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Daimler-Aktie vor den Zahlen: Mercedes-Hersteller kämpft nach Rekordjahr mit Gegenwind

Daimler-Aktie vor den Zahlen: Mercedes-Hersteller kämpft nach Rekordjahr mit Gegenwind
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03.02.2016 13:25:00

Nach einem Jahrzehnt am Steuer von Daimler kann Vorstandschef Dieter Zetsche am Donnerstag wohl eine glänzende Bilanz für 2015 vorlegen. llerdings dürfte das Geschäft für Daimler 2016 schwieriger werden.

Nach einem Jahrzehnt am Steuer von Daimler kann Vorstandschef Dieter Zetsche am Donnerstag wohl eine glänzende Bilanz für 2015 vorlegen. Absatz, Umsatz und Gewinn haben nach Schätzungen von Analysten neue Rekordstände erreicht. Die Umsatzrendite der Pkw-Sparte Mercedes-Benz dürfte die wichtige Marke von zehn Prozent geknackt haben und kann diese nach Ansicht der Experten in diesem und im nächsten Jahr halten. Allerdings dürfte das Geschäft für Daimler 2016 schwieriger werden. Der größte Einzelmarkt China wächst langsamer und die Erzrivalen BMW und Audi erhöhen mit neuen Modellen den Wettbewerbsdruck. "Der Gegenwind nimmt zu - Daimler wird dadurch nicht zurückgeworfen, aber es wird schwieriger", sagt Frank Biller, Analyst von der Landesbank Baden-Württemberg.

Zetsche hat sich zum Ziel gesetzt, Daimler bis Ende des Jahrzehnts zum größten und profitabelsten Premiumhersteller der Welt zu machen. Die in den Diesel-Abgasskandal verwickelte Volkswagen -Tochter Audi haben die Schwaben im vergangenen Jahr bereits vom zweiten Platz verdrängt. Der Abstand bei den Verkaufszahlen auf BMW, an den Daimler 2005 die Premium-Krone verloren hatte, schrumpfte im vergangenen Jahr auf rund 40.000 Pkw. Nun laufen die Wetten, wer das Rennen in diesem Jahr für sich entscheidet. Das Prognosehaus IHS Automotive sieht Daimler vorne. Mercedes-Benz habe eine jüngere Modellpalette, erklärt eine Fonds-Analystin. Mit der C-Klasse und der in diesem Jahr kommenden E-Klasse bleibe Mercedes noch eine Weile der Platzhirsch vor dem 3er und dem 5er BMW. "Es wird ziemlich eng, und der Trend kann sich im kommenden Jahr wieder zu Ungunsten von Daimler umkehren", ergänzt sie.

ALLE AUGEN AUF CHINA



Entscheidend wird nach Einschätzung von Analysten, wie sich die deutschen Premium-Autobauer auf ihrem wichtigsten Markt China schlagen. Hier hatte sich Daimler im vergangenen Jahr dank neuer Modelle von der Nachfrageschwäche, die BMW und Audi mit ihrer älteren Flotte erlebten, absetzen können. Bei der Aufholjagd auf die in absoluten Zahlen weiter dominierenden Rivalen aus Bayern konnte China-Vorstand Hubertus Troska ein Plus von einem Drittel einfahren. Dieses Tempo wird nach Einschätzung von LBBW-Analyst Biller nicht zu halten sein. "Die Wachstumsdynamik in China wird abnehmen, Mercedes kann dort nicht jedes Jahr um 20 bis 30 Prozent zulegen." Seiner Ansicht nach wird die Nachfrage nach Premium-Autos in China nicht mehr länger deutlich über der des Gesamtmarktes liegen. Denn die Steuersubvention, mit der die Regierung den Automarkt ankurbeln will, ist nur für Pkw mit kleineren Motoren vorgesehen. IHS prognostiziert für den chinesischen Automarkt einen Zuwachs von fünf bis sechs Prozent.

Um die Premiumkrone kämpfen kann Daimler-Chef Zetsche voraussichtlich auch noch in den kommenden drei Jahren. Der Aufsichtsrat hatte schon im Frühjahr 2015 vereinbart, seinen Ende 2016 endenden Vertrag als Vorstandschef um weitere drei Jahre zu verlängern. An diesem Plan, der demnächst beschlossen werden soll, hat sich angesichts des starken Wachstums nichts geändert. Nach Prognose der von Reuters befragten Analysten hat Daimler den Konzernumsatz im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf 147,6 Milliarden Euro gesteigert. Der bereinigte operative Gewinn schnellte um 36 Prozent auf 13,8 Milliarden Euro nach oben und der Überschuss übertraf mit fast neun Milliarden Euro das Vorjahresergebnis um zwei Milliarden Euro.

Reuters

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Bildquelle: Lucy Nicholson/Reuters

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