Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel erschien erstmals am 23.01.2018

Im sehr gut gelaufenen Börsenjahr konnten defensive Strategien, zu denen auch die Dividendenstrategien zählen, zwar ebenfalls Gewinne einfahren, zumeist lief es aber nicht ganz so gut wie am Gesamtmarkt. Wie die DZ Bank in ihrer regelmäßig erscheinenden Research-Publikation "Dividenden im Fokus" herausstreicht, schneiden Dividendenstrategien jedoch im längerfristigen Vergleich überaus erfolgreich ab.

Auf Basis von Daten aus den USA lässt sich der langfristige Erfolg von dividendenbasierten Strategien nachweisen. Dividenden-Aristokraten, Dividenden und freier Cashflow sowie niedrige Volatilitäten und hohe Dividendenrendite-Bringer zählen demnach längerfristig zu den erfolgreichsten Strategien. Ebenfalls sehr gut schneiden aber auch Aktienrückkauf-Strategien und mittelgroße Aktien ab.

Die Auswertung zeigt außerdem, dass besonders in Börsen-Abschwüngen von den Dividenden-Aristokraten eine sehr deutliche Überrendite erzielt werden konnte. Dies führt die DZ Bank auf die konstanten Dividendenströme zurück, die einem Investor in stürmischeren Börsenzeiten mehr Sicherheit bieten können. Zwar gehen die Analysten bei der DZ Bank davon aus, dass sich die Aktienmärkte 2018 analog des wirtschaftlichen Aufschwungs weiterentwickeln werden. Allerdings könne nicht davon ausgegangen werden, dass der aktuelle Börsenaufschwung, der sich mittlerweile im zehnten Aufschwung-Jahr befindet, ewig dauern wird.

Vor diesem Hintergrund hat man nach den aktuellen DZ BANK-Dividendenfavoriten gesucht. Zusätzlich zur Dividendenrendite berücksichtigte man bei der Auswahl die Nachhaltigkeit der Ausschüttungen sowie weitere Fundamentaldaten und Bewertungskennzahlen. Nach Überzeugung der Analysten lässt sich dadurch der Anlageerfolg steigern sowie das Risiko reduzieren.

Investoren mit höherer Risikobereitschaft rät die DZ Bank zu Aktien mit hoher Dividendenrendite und zusätzlichem Kurspotenzial. Die rein an der Dividendenrendite gemessen besten fünf Favoriten stellen wir auf den nachfolgenden Seiten näher vor.

Auf Seite 2: Freenet





Freenet (WKN: A0Z2ZZ)



Der DZ-Bank-Favorit, der für 2017 und 2018 zusammengerechnet die höchste Dividendenrendite verspricht, heißt Freenet. Die zu erwartenden Renditen werden für diese beiden Geschäftsjahre auf rund 5,1 Prozent bzw. auf rund 5,3 Prozent taxiert. Den Ausblick für die weitere Ausschüttungsentwicklung wird dabei als leicht positiv eingeschätzt.

Die Kaufempfehlung ist mit einem Kursziel von 34,50 Euro versehen. Durch einen in den vergangenen Monaten bereits verbuchten Anstieg auf 32,54 Euro lässt das nur noch rund sechs Prozent Luft nach oben. Zusammen mit der erwarteten Dividendenrendite für 2017 ergibt sich damit aber im Idealfall dennoch ein Performance-Potenzial von gut elf Prozent.

Auf das genannte Niveau hatte der zuständige Analyst Karsten Oblinger das Kursziel im November von zuvor 33,00 Euro leicht angehoben. Der Schritt war dabei als Reaktion auf die von dem Mobilfunk- und Fernsehanbieter vorgelegten Drittquartalszahlen zu sehen. Denn diese bezeichnete Oblinger damals als solide. Konkret sprach er von einem bestätigten operativen Ausblick auf 2017, während der Ausblick für das Kundenwachstum im TV-Geschäft angehoben worden sei.

Geht es nach dem Analysehaus Warburg Research, dann hat sich der positive Trend aus dem dritten Quartal bei dem TecDAX-Vertreter auch im vierten Quartal fortgesetzt. So geht man beim Antennenfernsehen DVBT davon aus, dass die Kundenzahl im abgelaufenen Quartal um 124 Millionen gesteigert werden konnte und somit die Schwelle von einer Million übersteigt.

Die Analysten der DZ BANK heben bezüglich der Aktienbewertung insbesondere den soliden operativen Cashflow hervor: Weil das Geschäftsmodell nur sehr niedrige Investitionen erfordere, könne das Unternehmen dadurch nachhaltig hohe Dividenden ausschütten, heißt es.

Was die Ergebnisaussichten anbelangt, gibt sich der Analystenkonsens allerdings zurückhaltend. Für 2018 rechnet man im Schnitt beim Gewinn je Aktie sogar mit einem Rückgang auf 1,95 Euro verglichen mit den für 2017 prognostizierten 2,03 Euro. 2019 und 2020 sollen daraus dann zwar wieder höhere 2,05 Euro bzw. 2,17 Euro je Anteilsschein werden. Echte Gewinndynamik sieht aber anders aus. Allerdings lässt das auch Überraschungspotenzial für den Fall, dass sich etwa die Fernsehaktivitäten besser als erwartet entwickeln sollten.

Charttechnik





Verglichen mit der Zeit von 2000 bis 200, als es beim Kurs oft ziemlich volatil zuging, hat sich die Entwicklung seitdem als relativ stabil erwiesen. Der Notiz gelang es bis August 2015, sich kontinuierlich nach oben zu schrauben und seitdem hat sich ein Seitwärtstrend breit gemacht. Allerdingst ist der Titel dicht dran am Mehrjahreshoch von 33,01 Euro und ein Sprung darüber wäre charttechnisch gesehen ein sehr positive Signal.

Profil



Die Freenet AG ist einer der größten netzunabhängigen Telekommunikationsanbieter in Deutschland und führt ein umfassendes Portfolio an Produkten und Services aus dem Bereich mobiler Sprach- und Datendienste. Dabei verfügt der Provider nicht über eine eigene Netzinfrastruktur, sondern vermarktet Mobilfunkdienstleistungen der Betreiber Telekom, Vodafone, E-Plus und O2 in Deutschland. Des Weiteren werden unter der Hauptmarke mobilcom-debitel sowie im Discountsegment unter den Marken klarmobil, freenetMobile und callmobile eigene netzunabhängige Dienste und Tarife im Vertrags-, Prepaid- und No-frills-Bereich vermarktet.

Zudem vertreibt der Konzern auch Mobilfunk-Endgeräte und zusätzliche Services. Dabei läuft der Vertrieb entweder über firmeneigene Shops, über Elektronik- und Flächenmärkte oder über den Online- und Direktvertrieb. Des Weiteren verfügt die Gesellschaft mit Freenet.de über ein etabliertes Internet-Portal und erschließt mit dem Bereich Digital Lifestyle ein neues Geschäftsfeld. Dort bietet freenet sogenannte Smarthome-Boxen an, mit denen sich Heizkosten per Steuerung über eine eigene Handy-App senken lassen. Im Rahmen der Digital-Lifestyle-Strategie wurden die Geschäftsaktivitäten durch die Akquisitionen der Media Broadcast Gruppe (100 Prozent), dem alleinigen kommerziellen Anbieter des DVB-T2-HD-Standards in Deutschland, und der EXARING AG (24,99 Prozent), die über ein 12.000 Kilometer langes Glasfasernetz zur Übertragung von Bewegtbildern verfügt, erweitert.

Auf Seite 3: E.ON





E.ON (WKN: ENAG99)



Bessere Kurschancen als Freenet traut die DZ Bank dem DAX-Vertreter E.ON zu. Als Kursziel nennt man hier 10,50 Euro. Diese Vorgabe liegt um 16,7 Prozent über den aktuell gültigen Notierungen von 9,00 Euro. Wobei die jetzige Höhe des Aufwärtspotenzials der Tatsache zu verdanken ist, dass der Kurs zuletzt zurückgefallen ist. Die Dividendenrendite taxiert die DZ Bank für 2017 auf rund 3,3 Prozent und für 2018 auf rund 4,8 Prozent.

Mit Blick auf diese Entwicklung war bereits Mitte Dezember davon die Rede, dass der Kursrückgang bei dem Versorger übertrieben sein. Bei einem damals unverändert gelassen Kursziel erhöhte man die Einstufung von halten auf kaufen. Die erlittenen Kurseinbußen seien sich im Sog von schlechten Nachrichten zu sehen, die der Wettbewerber Innogy bekannt gegeben hat. Doch das spiegele sich längst in den Bewertungsrelationen von E.ON wider, so die Einschätzung.

Vielmehr sei das Unternehmen auf der jetzigen Kursbasis wieder als interessant einzustufen, wobei dafür auch die deutlich verbesserten Bilanzrelationen sprächen, die mehr Spielraum für Zukunftsinvestitionen ermöglichten. Ein positiver Kursimpuls könnte nach Ansicht der Analysten von einer neuen Wachstumsstrategie ausgehen. Risiken gebe es allerdings beim Vertriebsgeschäft in Großbritannien.

Spannend wird es vor diesem Hintergrund mit Blick auf den am 14. März in London stattfindenden Kapitalmarkttag.Auch die Analysten bei Investec sind zuversichtlich, dass die vom Vorstand aufgezeigten Perspektiven nicht so schlecht wie derzeit befürchtet ausfallen. Angesichts dieser Annahme zählt der Asset-Manager die E.ON-Aktie zu den empfehlenswertesten Papieren im europäischen Versorgersektor. Die Kursschwäche der vergangenen drei Monate habe Ursachen, die überwiegend außerhalb des Unternehmens lägen. Neben den erwähnten schlechten Nachrichten von Innogy sei dies auch auf eine Sektor-Rotation zu Lasten der Versorger zurückzuführen.

Im Vergleich mit den Wettbewerbern hält Investec ebenso wie die DZ-Bank E.ON für attraktiv bewertet. Der Analystenkonsens sieht die Gewinne je Aktie für die Jahre 2017 bis 2019 bis 0,63, 0,64 und 0,69 Euro. Daraus ergibt sich für 2019 ein geschätztes KGV von rund 14.

Charttechnik





Angesichts eines da erlittenen Einbruchs von 44,67 Euro auf 6,04 Euro glich die Kursentwicklung bei E.ON von Januar 2008 bis November 2016 einem Jammertal. Danach schloss sich dann eine Erholungsbewegung an, die den Kurs bis auf 10,69 Euro nach oben hievte. Doch wie bereits zuvor erwähnt ging es in den vergangenen Wochen wieder abwärts. Damit ist die Notiz auch unter den mittelfristigen Aufwärtstrend gefallen, wodurch sich das Chartbild wieder eingetrübt hat.

Profil



Die E.ON SE ist eines der weltweit größten privaten Energieunternehmen. Zur Stromerzeugung werden regenerative und konventionelle Ressourcen genutzt. Daneben ist E.ON auch in der Erdgasförderung, im Strom- und Gashandel sowie im Netzausbau und Vertrieb tätig. Im Bereich erneuerbare Energien gehört E.ON zu einem der weltweit führenden Unternehmen und nutzt Wasser- und Windkraft, Biomasse und Solarenergie. Eine sichere und zuverlässige Stromübertragung ist über die jeweiligen Regionalversorger gewährleistet.

Im Bereich Erdgas wird durch E.ON die gesamte Wertschöpfungskette abgedeckt. Die Gasförderung sowie die internationale Beschaffung, der Großhandel und der Vertrieb an industrielle Großkunden laufen über E.ON Ruhrgas, der Vertrieb an Endkunden wird von konzerneigenen Market Units übernommen. Insgesamt hat das Unternehmen Produktionsstandorte in Europa, Nordamerika und Russland und führt zusätzlich zusammen mit Partnern Geschäfte in Brasilien und der Türkei. Seit Herbst 2016 konzentriert sich E.ON auf die Bereiche Erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen. Das Kerngeschäft der konventionellen Ennergieerzeugung wird seither vom abgespaltenen Unternehmen Uniper durchgeführt.

Auf Seite 4: Hannover Rück





Hannover Rück (WKN: 840221)



Der Rückversicherer Hannover Rück ist eines jener deutschen Unternehmen, bei denen die DZ Bank nicht nur Kurschancen ausmacht, sondern auch die Zahlung einer attraktiven Dividende wittert. Konkret taxiert man die Dividendenrendite für das Geschäftsjahr 2017 auf 4,5 Prozent und für 2018 auf 4,7 Prozent.

Die Kaufempfehlung ist mit einem Kursziel von 122,00 Euro garniert. Das ist eine Vorgabe, die gemessen am derzeitigen Kurs von 111,80 Euro einen Anstieg von 9,1 Prozent verspricht, sofern die Wette aufgeht. Zusammengerechnet ergibt sich ein Performance-Potenzial von knapp 14 Prozent.

Der Analystenkonsens rechnet für die Jahre 2017 bis 2020 mit Ausschüttungen von 4,97 Euro, 5,17 Euro, 5,44 Euro und 5,87 Euro. Das Unternehmen selbst bezeichnet es als einen Teil der aktionärsfreundlichen Dividendenpolitik - solange dies steuerlich vorteilhaft und möglich ist - 35 bis 40 Prozent des Konzerngewinns an die Eigentümer auszuzahlen. Dazu passt, dass die Analysten im Durchschnitt auch von steigenden Ergebnissen ausgehen. Die derzeitige Schätzreihe für den Gewinn je Aktie sieht jedenfalls für 2017 bis 2020 wie folgt aus: 7,05 Euro, 9,06 Euro, 9,85 Euro und 10,45 Euro.

Der bei der DZ Bank zuständige Analyst Thorsten Wenzel vertrat in einer Einschätzung zu dem Wert Ende Dezember die Ansicht, angesichts der jüngsten großen Schäden durch Katastrophen dürfte die jahrelange Preiserosion in der Rückversicherung beendet sein. Er rechnet jedenfalls bereits mit der Erneuerungsrunde von Verträgen per Januar 2018 mit steigenden Preisen. Davon dürften die Hannoveraner dank ihrer guten Ausstattung mit Kapital und ihrer Flexibilität profitieren, so sein Urteil.

Positiv zu Hannover Rück hat sich in der Vorwoche übrigens auch die Credit Suisse zu Wort gemeldet. Konkret beschloss die Schweizer Großbank eine Hochstufung der Aktie von neutral auf outperform, wobei es gleichzeitig mit dem Kursziel von 102,00 auf 120,00 Euro nach oben ging. Zur Begründung hieß es, man gehe davon aus, dass das Unternehmen von potenziellen Ratenerhöhungen im Bereich P&C Re profitieren werde und sich in einigen anderen Geschäftsbereichen attraktive Wachstumspotenziale findet lassen würden.

Zudem weist die Credit Suisse darauf hin, dass wir angesichts der jüngsten Schwäche von Life Re das Jahr 2018 als Wendepunkt für die Profitabilität der Sparte sehen sei und ab 2019 mit einem Gewinnwachstum gerechnet werden könne. Die aktualisierten hauseigenen Prognosen gehen davon aus, dass von 2018 bis 2021 der angepasste Gewinn je Aktie und die Dividende um jeweils rund sieben Prozent wachsen können.

Charttechnik





Es gab zwar auch den einen oder anderen Rückschlag, unter dem Strich hat sich die Aktie von Hannover Rück seit Oktober 2008 aber sehr gut entwickelt. Bis Mai 2017 stieg der Kurs jedenfalls von 15,70 Euro auf 115,65 Euro. Allerdings liegt damit das Datum des derzeit gültigen Rekordhochs auch schon etwas zurück. Das wiederum heißt, der Titel steckt momentan in einer Seitwärtsrange, die letztlich schon seit Ende 2016 anhält. Der Kurs ist aber nahe dran an der Bestmarke und ein Sprung darüber wäre ein prozyklisches charttechnisches Kaufsignal.

Profil



Die Hannover Rück SE ist mit einem Prämienvolumen von rund 13,8 Milliarden Euro eine der führenden Rückversicherungsgruppen der Welt. Sie betreibt alle Sparten der Schaden- und Personen-Rückversicherung und unterhält Rückversicherungsbeziehungen mit zahlreichen Versicherungsgesellschaften in verschiedenen Ländern. Zu den Versicherungsfeldern gehören unter anderem Schäden aus Naturkatastrophen, Transport, Luft- und Raumfahrt, Kredit- und Kautionsrückversicherungen, die allgemeine Haftpflicht sowie Lebens-, Kranken-, Renten-, Unfall- und Invaliditätsversicherungen.

Das Deutschland-Geschäft der Gruppe wird von der Tochtergesellschaft E+S Rück betrieben. Die weltweite Infrastruktur der Versicherungsgruppe besteht aus einer Vielzahl von Tochter- und Beteiligungsgesellschaften, Niederlassungen und Repräsentanzen auf allen fünf Kontinenten.

Auf Seite 5: Deutsche Euroshop





Deutsche Euroshop (WKN: 748020)



Auch die vierte Empfehlung Deutsche Euroshop hat nach dem Urteil der DZ Bank sowohl als Dividendenzahler als auch als Kurssteigerungs-Kandidat etwas zu bieten. In Sachen Ausschüttungen ist es beispielsweise so, dass man bei dem Shoppingcenter-Betreiber von Dividendenrendite von rund 4,4 Prozent und rund 4,6 Prozent für das abgelaufene und das laufende Geschäftsjahr ausgeht.

Das deckt sich mit den geschätzten Zahlungen von 1,45 Euro und 1,50 Euro, die der Analystenkonsens für die Jahre 2017 und 2018 vorhersagt. Geht es nach der Durchschnittsmeinung der Analyten, dann steigen übrigens die Zahlungen weiter. Konkret rechnet man für die Jahre 2019 bis 2021 mit Dividenden von 1,55 Euro, 1,58 Euro und 1,65 Euro.

Dieser Dividendenoptimismus hat übrigens einen klar definierten Hintergrund: Denn die Gesellschaft selbst bezeichnet die Erwirtschaftung eines hohen Liquiditätsüberschusses aus der langfristigen Vermietung der Shoppingcenter, der als jährliche Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden kann, als wichtiges Anlageziel.

Getreu diesem Motto hat die auf Einkaufszentren spezialisierte Deutsche Euroshop in den vergangenen zehn Jahren die Dividende nie gekürzt, dafür aber sieben Mal erhöht. Nicht nur die DZ Bank findet daran Gefallen, sondern auch andere Analysten, was in einem durchschnittlichen Kursziel von 39,05 Euro zum Ausdruck kommt. Die DZ Bank gibt das Kursziel mit 39,20 Euro an, woraus bei einer aktuellen Notiz von 32,16 Euro theoretisch ein Kurspotenzial von knapp 22 Prozent resultiert.

Zu beachten ist jedoch, dass am Markt die Befürchtung kursiert, dass die Geschäfte in Zeiten des boomenden E-Commerce im stationären Handel künftig nicht mehr so gut laufen könnten wie früher. Das resultiert in Ergebnisschätzungen, die im Schnitt für 2018 von einem Rückgang beim Gewinn je Aktie von 2,75 Euro auf 2,42 Euro ausgehen. Für 2019 und 2020 kalkuliert der Analystenkonsens mit 2,44 Euro und mit 2,20 Euro. Gut für die Kursperspektiven der Aktie wäre es natürlich, wenn diese zurückhaltenden Schätzungen geschlagen werden können.

Charttechnik





Nachdem sich die Aktie der Deutschen Euroshop von Januar 2003 bis April 2015 mit einem Anstieg von 14,90 Euro auf 48,00 Euro, insbesondere unter Einbeziehung der Dividendenzahlungen, als recht solides Investment erwiesen hat, ging in den vergangenen knapp drei Jahren nichts mehr. Vielmehr ist der Kurs nach und nach abgerutscht und es hat sich ein mittelfristiger Seitwärtstrend breit gemacht. Jüngst gab es zwar einen Versuch, diesen zu brechen, doch letztlich hat das bisher nicht geklappt. Charttechnisch betrachtet gibt es folglich aussichtsreichere Titel.

Profil



Die Deutsche EuroShop AG ist eine Investmentgesellschaft, die sich ausschließlich auf ertragsstarke Shoppingcenter konzentriert. Sie erschließt sich über ihre Beteiligungen ein Immobilienportfolio bestehend aus zahlreichen Shoppingcentern in Deutschland, Österreich, Polen und Ungarn, wobei der Schwerpunkt auf Investitionen in Deutschland liegt. Derzeit ist die Deutsche EuroShop an 19 Centern beteiligt. Diese befinden sich an Standorten inmitten kaufkräftiger Einzugsgebiete mit mindestens 300.000 Einwohnern und einer Mindestfläche von 15.000 Quadratmeter. Eigentümer der Einkaufscenterimmobilien sind in Deutschland vermögensverwaltende bzw. gewerblich geprägte Personengesellschaften und im Ausland Besitzgesellschaften nach dem jeweiligen Landesrecht.

Auf Seite 6: Deutsche Telekom





Deutsche Telekom (WKN: 555750)



Unter den insgesamt zwölf von der DZ Bank als dividendenstark mit zusätzlichem Kurspotenzial eingestuften deutschen Aktien verfügt die Deutsche Telekom über das größte Kurspotenzial. Denn das Kursziel bewegt sich bei 18,00 Euro und damit um 22,2 Prozent über den aktuellen Notierungen von 14,735 Euro.

Bei den Ausschüttungen ist es so, dass der Analystenkonsens für die Geschäftsjahre 2017 bis 2018 mit Zahlungen von 0,67 Euro und 0,72 Euro je Aktie rechnet. Daraus ergeben sich Dividendenrenditen von 4,55 Prozent und 4,89 Prozent. Kurspotenzial und Dividendenrendite aufaddiert verspricht das eine Performance von 26,75 Prozent. Die Gesellschaft selbst hat zum Wochenauftakt durchblicken lassen, dass man auch im gerade begonnenen Jahr die Ausschüttung an die Aktionäre steigern will.

Der zuständige Analyst Karsten Oblinger hat sich erst im Dezember gleich zwei Mal mit lobenden Worten zu dem Telekom-Dienstleister zu Wort gemeldet. Dabei war zum einen mit Blick auf die geplante Fusion der niederländischen Mobilfunksparte mit jener von Tele 2 angesichts der in Aussicht gestellten Synergien von einem positiven Deal die Rede. Außerdem sprach er zum anderen hinsichtlich der angekündigten Übernahme von UPC Austria von einem Mega-Deal bezogen auf den Teilmarkt Österreich. Der Zukauf sei letztlich ein weiterer Schritt hin zum angestrebten Zusammenwachsen von Mobilfunk und Festnetz, so sein Urteil.

Positiv äußerte sich übrigens auch gleich zum Jahresanfang die UBS über die T-Aktie. Laut den Analysten bei der Schweizer Großbank hat der Konzern in den vergangenen Wochen eine Flut von Transaktionen abgeschlossen, welche die Position in einer Reihe von Märkten stärken sollen. So seien in Deutschland Verträge über Co-Investitionen bei Glasfaser getätigt worden, welche die Risiken bei den Investitionskosten senken. Wenngleich der Kurs zuletzt gesunken sei, bewertet man die Abschlüsse als positiv für die Deutsche Telekom. Mit einer geschätzten Cashflow-Rendite von ca. 8,5 Prozent 2018 sei die Deutsche Telekom günstig und der Titel habe einen Kursanstieg auf 19,50 Euro verdient.

Charttechnik





Die T-Aktie ist kein Titel, mit dem Langfristig-Investoren wirklich glücklich geworden sind. So tritt der Kurs beispielsweise seit Ende 2003 unter dem Strich nur auf der Stelle. Seit der dritten Januar-Hälfte 2015 ist eine relativ enge Seitwärtsbewegung zu konstatieren. Die dabei aufgestellten Hoch- und Tiefpunkte bewegen sich grob gesprochen zwischen 14,00 und 18,00 Euro. Neue Chartsignale ergeben sich erst bei einem Ausbruch aus dieser Range, wobei die Notiz derzeit eher darum kämpft, nicht unter die unter Begrenzung zu rutschen.

Profil



Die Deutsche Telekom AG ist ein weltweit führendes Dienstleistungs-Unternehmen der Telekommunikations- und Informationstechnologie-Branche. Der Konzern bietet seinen Kunden die gesamte Palette der Telekommunikations- und IT-Branche aus einer Hand, was Festnetztelefonie, Breitbandinternet, Mobilfunk, TV oder komplexen ICT-Lösungen für Geschäftskunden umfasst. Die Gesellschaft ist international ausgerichtet und in rund 50 Ländern vertreten. Der wachsenden Konvergenz der Technologien trägt die Gesellschaft mit einem zunehmend integrierten Produktportfolio Rechnung, das den Zugriff auf persönliche Daten wie Musik, Videos oder auch Adressen über alle Endgeräte hinweg ermöglicht.

Kunden werden sowohl Netzzugänge wie auch Kommunikations- und Mehrwertdienste über Festnetz und Mobilfunk zur Verfügung gestellt. Das Stammgeschäft machen dabei klassische Anschlüsse aus. Die Gesellschaft ist auch in der Erschließung des Smart Grid Marktes, mit IT-Services sowie mit Internet- und Netzwerkdiensten tätig. Des Weiteren betreibt T-Systems, die Großkundensparte des Unternehmens, das Geschäft mit netzzentrierten ICT-Lösungen. Für einen Transaktionswert von 300 Millionen Euro verkauft die Deutsche Telekom 2015 das Internetportal T-Online sowie den Digitalvermarkter Interactive Media an die Werbefirma Ströer.