren viel Geld an US-Bürger. Dies brachte den Kurs der Aktie Zug um Zug unter Druck. Als nun auch noch der Covid-19 den Aktienmarkt verunsicherte, sank die Bayer-Aktie auf ein Zwischentief unter 45 Euro ab, dem tiefsten Stand seit 2012.

Erholung läuft


Inzwischen hat sich das Papier erholt und auch die Marke von 60 Euro überschritten. Konzernchef Werner Baumann drückte an der virtuell durchgeführten Hauptversammlung aber auf die Euphorie-Bremse. Er sah keine Möglichkeit, die Auswirkungen der Pandemie zu beziffern. Die Zahlen für das erste Quartal waren jedoch gut: Der Umsatz stieg um 4,8 Prozent auf 12,85 Milliarden Euro. Beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging es gar um ca. zehn Prozent auf 4,4 Milliarden Euro nach oben. Geholfen hat im Agrargeschäft eine erhöhte Nachfrage nach Maissaat und beim Pharmabereich erwies sich der Gerinnungshemmer Xarelto als absatzstark.

Erst zu Wochenbeginn gab es auch beim Glyphosat-Problem Fortschritte. Es deutet sich immer mehr eine Vergleichslösung an. So will die Nachrichtenagentur Bloomberg erfahren haben, dass in bis zu 85.000 von rund 125.000 Klagen eine mündliche Einigung erzielt wurde. Die Kläger sollen Beträge zwischen einigen Millionen und einigen Tausend US-Dollar erhalten, die aus dem bereitstehenden 10-Milliarden-Dollar-Paket des Bayer Konzerns kommen sollen.

Diese Nachricht hat den Malus der Unsicherheit weiter minimiert. Einhergehend mit den gut laufenden Geschäften, die kaum unter Corona leiden sollten, ist eine Fortsetzung der jüngsten Kurserholung daher wahrscheinlich. Wer drauf gehebelt spekulieren will, der greift zu einem Turbo Bull ohne feste Laufzeitbegrenzung.

Chart: Die Aktie hat sich vom Corona-Einbruch bereits erholt, wenngleich die Bewegung zunächst am Widerstand an der 60-Euro-Marke stoppte.

Name Turbo Bull
WKN KB1L69
Aktueller Kurs 1,26 € / 1,27 €
Basispreis 48,16 €
Laufzeit Open End
Hebel 4,8
Stoppkurs 0,82 €