Die Schlinge um dem Hals der Sparer zieht sich immer enger zu. Erste deutsche Banken verlangen bei größeren Einlagen längst einen Negativzins, die Schweizer Notenbank hat ihre Negativzinspolitik in der Vorwoche verschärft und die dänische Notenbank hat am Montag bei ihren Strafzinsen nachgezogen. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, wenn sich die Aktien von Dividendenzahlern einer regen Nachfrage erfreuen.

Allerdings birgt ein zu großes Anlegerinteresse an einem bestimmten Anlagesegment auch immer gewisse Gefahren. Denn wenn zu viel Geld in eine Richtung fließt, besteht das Risiko einer Blasenbildung. Deshalb ist bei Dividenden-Aktien auch strikt auf eine angemessene Bewertung dieser Titel zu achten und darauf, wie nachhaltig die Ausschüttung einzustufen sind.

In Deutschland lassen sich aber noch einige Titel finden, die diesen Mindestvorgaben entsprechen. Erleichtert wird die Suche dabei auch durch die Aussicht auf eine Rekordausschüttung der deutschen Unternehmen im laufenden Jahr. Schon Ende Januar nimmt die Dividendensaison Fahrt auf und bei der DZ Bank rechnen die Analysten mit einer Anhebung der Dividendenzahlungen der HDAX-Unternehmen um rund elf Prozent auf 37 Milliarden Euro.

Für Investoren, die stärker Rendite und kurzfristiger orientiert sind, rät die DZ Bank zu Aktien mit überdurchschnittlicher Dividendenrendite und zusätzlichem Kurspotenzial. Die fünf Titel, die sich unter diesen Aspekten als deutsche Favoriten der DZ Bank qualifiziert haben, weisen derzeit eine erwartete Gesamtrendite zwischen 13,6 und 38,3 Prozent auf. Die Dividendenrendite beträgt dabei mindestens 3,6 Prozent und das prognostizierte Kurspotenzial zwischen 8,7 und 34,6 Prozent.

Bei der Auswahl wurde zudem auf insgesamt positive Fundamentaldaten, attraktive Bewertungskennzahlen sowie einen positiven Ausblick geachtet. Dies spiegelt sich in einer DZ BANK-Kaufempfehlung und weiterhin vorhandenem Kurspotenzial wider. Auf den nachfolgenden Seiten erfahren Sie, welche Titel den Sprung in die Top fünf geschafft haben.



DZ Bank Favoriten mit attraktiver Dividendenrendite und Kurspotenzial Nummer eins: Drillisch (WKN: 554550, 33,11 Euro, alle Angaben beziehen sich auf die Schlusskurse vom 21. Januar).



Bei dem Mobilfunkanbieter Drillisch, der auf Basis der Netzinfrastrukturen von Telefonica Deutschland und Vodafone operiert, wittert die DZ-Bank deutliche Wachstumsmöglichkeiten. Positiv hervorgehoben wird auch, dass der TecDAX-Vertreter seit dem Sommer zu günstigen Konditionen zwischen 20 und 30 Prozent der künftigen Netzwerkkapazität von Telefonica Deutschland verfüge. In Verbund mit einer hohen Kosteneffizienz und durchweg günstigen Mobilfunktarifen dürfte dies dazu beitragen, um bis zum Jahr 2019 den Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen zu Verdreifachen.

Die Gesellschaft hat im November im Zuge einer Aktienplatzierung 142,7 Millionen Euro neues Kapital aufgenommen. Als Verwendungszweck wurden eine Erhöhung der finanziellen Flexibilität, allgemeine Unternehmenszwecke und mögliche Unternehmenskäufe genannt. Dieser Schuck aus der Pulle und eine von Juli bis Mitte Oktober erlittene Kursschwäche sind inzwischen aber längst verkraftet und der Aktienkurs hat eben sogar neue Rekorde markiert. Charttechniker dürften dadurch an diesem Titel ebenfalls wenig auszusetzen haben.

Ein Manko stellt allerdings ein geschätztes KGV von 32,8 dar, das sich auf Basis der für 2015 erwarteten Gewinne ergibt. Das ist einigermaßen happig und wegen dieser üppigen Bewertung darf sich das Unternehme auch keine Ausrutscher erlauben. Trotzdem raten die meisten Analysten, die den Wert abdecken, zum Kauf und das ist auch bei der DZ Bank der Fall. Das Kursziel taxieren die dortigen Analysten auf 36 Euro und die Dividendenrendite für 2015 und 2016 auf 4,9 und 5,0 Prozent. Geht die Rechnung auf, ergibt sich dadurch derzeit noch ein Gewinnpotenzial von 13,6 Prozent.



DZ Bank Favoriten mit attraktiver Dividendenrendite und Kurspotenzial Nummer zwei: Wincor Nixdorf AG (WKN: A0CAYB, 37,91 Euro).



Der Geldautomaten- und Kassensystem-Hersteller Wincor Nixdorf ist relativ verhalten in das Geschäftsjahr 2014/15 gestartet. Wie jüngst erst gemeldet wurde, sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von Oktober bis Dezember auch bedingt durch die Russlandkrise um zwölf Prozent auf 37 Millionen Euro. Auch auf Nettobasis verringerte sich bei einem mit 640 Millionen Euro stagnierenden Umsatz das Ergebnis um elf Prozent auf 25 Millionen Euro.

An der Börse wurde das aber gelassen hingenommen, nachdem Vorstandschef Eckard Heidloff bereits bei Vorlage der Jahreszahlen im November einen schwächeren Jahresauftakt angekündigt hatte. Am Tag der Ergebnisvorlage legte der Kurs jedenfalls sogar zu. Dafür reichte schon eine Bestätigung der im November abgegebenen Prognose für das laufende Geschäftsjahr aus. Die Messlatte liegt bei einem moderaten Umsatzwachstum und einem etwas stärker als der Umsatz zulegenden operativen Gewinn.

Anders als bei Drillisch ist der Aktienkurs von Wincor noch meilenweit von früheren Rekorden entfernt. Das lässt sich auch damit erklären, dass die Gesellschaft in den vergangenen Jahren unter den Problemen bei den Banken gelitten hat, weil aus dieser Branche viele Kunden kommen. Immerhin ist es zuletzt aber gelungen, den mittelfristigen Abwärtstrend zu überwinden. Das Chartbild hat sich dadurch etwas verbessert. Auch operativ setzt der Vorstand auf geschäftlichen Rückenwind durch die Digitalisierung, der Banken und Handel zu Investitionen in neue Technologien zwingt.

Bei der DZ Bank wurde im Anschluss an die Ergebnisvorlage das Kursziel von 44 Euro bekräftigt. Zudem hieß es, Umsatz und Ergebnis hätten leicht über den Erwartungen gelegen. Insgesamt habe der MDAX-Vertreter solide Zahlen in einem schwierigen Marktumfeld vorgelegt. Für 2015 und 2016 wird die Dividendenrendite mit 4,0 Prozent und mit 4,4 Prozent angegeben. Bei Kurszielerreichung würde sich damit auf Zwölfmonatsbasis ein Performance-Potenzial von 20,1 Prozent ergeben.



DZ Bank Favoriten mit attraktiver Dividendenrendite und Kurspotenzial Nummer drei: Evonik Industries AG (WKN: EVNK01, 27,09 Euro).



Im charttechnischen Niemandsland ist schon seit geraumer Zeit die Aktie der Evonik Industries AG gefangen. Erklären lässt sich ein Seitwärtstrend derzeit mit Unsicherheiten darüber, wie sich die Ölpreisschwäche letztlich auf die Geschäfte des Spezialchemiekonzerns auswirken wird. Analysten befürchten auf der einen Seite dadurch im Segment Speciality Materials einen deutlichen Preisdruck. Auf der anderen Seite gebe es aber auch bei Consumer Health & Nutrition Kosteneinsparungen im Rohstoffbereich, zudem sei in dem Segment eine angespannte Angebotssituation zu beobachten.

Als Damoklesschwert über der Notiz schwebt auch immer die 68-prozentige Beteiligung von Hauptaktionär RAG, wobei auf dem derzeit tiefen Niveau aber eher nicht mit einem Verkauf zu rechnen sein dürfte. Weder Fisch noch Fleisch waren auch die für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2014 vorgelegten Ergebnisse. Das MDAX-Mitglied hatte da zwar niedrigere Ergebnisse ausgewiesen. Immerhin hatte sich aber das operative Geschäft im Vergleich zu den Vorquartalen verbessert. Geringere Verkaufspreise konnten jedoch nicht durch höhere Absätze ausgeglichen werden.

Für das Gesamtjahr 2014 liegt die Messlatte für den bereinigten Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen zwischen 1,8 bis 2,1 Milliarden Euro, nach zwei Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Bei der DZ Bank glaubt man an eine Zielerreichung, zumindest gibt es eine Kaufempfehlung für den Titel, die mit einem Kursziel von 31 Euro garniert ist. Die Dividendenrendite für 2015 und 2016 wird zudem mit 3,7 Prozent und 3,9 Prozent angegeben. Geht die Rechnung auf, winkt auf Zwölfmonatssicht ein Wertzuwachs von 18,1 Prozent.



DZ Bank Favoriten mit attraktiver Dividendenrendite und Kurspotenzial Nummer vier: Aareal Bank (WKN: 540811, 34,21 Euro).



Nachdem die Notierungen zuvor zwei Jahre lange gestiegen waren, herrscht beim Aktienkurs der Aareal Bank seit Juni 2014 Funkstille. Dabei hatte der Immobilienfinanzierer im dritten Quartal den Nettogewinn um 50 Prozent auf 36 Millionen Euro gesteigert und zudem die Jahresprognosen angehoben. Bei der Vorlage der Zahlen für 2014 gilt es nun beim Konzernbetriebsergebnis 420 Millionen bis 430 Millionen Euro zu erreichen. Denn auf diese Spanne war damals die Vorhersage von zuvor in der Spitze 400 Millionen Euro erhöht worden.

Die Unsicherheit darüber, ob dieses Versprechen eingehalten werden könnte, bremst den Elan der Anleger ebenso wie allgemein die Frage, wie sich das Niedrigzinsumfeld wohl längerfristig auf die Geschäfte auswirken wird. Deswegen sind Hinweise der Verantwortlichen auf anhaltenden Ertragsdruck sowie intensiven Wettbewerb beim Neugeschäft zu erwarten. Insgesamt könnte das Statement des Vorstands verhalten ausfallen, am Markt wird aber zumindest von einer Bestätigung der bisherigen Zielvorgabe von zehn Prozent bei der Eigenkapitalrendite ausgegangen.

Um diese Vorgabe zu erreichen, dürften auch verschiedene Optionen durchgespielt werden, wie das vorhandene Überschusskapital verwendet werden soll. Neben Akquisitionen ist dabei auch eine Sonderausschüttung denkbar. Die DZ Bank taxiert die Dividendenrendite für 2015 aber noch auf 3,6 Prozent und für 2015 dann auf deutlich höhere 6,6 Prozent. Stimmt die letztere Prognose, dürfte sich das zu einer wichtigen Kursstütze entwickeln. Das im Zuge einer bestehenden Kaufempfehlung abgegebene Kursziel liegt bei der DZ Bank für die Aareal Bank bei 40 Euro. Behalten die Analysten Recht, wäre somit eine Performance von 20,5 Prozent auf Sicht von zwölf Monate drin.



DZ Bank Favoriten mit attraktiver Dividendenrendite und Kurspotenzial Nummer fünf: Sixt SE (WKN: 723133, 25,40 Euro).



Um einen SDAX-Vertreter handelt es sich mit den Sixt-Stammaktien bei dem letzten der fünf deutschen Top-Favoriten der DZ Bank, die neben einer ansehnlichen Dividendenrendite auf Kursphantasie bieten. Der Aktienkurs des Autovermieters hat seit Mitte Oktober bereits den Turbo eingeschaltet und die Notiz bewegt sich dadurch inzwischen wieder auf Rekordkurs. Wie bei der zuerst erwähnten Drillisch-Aktie gibt es dadurch für Charttechniker hier wenig zu meckern.

Auch geschäftlich läuft derzeit alles rund. Vor Steuern verdiente Sixt im dritten Quartal mit 63,6 Millionen Euro knapp 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Darauf aufbauend sagt das Unternehmen für das Gesamtjahr 2014 eine Steigerung des operativen Konzernumsatzes im hohen einstelligen Prozentbereich voraus und der Gewinn vor Steuern soll deutlich steigen. Zuvor war von einem leichten Anstieg der Einnahmen und einen stabilen bis leicht steigenden Vorsteuerergebnis die Rede. Bei der DZ Bank hoben die Analysten anlässlich der vergangenen Quartalszahlen das Plus von 10,4 Prozent beim operativen Umsatz sowie den erwähnten Zuwachs beim Vorsteuergewinn hervor. Zusammen mit der vom Vorstand zur Schau getragenen Zuversicht erlaubte dies eine deutliche Erhöhung der Gewinnschätzungen.

Beim Aktienkurs rechnet die DZ Bank mit einem Anstieg auf 34,20 Euro, wobei sich diese Prognose auf die Vorzugsaktien bezieht, die etwas dividendenstärker sind. Die Analysten bei der DZ Bank veranschlagen die Dividendenrendite für 2015 und 2016 auf 3,7 Prozent und 4,0 Prozent. Zusammen mit dem sehr hohen theoretischen Kurspotenzial ergibt sich daraus ein Potenzial von satten 38,3 Prozent. Um dieses aber auch erschließen zu können, muss das SDAX-Mitglied beweisen, in Europa trotz des schwierigen Umfelds auf Wachstumskurs bleiben und die im Branchenvergleich bereits relativ hohen Margen zu verteidigen zu können.