Ein überraschend schneller Verkauf der insolventen KTG Agrar, lässt auch die Aktionäre des Tochterunternehmens KTG Energie wieder auf bessere Zeiten hoffen. Sachwalter Jan Denkhaus gelungen, einen neuen Eigentümer für den Großteil des untergegangenen Landwirtschaftsbetriebes KTG Agrar zu finden, dabei wechselt auch die Mehrheitsbeteiligung an der Biogastochter KTG Energie den Besitzer. Die Nachricht ließ die Aktie des Stromerzeugers zwischenzeitlich um über 60 Prozent in die Höhe schnellen.

Käufer ist das Familienunternehmen Zech, das als Holdinggesellschaft seine Wurzeln im Baugeschäft hat. Der vermeintliche Ritter in weißer Rüstung ist Der Investor ist kein Unbekannter und trat erst Ende letzten Jahres durch die Übernahme des insolventen Bautechnik-Dienstleisters Imtech in Erscheinung. Die Bremer kaufen einen Großteil der Agraraktivitäten von KTG in Deutschland, vor allem aber übernehmen sie den 50-Prozent-Anteil an der Biogastochter KTG Energie. Diese Firma war lange Zeit profitabel, doch nachdem der Mutterkonzern in die Pleite rutschte, gingen Banken und Lieferanten von KTG Energie auf Distanz. Dies führte zu schweren Versorgungs- und Produktionsproblemen, die das Unternehmen zu verschleiern versuchte. Im August brach die Anlagenauslastung von 95 auf 61 Prozent ein.

Der neue Eigentümer könnte die Rettung für KTG Energie sein. Kredite für den Substrateinkauf zu bekommen, sollte nun wieder möglich sein. Es ist auch damit zu rechnen, dass Zech die Liquiditätsposition von KTG Energie stärken wird.

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Einschätzung der Redaktion:



Frisches Geld ist für KTG Energie ungeheuer wichtig, denn die Biogaserzeugung ist nur dann wirtschaftlich, wenn die Substratpreise niedrig sind und die Auslastung der Anlagen hoch ist. Gibt es Probleme in diesem System, sind die Betriebsergebnisse schnell negativ. Das ist bei KTG Energie der Fall, weil bisher das Geld fehlt, um auf dem freien Markt Biosubstrate kaufen zu können. Das trübt die wirtschaftliche Situation des mit netto mehr als 180 Millionen Euro verschuldeten Unternehmens bedrohlich ein. Hier dürften die Cashflows also deutlich negativ sein. Heißt: Mit jedem produzierten Kilowatt Strom geht Geld verloren.

Auch wenn Zech als neuer Mehrheitseigentümer kein Interesse daran haben dürfte, die Biogasproduktion streben zu lassen, empfehlen wir nur extrem risikobereiten Anlegern den Einstieg. Denn bevor wieder Ruhe in den Betrieb einkehrt, müssen noch die extrem hohen Schulden des Unternehmens bedient werden.