Der Handelskonzern Metro kommt bei seinem Umbau voran und will deshalb mehr Geld an seine Anteilseigner ausschütten. Für das Geschäftsjahr 2014/15 sollen die Aktionäre je Stammaktie einen Euro und damit zehn Cent mehr als im Vorjahr bekommen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Auch künftig können die Anteilseigner um den Großaktionär Haniel auf höhere Ausschüttungen hoffen: Metro will in Zukunft 45 bis 55 Prozent des Ergebnisses je Aktie vor Sonderfaktoren ausschütten, bisher lag die Bandbreite bei 40 bis 50 Prozent. An der Börse griffen die Anleger zu: Die Metro-Aktien legten am Morgen um rund fünf Prozent auf 30,36 Euro zu.

"Der positive und nachhaltige Fortschritt unserer Neuausrichtung sowie die stark verbesserte Nettoverschuldung markieren einen Meilenstein in der Entwicklung der Metro Group", bilanzierte Konzernchef Olaf Koch. Eine Sonderdividende aus dem Verkauf der Warenhaustochter Kaufhof gibt es indes nicht - Koch hatte angekündigt, die Mittel für Investitionen und den Schuldenabbau nutzen zu wollen.

"Das Geschäftsjahr 2014/15 markiert eine Zeitenwende für die Metro Group", hatte Koch seine Aktionäre bereits im Oktober auf eine Erhöhung der Dividende eingestimmt. "Wir haben es geschafft, wieder Dynamik in unser Kerngeschäft zu bringen." Metro hatte in dem im September abgelaufenen Geschäftsjahr bereinigt um Wechselkurseffekte und Marktschließungen ein Umsatzplus von 1,5 Prozent erreicht. Koch trimmt den Konzern auf mehr Umsatz und Profit - und dürfte bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr die Gewinne gesteigert haben. Denn die Ausschüttungsquote für 2014/15 soll bei 52,4 Prozent liegen. Basis für die Bemessung der Quote ist das Ergebnis je Aktie vor Sonderfaktoren, dieses dürfte damit bei über 1,90 Euro liegen. Im Geschäftsjahr 2013/14 waren es 1,84 Euro.

"Bei Metro Cash&Carry haben wir bereits neun Quartale mit flächenbereinigtem Umsatzwachstum erreicht, bei Media-Saturn fünf", sagte Koch. Vor allem das langjährige Sorgenkind Media-Saturn hatte Metro wieder auf Kurs gebracht, das Online-Geschäft wurde massiv ausgebaut und besser mit den bestehenden Märkten verschränkt. Europas größte Elektronikhandelskette blickt nun optimistisch auf das wichtige Weihnachtsgeschäft. Im Heimatmarkt könnte die Kette zulegen: "Der Umsatz wird voraussichtlich besser werden als noch im Vorjahr", hatte Media-Saturn-Deutschlandchef Wolfgang Kirsch erst Ende Oktober der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Genaue Ziele für das laufende Geschäftsjahr 2015/16 könnte Koch nun am 15. Dezember vorlegen, dann will er auch die genauen Zahlen für das abgelaufene Jahr präsentieren. Koch hat zudem Geld für Zukäufe in der Kasse, denn rund 1,75 Milliarden Euro sind aus der Veräußerung des Kaufhofs an den nordamerikanischen Handelskonzern Hudson's Bay in die Kassen der Metro geflossen. Das Kerngeschäft rund um die Großhandelsmärkte und Media-Saturn sowie das Online-Geschäft sollen nun ausgebaut werden.

Reuters