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Große BO-Umfrage: Dax auf Crashkurs - Ist das Börsenjahr 2016 im Eimer?

WKN: 508810 ISIN: DE0005088108 Baader Bank AG
2,13 EUR
0,05 EUR 2,41 %
29.06.2016 - 07:15

Der Jahresauftakt an den Börsen ist für Anleger ziemlich unerfreulich. Alleine der Dax hat bislang rund 14 Prozent eingebüßt. Inzwischen notiert der Leitindex auf dem tiefsten Stand seit Oktober 2014. Wie tief kann der Dax noch fallen? Ist Gold eine Alternative? Was die Experten Robert Halver (Baader Bank), Jörg Krämer (Commerzbank), Stefan Kreuzkamp (Deutsche Asset Management), Matthias Thiel (M.M. Warburg) und Ralf Zimmermann (Bankhaus Lampe) erwarten. Von Thomas Schmidtutz



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Die Risiko-Sensibilität der Anleger ist gestiegen.
Stefan Kreuzkamp, Chief Investment Officer, Deutsche Asset Management.



Stefan Kreuzkamp

Der Jahresauftakt an den Börsen ist für Anleger bislang ziemlich unerfreulich gewesen. Seit Anfang Januar ging es alleine im Dax um rund 14 Prozent runter. Wie überrascht sind Sie?


Lassen Sie mich mit einer Gegenfrage antworten. Wären Sie als Meteorologe überrascht, wenn es nach einer langen Hitzeperiode plötzlich orkanartig stürmt? Einerseits vermutlich ja, denn das war man zuletzt nicht gewohnt und wer schon früher Regen vorhergesagt hatte, hat damit falsch gelegen. Andererseits weiß man aber, dass es beim Wetter nach längeren stabilen Phasen zu einem plötzlichen Kippen kommen kann. Manchmal passiert das sogar aufgrund von Auslösern, die in normalen Zeiten kaum größere Auswirkungen haben - der berühmte Schmetterlings-Effekt.

An den Märkten geht es manchmal ähnlich zu. Der Konjunkturzyklus ist aus unserer Sicht nun in der Spätphase, und da nehmen die Risiken zu. Deshalb haben wir in unserem Jahresausblick stark darauf gesetzt, selektiv und taktisch vorzugehen. Von Anfang an sahen wir 2016 als ein Jahr, in dem man mit "Buy-and-Hold" nicht weit kommen wird. Und als Vermögensverwalter spielt man natürlich verschiedene Szenarien durch, nicht zuletzt um schnell reagieren zu können. Aber alles kann man eben doch nicht antizipieren. Dass beispielsweise der Dax zuletzt so stark mit dem Ölpreis korrelierte, ist durchaus bemerkenswert. Denn im Dax ist kein einziger nennenswerter Ölproduzent enthalten. Da scheint sich der Markt inzwischen doch ein deutliches Stück von den fundamentalen Daten entfernt zu haben.


Zur Begründung für den vermasselten Start ins Börsenjahr verweisen viele Experten auf mehrere Gründe: Konjunktursorgen in China und den USA, die Talfahrt am Ölmarkt und die Sorgen um milliardenschwere Kredit- und Anleiheausfälle vor allem bei nordamerikanischen Ölunternehmen. Halten Sie diese Argumente für stichhaltig?


Verantwortlich für den schwachen Start der Kapitalmärkte ins Jahr 2016 ist eine gestiegene Risikosensibilität der Anleger, welche sich aus der Häufung verschiedener negativer Entwicklungen speiste: die Abschwächung der chinesischen Wirtschaft gepaart mit den Turbulenzen am dortigen Aktien- und Devisenmarkt mitsamt teils unglücklicher staatlicher Intervention, Spannungen im Nahen Osten, Befürchtungen über ein schwaches viertes Quartal in den USA und der Zunahme politischer Verwerfungen in Europa. Wenn in diesem Umfeld dann Teilbereiche wie der Hochzinsmarkt der USA oder einzelne Schwellenländerwährungen sich in kurzer Zeit deutlich abschwächen, dann wächst die Angst vor einer Verschlechterung der Finanzierungskonditionen und die Ansteckungsgefahren auf andere Vermögensklassen. Eine weitere Belastung stellt der Umstand da, dass dieser Markteinbruch so früh im Jahr stattfindet. Viele Misch- und Garantiefonds haben dann bereits ihr gesamtes Risikobudget verbraucht und müssen in einem fallenden Markt dann sogar noch weiter Risikopositionen wie Aktien oder höherrentierliche Anleihen abstoßen.

Aber es gibt ja durchaus ein paar Alarmzeichen: Die Konjunktur-Sorgen wachsen. Wichtige Frühindikatoren wie der ISM oder der ifo sind zuletzt schwach ausgefallen. Und die Bewertungsniveaus bei Bankaktien liegen inzwischen auf dem Niveau vor einer Rezession.

Grundsätzlich sehen wir nach wie vor keinen Anlass, von unserem insgesamt positiven Weltbild abzuweichen, das Makrobild ist weitgehend intakt. Allerdings wird aufgrund des insgesamt schwachen Aufschwungs jede Konjunkturzahl sehr kritisch betrachtet. Wir achten zurzeit sehr genau auf die Dynamik der Marktkorrekturen und ihre Auswirkungen auf die Finanzierungskonditionen, welche dann wiederum auch auf die Realwirtschaft wirken. Letztlich könnte der Ölpreisverfall und eine Verschlechterung der Finanzierungskonditionen auch auf die Zentralbankpolitik wirken - also eine aggressivere Lockerungspolitik der Europäische Zentralbank (EZB) und eine Verschiebung weiterer Zinsschritte seitens der Fed. Allerdings bezweifeln wir zunehmend, dass die Märkte weitere Lockerungsbemühungen der Zentralbanken uneingeschränkt gutheißen würden. Gerade der Blick auf die Bankaktien zeigt die negativen Nebenwirkungen der Zentralbankpolitik: negative Einlagenzinsen fressen sich gewinnmindernd durch deren Gewinn- und Verlustrechnung.

Wie schätzen Sie die Konjunktur in USA, China und Europa im laufenden Jahr ein?


Nach der Finanzkrise 2008/2009 hat in den Industrieländern mit einer massiven Stütze und außergewöhnlichen Liquiditätsmaßnahmen durch die großen Zentralbanken eine tendenziell mühsame, sehr langsame und moderate Konjunkturerholung eingesetzt. Die Erholung hat in den USA nach Einschätzung der US-Notenbank (Fed) mittlerweile ein nachhaltiges Stadium erreicht, das ihr ermöglicht, eine Normalisierung der Geldpolitik einzuleiten. Im Dezember 2015 hat sie erstmals seit Jahren wieder die Leitzinsen erhöht.

In Europa wurde diese Konjunkturerholung zwischenzeitlich durch eine Schuldenkrise in den Ländern der Eurozone überlagert, so dass die EZB in der Zyklik der Geldpolitik gegenüber der Fed hinterherhinkt und noch längere Zeit an ihrem lockeren Kurs mit stützenden Liquiditätsmaßnahmen festhalten wird.

In China treffen derzeit die zyklische Schwäche und der strukturelle "Umbau" der Wirtschaft hin zu einem stärker auf die Binnennachfrage ausgerichteten Wirtschaftsmodell aufeinander. Für die Weltwirtschaft bedeutet dies eine geringere Importnachfrage und vor allem auch eine geringere Rohstoffnachfrage Chinas. Die Wirkung auf den Welthandel lässt sich zum Beispiel an der Entwicklung von Frachtraten auf großen Seehandelsrouten ablesen, wie sie zum Beispiel im Baltic Dry Freight Index gemessen werden. Der Index schwankte in den vergangenen 20 Jahren - wenn die Spitzen der Rohsstoffhausse im Vorfeld der Finanzkrise außer Acht gelassen werden - in einem Bereich zwischen etwa 1000 und 2000 Indexpunkten. Dieser Index liegt aktuell bei nur mehr leicht über 300 Punkten.

Auch charttechnisch ist der Markt angeschlagen. Technische Analysten halten kurzfristig weitere Rückschläge bis in die Region um 8900 möglich. Hält auch diese Marke nicht, könnte es bis auf 8500 Punkte runter gehen. Für wie wahrscheinlich halten Sie ein solches Szenario?


Wir befinden uns in der Spätphase eines Konjunkturzyklus und betrachten ein gemischtes Bild von makroökonomischen Daten und Unternehmensergebnissen. In derartigen Phasen nimmt in der Regel die Volatilität zyklisch bedingt zu, wie dies der steigende Trend der Volatilitätsindizes von beispielsweise S&P500 oder Dax zeigt. Was die von Ihnen genannten Indexmarken angeht: wir rechnen weiterhin mit hoher Volatilität. Und wenn eine sich rasant veränderte Stimmungslage der Anleger auf mittelmäßige Konjunkturdaten und dazu noch ungünstigen markttechnischen Faktoren stößt, dann können wir durchaus noch weitere Kursverluste sehen. Insbesondere, wenn institutionelle Anleger, die jetzt als "bottom fisher" in Frage kämen, diese Rolle gerade aufgrund bereits aufgebrauchter Risikobudgets nicht wahrnehmen können.

Also ist die Hausse jetzt vorbei?


Das Ende der Hausse rufen wir nicht aus. Was wir aber bereits in unserem Marktausblick 2016 im vergangenen November postuliert haben, ist: die Zeiten der zweistelligen Renditen sind vorerst vorbei.

Wo sehen Sie den Dax zum Jahresende?


Derzeit halten wir 11.300 Punkte für möglich.

Während die Börsen im Rückwärtsgang sind, zeigt der Trend bei Edelmetallen wieder nach oben. Gold ist im laufenden Jahr der Rohstoff mit der besten Performance. Steht das Edelmetall vor einem Comeback?


Der Goldpreis wurde im Einklang mit den anderen Preisen am Rohstoffsektor nach unten gedrückt. Die von uns erwartete Stärke des US-Dollars in diesem Jahr dürfte generell auf den Rohstoffpreisen und damit auch auf dem Goldpreis lasten. Ein nachhaltiger Anstieg des Goldpreises zeichnet sich derzeit nicht ab und wäre allenfalls bei einer starken Zuspitzung einer Krise oder eines geopolitischen Ereignisses zu erwarten.

Wo sehen Sie den Preis für die Feinunze Gold am Jahresende?


Für Ende 2016 rechnen wir mit einem Goldpreis von etwa 1.000 US-Dollar pro Feinunze. Um es konkret zu sagen: Gold kann als Absicherung für Krisen fungieren, ist aber nicht der häufig zitierte "sichere Hafen".

Auf Seite 2: Matthias Thiel, Aktienstratege M.M. Warburg



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Bildquelle: Wolfgang Kriegbaum, DWS, M. M. Warburg, Bankhaus Lampe, Alexandra Lechner/Commerzbank

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