Adidas-Aktie: Konzernchef Hainer will mit neuer Strategie großen Wurf landen
· Börse Online Redaktion
In Los Angeles, New York, London, Paris, Shanghai und Tokio will Adidas überproportional Geld in Marketing und Mitarbeiter stecken. "Globale Marken werden in globalen Städten erschaffen", sagte Vertriebschef Roland Auschel. Wer also in den Metropolen bei trendbewussten und zahlungskräftigen Käufern Erfolg hat, so das Kalkül der Franken, der wird ihn auch im Rest der Welt haben. "Wir müssen uns auf Amerika fokussieren", sagte Eric Liedtke, der im Vorstand für die Positionierung der Marken verantwortlich ist. In dem wichtigen Markt ist Nike den Franken meilenweit voraus.
Näher an neue Trends will Adidas auch durch schnellere Umsetzung kommen. Produkte sollen künftig innerhalb einer Saison entwickelt werden. "Nur was neu ist, ist für den Konsumenten relevant", sagte Hainer. "Die Möglichkeit, schnell zu agieren, wird für uns ein entscheidender Wettbewerbsvorteil." Dadurch sollen die drei Konzernmarken schneller wachsen als die Sportartikelbranche insgesamt und ihre Marktanteile erhöhen. Außerdem will Adidas künftig stärker auf seine Kunden hören und sie bei Entwicklung und Präsentation mitreden lassen. Die neue Offenheit gelte auch für Sportler, Einzelhändler und Partner des Konzerns, hieß es.
Wie Hainer weiter ankündigte, will Adidas künftig mehr Geld auf eigenen Verkaufsflächen einspielen: mehr als 60 Prozent des Gesamtumsatzes statt wie bisher 50 Prozent. Außerdem will er mehr Produkte übers Internet verkaufen. Machte das E-Commerce-Geschäft zuletzt 422 Millionen Euro aus, soll es bis 2020 auf mehr als zwei Milliarden Euro steigen. Der Konzernumsatz soll bis 2020 auf über 22 Milliarden Euro klettern, sagte Hainer und verwies darauf, dass dies auf derzeitigen Wechselkursen basiere. 2014 setzte Adidas 14,5 Milliarden Euro um. Der Wertverfall des Rubels und weiterer Währungen wirkten zuletzt als Bremsklötze.
Die zuletzt oft unzufriedenen Anleger sollen eine höhere Dividende erhalten: Die Ausschüttungsquote soll in Zukunft 30 bis 50 Prozent betragen. Bisher waren es 20 bis 40 Prozent. Außerdem wird das Aktien-Rückkauf-Programm fortgesetzt.
Reuters
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