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MODEKETTE

Adler-Aktie fällt nach Steilmann-Insolvenz um bis zu 10 Prozent - Großaktionär zahlungsunfähig

Die Pleite von Adler-Großaktionär Steilmann hat am deutschen Aktienmarkt für Aufruhr gesorgt. Steilmann-Aktien, die erst seit Anfang November an der Börse sind, rauschten am Donnerstag zeitweise um mehr als 90 Prozent auf 0,21 Euro in den Keller. Adler fielen in der Spitze um mehr als zehn Prozent auf 8,10 Euro. Steilmann hatte am Mittwochabend mitgeteilt, zahlungsunfähig zu sein.

Fünf Monate nach dem verstolperten Börsengang ist die Modefirma Steilmann pleite. Vorstandschef Michele Puller stellte beim Amtsgericht Dortmund Insolvenzantrag für das Unternehmen mit 8300 Mitarbeitern, wie das Gericht am Donnerstag bestätigte. Nun soll Frank Kebekus - einer der erfahrensten deutschen Insolvenzverwalter - retten, was zu retten ist. Als Grund für die Misere nannte Steilmann-Sprecherin Reena Dennhardt anhaltend schwache Geschäfte. "Die Banken waren nicht mehr bereit zu finanzieren." Und Gespräche mit potenziellen Geldgebern seien erfolglos verlaufen. Wertvollster Teil der Insolvenzmasse dürfte die Beteiligung an den Adler Modemärkten sein.

Der seinerseits börsennotierte Modehändler aus Haibach bei Aschaffenburg betonte, er erwarte von der Pleite seines Großaktionärs keine nennenswerten Folgen auf das operative Geschäft und die Ertragslage. Die über die Einkaufsagentur von Steilmann bezogenen Waren ließen sich schnell aus anderen Quellen ersetzen. Adler habe außerdem genug Geld auf der hohen Kante.

Steilmann hält zusammen mit dem Finanzinvestor Equinox knapp 53 Prozent an Adler. Mit dem Geld aus dem Börsengang wollte Puller eigentlich den Miteigentümer herauskaufen, doch statt der dafür benötigten 40 Millionen Euro zeichneten die Aktionäre nur Aktien für 8,8 Millionen Euro. Insgesamt hatte sich Puller bis zu 100 Millionen Euro Erlös vorgestellt. Dennoch zog er die Emission durch, um sich "strategische Optionen" offen zu halten. In Finanzkreisen war von einer geplanten Fusion von Steilmann und Adler die Rede.

Dabei war Steilmann beim Börsengang geringer bewertet worden als die Adler-Beteiligung allein. Den Aktionären droht nun der Verlust eines Großteils ihres Einsatzes. Die im November zu 3,50 Euro an die Börse gebrachte Aktie brach auf 30 Cent ein. Adler-Aktien gaben um sechs Prozent auf 8,45 Euro nach.

AUCH ANLEIHEGLÄUBIGR BETROFFEN



Kleinaktionärsvertreter zeigten sich entrüstet. "Das ist für betroffene Anleger die pure Katastrophe", erklärte Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Aktionärsvereinigung DSW. Betroffen seien auch die Zeichner dreier Steilmann-Anleihen im Volumen von 88 Millionen Euro. Die Insolvenz dürfte auch strafrechtlich ein Thema werden. "Schließlich ist es nur schwer vorstellbar, dass die Steilmann-Führungsspitze vor fünf Monaten noch nicht geahnt hat, dass die Lage des Unternehmens derart prekär ist", sagte Tüngler. Der Aktionärsverein SdK geht von einem Totalverlust des investierten Kapitals aus.

Die Familie um Vorstandschef Puller hatte den 1958 von Klaus Steilmann gegründeten Damenmoden-Hersteller in den vergangenen Jahren schrittweise von der Familie des Firmengründers Klaus Steilmann übernommen. Zuvor hatte das Unternehmen 2006 kurz vor der Insolvenz gestanden. Zu dem Modehersteller, der sich auf die Altersgruppe der über 45-Jährigen konzentriert, gehören neben "Steilmann" auch die Marken "Apanage" und "Kapalua" sowie Boecker-Modehäuser. 2014 setzte die Steilmann SE 900 Millionen Euro um, der Großteil davon entfiel auf Adler.

Mitte Dezember hatten sowohl Steilmann wie auch Adler ihre Prognosen kassiert und dies mit einem schwachen Geschäft wegend es milden Winters begründet. Steilmann peilte für 2015 Erlöse von rund 890 Millionen Euro an und ein Betriebsergebnis von 40 bis 45 Millionen Euro.

Reuters

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Bildquelle: Julian Mezger

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