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BMW, Krones und Co: Starke Aktien, starke Familien - Die besten Papiere fürs Depot

BMW, Krones und Co: Starke Aktien, starke Familien - Die besten Papiere fürs Depot

WKN: 547030 ISIN: DE0005470306 CTS Eventim AG & Co. KGaA

31,01 EUR
0,62 EUR 2,05 %
28.09.2016 - 17:59
02.10.2015 08:00:00

Diese Spezies ist eine Bereicherung für jedes Portfolio: Firmen in Familienbesitz werden meist über Generationen hinweg erfolgreich geführt. Ein Blick in die Historie zeigt, dass diese Aktien besonders gut performen. Wir stellen neun deutsche Titel vor, die bereits Börsenstars sind oder das Zeug dazu haben, es zu werden. Von Christian Ingerl



Blut ist dicker als Wasser, heißt es im Volksmund. Mit anderen Worten: Die Familie steht über allem. Ein Gesetz der Menschheit, das noch heute Bestand hat. Es ist nicht nur in den meisten Kulturen zu finden, das Phänomen Familie spielt auch in der Wirtschaft - und damit am Aktienmarkt - eine tragende Rolle.



Gestatten, Quandt! Wer kennt sie nicht, die Familie, die zu den reichsten Industriellen in Deutschland zählt. Im kommenden Jahr dürfen sie sogar eine Jubiläumsfeier ausrichten. Der von ihnen beherrschte Autobauer BMW wird 2016 stolze 100 Jahre alt. Bereits über ein halbes Jahrhundert ist ein Gutteil des Münchner Konzerns nun im Besitz der Quandts. Dass sich das für beide Seiten lohnt, zeigt ein Blick auf den Kursverlauf. Allein seit dem Jahr 2000, als der Kurs aufgrund des Platzens der Internetblase bis auf 11,75 Euro abtauchte, hat sich der Wert des Automobilkonzerns bis heute in etwa verachtfacht.

Familien mit Outperformance-Charakter



Dass besonders Familienunternehmen Mehrwert bringen, hat sich mittlerweile an der Börse herumgesprochen. Den Beweis dafür liefert unter anderem der Index DAXplus Family 30, der die 30 größten und liquidesten Familienunternehmen umfasst. Auf Sicht von fünf Jahren hat das Auswahlbarometer mit einem Plus von über 80 Prozent dem DAX 20 Prozentpunkte abgenommen. Überzeugen konnte auch der HAFixE-Index von Hauck & Aufhäuser, der 2007, kurz vor der Finanzkrise eingeführt wurde. Er legte seither knapp drei Viertel an Wert zu. Zum Vergleich: Der Euro Stoxx 50 ist in diesem Zeitraum mit knapp 30 Prozent in den Miesen. Auch einer noch längerfristigeren Rückrechnung hält das Familienbarometer stand. Von Juli 1992 bis Juni 2007 brachte der HAFixE-Index im Durchschnitt 7,2 Prozentpunkte pro Jahr mehr.

Dieses Phänomen ist nicht nur in Deutschland oder Europa anzutreffen, sondern es zeigt sich auch weltweit eine Outperformance, wie der selbst entwickelte Index aus dem Hause Credit Suisse (CS) dokumentiert. Der CS-Family-Index enthält 40 Aktien aus Europa und den USA. Im Vergleich zum MSCI World hat sich das Barometer in den vergangenen zehn Jahren nahezu mit doppeltem Tempo nach oben bewegt. Die eidgenössische Bank hat aber das Thema Familienunternehmen und dazu das "CS Global Family 900"-Universum noch genauer untersuchen und analysieren lassen. Das Ergebnis zeigt ebenfalls eine überdurchschnittliche Entwicklung bei den Unternehmen, die sich in Familienbesitz befinden. Das "CS Global Family 900"-Universum weist seit 2006 eine 47-prozentige Outperformance gegenüber der Benchmark MSCI-ACWI-Index auf. Dies entspricht einer jährlichen Überschussrendite von 4,5 Prozent in einem Zeitraum von neun Jahren.

Die Gründe für die Outperformance von Familienunternehmen sind vielschichtig. An erster Stelle dürfte allerdings die langfristige strategische Ausrichtung, die kennzeichnend für diese Unternehmensform ist, das Geheimnis des Erfolgs sein. Wenn nicht die kurzfristige Optimierung der Quartalszahlen im Vordergrund steht, sondern ein starker Familienaktionär, der es sich leisten kann, strategische Entscheidungen mit langem Atem durchzuführen, lassen sich langfristig und dauerhaft die Früchte der Arbeit ernten. Ein wichtiger Baustein dabei ist die Fokussierung auf Kernkompetenzen.

Während vom Eigentümer dominierte Unternehmen gezielt ihre Stärken ausbauen, unterliegen klassische Aktiengesellschaften an der Börse oftmals dem Fluch "Wachstum um jeden Preis" und stemmen beispielsweise riesige Akquisitionen, die sich als Milliardengrab entpuppen können. Der lange Zeithorizont von einer bis zu mehreren Generationen verlangt nicht nach einer maximalen Rendite jeder Investition binnen weniger Jahren, wie es oft bei Gesellschaften zu beobachten ist, die von externen Managern geführt werden. Die lange Haltefrist sorgt dafür, dass das durchschnittliche jährliche Risiko mit zunehmender Zeit überproportional abnimmt.

Dass aber selbst Familienunternehmen nicht vor Fehlentscheidungen gefeit sind, das zeigt das Beispiel BMW. 1994 wurde mit dem Kauf der britischen Rover eine jahrelange Rückwärtsfahrt eingeleitet. 1999 saß der Autokonzern auf einen Verlust von 2,5 Milliarden Euro. Danach zogen die Münchner die Notbremse und veräußerten Rover wieder. Seither geht es mit dem Konzern wieder steil nach oben.

Im Grunde genommen ist es die Bereitschaft zur schnellen Korrektur von Fehlentscheidungen, welche diese Art der Unternehmensform zusätzlich erfolgreich macht. Dies verwundert nicht, geht es doch den Mehrheitsfamilien nicht um Anerkennung, sondern ganz pragmatisch um das eigene Geld - und das über Generationen hinweg.

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Bildquelle: Wibofoto/Istockphoto, BMW Group, CGM AG, CTS Eventim, Fielmann AG, GFT Technologies AG, Isra Vision, Krones AG, obs/Sixt SE, United Internet AG

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