Rückenwind kam dabei auch vom Investmenthaus Kepler Cheuvreux: Analyst Jacques-Henri Gaulard wurde auch wegen der Frankreich-Wahl optimistischer und stufte die Banken-Branche von "Neutral" auf "Overweight" hoch. Anzeichen einer wirtschaftlichen Belebung in Europa, vermutlich steigende Inflationserwartungen sowie die wegfallende Zurückhaltung der Anleger nach der Frankreich-Wahl sollten zu einem Anstieg der langfristigen Anleiherenditen und damit auch zu einer überdurchschnittlichen Kursentwicklung von Banken führen, erklärte Gaulard in seiner Studie.

EU-BEFÜRTWORTER MACRON MIT GUTEN SIEGCHANCEN



Die Mehrheit für den wirtschaftsfreundlichen EU-Befürworter Emmanuel Macron in der ersten Wahlrunde ist auch aus Sicht des Analysten Jernej Omahen von Goldman Sachs positiv für europäischen Finanzwerte. So legten Umfragen aktuell einen Sieg Macrons gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen bei der Stichwahl in zwei Wochen nahe.

Am stärksten dürften laut Omahen die Aktien deutscher, französischer und italienischer Banken profitieren. Zu seinen "Key Calls" zählen unter anderem BNP Paribas und Unicredit . Ihre Attraktivität steige angesichts der Normalisierung der politischen Situation. Die Anteilsscheine der italienischen Unicredit schnellten um fast 10 Prozent nach oben und für die Papiere der französischen BNP Paribas ging es um rund siebeneinhalb Prozent aufwärts.

TRUMP WILL WENIGER STRENGE REGELN FÜR BANKEN



Spitzenreiter im deutschen Leitindex Dax waren die Aktien der Commerzbank , die auf den höchsten Stand seit Anfang 2016 nach oben schnellten. Zuletzt gewannen sie noch 9,08 Prozent auf 9,072 Euro.

Neben der politischen Entwicklung in Frankreich kommt Banken auch die Aussicht auf eine weniger strenge Regulierung in den USA zugute. So leitete US-Präsident Donald Trump weitere Schritte zum Regelabbau im Finanzsektor ein. Mit der Unterzeichnung von zwei Erlassen ordnete er vor dem Wochenende die Überprüfung von Teilen der Gesetzesreform Dodd-Frank an. Die Reform war unter Trumps Vorgänger Barack Obama beschlossen worden, um die USA besser vor Finanzkrisen zu schützen.

MACQUARIE TRAUT DEUTSCHER BANK WEITERE KURSGEWINNE ZU



Die Aktien der Deutschen Bank profitierten mit einem Plus von 6,07 Prozent auf 16,51 Euro zudem von einer Empfehlung der australischen Bank Macquarie. Analyst Piers Brown stufte die Papiere von "Underperform" auf "Outperform" hoch und hob das Kursziel auf 17,50 Euro an. Die Kapitalerhöhung stärke die Bilanz der Bank und die angestrebten Kostenverbesserungen hätten mehr Glaubwürdigkeit als in der Vergangenheit, schrieb der Experte in einer Studie.

Die Anteilsscheine des Versicherers Allianz näherten sich mit einem Plus 2,32 Prozent auf 174,20 Euro weiter ihrem Hoch aus dem Jahr 2007 etwas über 180 Euro. Bei den Aktien der Munich Re und von Talanx griffen die Anleger ebenfalls zu.

dpa-AFX