Damit werden die Aktionäre des börsennotierten Unternehmens, das besonders kratzfestes Saphirglas für iPhones und andere Apple-Produkte produzieren sollte, zunächst nichts über dessen Probleme und Sanierungsplan erfahren. Ein Anwalt begründete dies mit einem mit Apple vereinbarten Vertraulichkeitsabkommen. Dadurch wären GT Advanced die Hände gebunden.

Der Zulieferer hatte am Montag Insolvenz angemeldet und damit an der Wall Street und auch bei Apple für einen Paukenschlag gesorgt. Der Börsenwert der Firma löste sich seitdem weitgehend in Luft auf - und Spekulationen über die Hintergründe schießen ins Kraut. Branchenvertreter und Analysten rätseln darüber, was die Verbindung zu Apple getrübt und die Geschäftsperspektiven von GT Advanced torpediert haben könnte.

Im Zentrum steht der Zuliefervertrag mit dem Technologieriesen. Dieser sah vor, dass Apple dem Unternehmen insgesamt 578 Millionen Dollar für die Ausrüstung eines Saphirglas-Werkes im US-Bundesstaat Arizona zur Verfügung stellt, die in den kommenden fünf Jahren zurückgezahlt werden sollten. Die Hilfe war an bestimmte Zwischenziele geknüpft, die GT Advanced erreichen sollte. Manche Experten warfen die Frage auf, ob die Firma hier Schwierigkeiten bekommen habe.

Für Apple ist es ein streng gehütetes Geheimnis, wie die eigenen Produkte entstehen und woher die Bauteile kommen. Viele Zulieferer müssen daher ein Schweigegelübte abgeben. GT Advanced riskiert nach eigener Auskunft bei einem Verstoß Schadenersatzzahlungen von 50 Millionen Dollar - und zwar für jede Verletzung des Vertrages.

Insolvenzrichter Henry Boroff entschied, dass der Zulieferer die Apple-Anwälte zunächst darüber unterrichten muss, welche Informationen das Gericht verlangt. Dann kann der iPhone-Hersteller beantragen, dass sie nicht herausgegeben werden. Eine weitere Anhörung ist für Mittwoch angesetzt. Dann geht es um den Plan, die Saphirglas-Standorte von GT Advanced abzuwickeln. Dies hat das Unternehmen aber noch nicht offiziell beantragt.

Reuters