Der Start in den Wonnemonat Mai hätte für Datagroup kaum besser ausfallen können. Aktionäre des IT-Dienstleisters dürfte bisher die Sprint Sanierung GmbH wohl kaum bekannt gewesen sein. Dies wird sich nun ändern, denn Datagroup ist künftig für wesentliche Teile des IT-Betriebs beim Mittelständler verantwortlich. Erneut hat sich somit ein Kunde für das Full-Service-Angebot Corbox entschieden. Der Vertrag läuft zunächst über drei Jahre mit einer Verlängerungsoption um zwei Jahre. Finanzielle Details wurden nicht bekannt, der Auftrag sollte aber im einstelligen Millionenbereich liegen. Viel wichtiger ist ohnehin der Blick darüber hinaus. Sprint arbeitet bereits seit 2006 beim IT-Betrieb mit externen Dienstleistern zusammen und kann deren Kompetenz und Qualität daher auch sehr gut einschätzen. Datagroup hat sich mit seinem Konzept nun durchgesetzt, was durchaus Signalcharakter hat. "Über die Entscheidung für unsere modulare Komplettlösung CORBOX freuen wir uns deshalb sehr, denn sie belegt die Wettbewerbsfähigkeit unseres Angebots. Mit CORBOX treffen wir genau die IT-Bedürfnisse des Mittelstands", sagte Datagroup-Chef Max Schaber.

Aufträge wie diese waren zuletzt mehrfach zu hören und unterstreichen den laufenden Outsourcing-Trend von vielen mittelständischen Unternehmen sowie zugleich das gute Image von Datagroup. Mit ihren Cloud-Lösungen und Servern in Deutschland genießen die Schwaben großes Vertrauen. IT-Aufgaben sind nicht nur ein sehr sensibler Bereich, sondern werden auch immer wichtiger für den Unternehmenserfolg. Gerade viele klein- und mittelständische Unternehmen können sich aufgrund der Komplexität und Kosten eigene IT-Abteilungen nicht leisten. Genau hier setzt das Geschäftskonzept der Datagroup an. Mit Corbox bietet das Unternehmen aus Pliezhausen in der Nähe von Reutlingen eine modulare Komplettlösung für den sorgenfreien IT-Betrieb. Der Vorteil für den Kunden liegt auf der Hand. Denn jedes Unternehmen hat aufgrund seiner Geschäftstätigkeit und Struktur verschiedene Ansprüche. Aus zwölf kombinierbaren und kompatiblen Corbox-Servicefamilien können Kunden die jeweils passenden auswählen.

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Schwerpunkt neu gesetzt

Die Schwaben können daher optimistisch in die Zukunft schauen. Für Unternehmen wird es in Zukunft immer wichtiger, dass die eigene IT reibungslos und zuverlässig funktioniert. Nur dann können sich die Kunden der Datagroup auch voll auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und so Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz erzielen. Davon profitiert dann nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch Datagroup.

Inzwischen sind die Süddeutschen einer der führenden unabhängigen IT-Dienstleister Deutschlands und betreuen für mittelständische und große Kunden sowie auch öffentliche Auftraggeber gut 300.000 IT-Arbeitsplätze weltweit. In der Kundenliste sind sowohl große Unternehmen wie Bosch und Thales zu finden sowie der Hessische Landtag und die Bremer Landesbank. Über 1300 Mitarbeiter an 16 Standorten in Deutschland konzipieren, implementieren und unterstützen Kunden bei IT-Aufgaben. Zugleich ist eine hohe Planbarkeit gegeben, denn die Verträge laufen oft über mehrere Jahre. In dieser Zeit wird nicht nur viel Vertrauen aufgebaut, sondern auch die Kundenbindung deutlich verbessert, was sich als Markteintrittsbarriere für Konkurrenten erweist und die Markstellung der Datagroup verbessert.

Allerdings verlief natürlich auch bei den Schwaben nicht alles reibungslos. So ist das Geschäftsjahr 2013/14 wegen der Einstellung von einzelnen Aktivitäten mit einer unterdurchschnittlichen Profitabilität als Übergangsjahr einzuordnen. Im vergangenen Geschäftsjahr steuerte das Segment Handel noch rund ein Viertel zu den Erlösen bei, der Löwenanteil wird bereits mit Dienstleistungen und Wartung erzielt. Dies war nicht immer so gewesen. Im Geschäftsjahr 2005/06 lag die Quote noch bei rund 25 Prozent und zieht seitdem kräftig an. "Unser Ziel ist eine deutliche Verbesserung der Umsatzqualität. Das erreichen wir durch die Konzentration auf hochmargige IT-Services und langfristige Verträge, die wir sehr erfolgreich ausbauen. Gleichzeitig ziehen wir uns bewusst aus wenig profitablen Geschäftsaktivitäten zurück", erklärte Unternehmenschef Schaber die strategische Ausrichtung bei der Vorstellung der Eckdaten für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres.

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Neuer Fokus zahlt sich aus

Wegen der noch anhaltenden Optimierung des Umsatzmix hin zu höherwertigen und wiederkehrenden Dienstleistungen stagnierte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr bei 78,4 Mio. Euro. In der Ergebnisentwicklung zeigen sich aber bereits deutlich die Auswirkungen der neuen Strategie. So kletterte die Ebitda-Marge von 7,8 Prozent auf 9,3 Prozent und überschritt im zweiten Quartal sogar die Marke von zehn Prozent. Ähnlich dynamisch geht es auch mit dem Ebit und dem Nettoergebnis aufwärts.

Die jüngsten Auftragsgewinne sowie noch mögliche weitere Erfolge im Rahmen der Corbox-Vertriebsoffensive sollten das Ergebnis in der zweiten Jahreshälfte weiter antreiben. Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit einem Rekord-Ebitda. Konkret wird ein Umsatz von mehr als 155 Mio. Euro und ein Ebitda von über 15 Mio. Euro in Aussicht gestellt.

Mit dem ungebrochenen Trend zur Auslagerung von IT-Dienstleistungen will das Unternehmen sowohl organisch wie auch über Zukäufe wachsen. Dank der starken Perspektiven zählt Datagroup zu den gewinnstärksten Nebenwerten auf dem deutschen Kurszettel. Ausgehend vom einem Ergebnis je Aktie im Geschäftsjahr 2013/14 von 0,14 Euro dürften im laufenden Jahr nach Schätzungen von Börse Online bereits 0,75 Euro möglich sein. Nach der ersten Hälfte waren es bereits 0,33 Euro. Längerfristig betrachtet liegen somit auch gute Voraussetzungen vor, um auf das prognostizierte Ergebnisplus von 0,97 Euro je Aktie in 2016 zu kommen. Bezogen auf den Zeitraum von 2014 bis 2016 beträgt das Gewinnwachstum somit rund 163 Prozent. Vor diesem Hintergrund erscheint auch das 2016er-KGV von 12,4 für die Papiere des IT-Dienstleisters noch genügend Luft nach oben zu lassen. Die LBBW sieht das Kursziel bei 13,50 Euro, Warburg Research gibt den fairen Wert mit 14,50 Euro an.

Franz-Georg Wenner ist Chefredakteur des börsentäglichen Anlegermagazins "Index-Radar". Der Spezialist für Technische Analyse ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen (DAF), Gastautor bei n-tv und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare, referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD) und betreute mehrere Jahre für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. www.index-radar.de