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Neun Geheimtipps - Deutsche Nebenwerte mit sattem Kurspotenzial

Neun Geheimtipps - Deutsche Nebenwerte mit sattem Kurspotenzial
13.10.2016 04:10:00

Wie findet man echte Geheimtipps? Ganz sicher nicht, indem man DAX, MDAX und Co analysiert. BÖRSE-ONLINE hat daher Akten deutscher Unternehmen studiert, die in keinem Index notieren. Wir fanden neun Titel, die das Zeug haben, an der Börse groß rauszukommen, und die keiner auf der Rechnung hat. Noch nicht … Von Wolfgang Hagl

"Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel erschien am 11.08.2016 in Heftausgabe 32/2016

Die Digitalisierung erfasst nahezu alle Lebensbereiche. Auch die Kapitalmärkte. Nicht nur, dass die Börsenkurse heutzutage über PC, Smartphone oder Tablet zu jeder Zeit und von jedem beliebigen Ort aus problemlos abgerufen werden können. Es ist noch gar nicht so lange her, da mussten Anleger abends zum Schaukasten ihrer Bank marschieren oder auf die Zeitung des nächsten Tages warten, um sich über die neueste Entwicklung bei DAX und Co zu informieren. Heute stehen nicht nur die aktuellen Kurse millisekundengenau allen Anlegern in digitaler Form zur Verfügung, sondern auch alle anderen relevanten Börseninformationen. Seien es technische oder fundamentale Kennzahlen, komplette Geschäftsberichte, Studien oder Presseartikel - auf handelsüblichen Festplatten lassen sich Unmengen solcher Daten speichern.

Ein reichhaltiger Fundus



Und doch dürfte so mancher auch im 21. Jahrhundert gedruckten Dokumenten den Vorzug geben. In der Tat hat das "greifbare" Börsenarchiv nach wie vor seinen Reiz. Allerdings braucht es Platz. Wer sich beispielsweise auf heimische Aktien spezialisieren und einen entsprechenden Fundus anlegen will, muss sich mehr als 500 Ordner zulegen - so viele deutsche Unternehmen enthält die Datenbank von BÖRSE ONLINE. Wobei sich die Aktenordner der 160 größten Börsengesellschaften besonders rasch füllen. Naturgemäß ist die Informationsfülle bei den Mitgliedern von DAX, TecDAX, MDAX und SDAX am größten. Außerhalb der Indexfamilie gibt es weniger Infos. Doch gerade deshalb haben kleinere Werte ihren Reiz. Mit etwas Mühe finden sich hier chancenreiche Titel, die nicht im Fokus einer großen Anlegerschar stehen.

Mit dem Ziel, echte Geheimtipps zu entdecken, haben wir uns intensiv mit den Akten deutscher Unternehmen außerhalb der DAX-Familie beschäftigt. Bewusst erfolgte die Auswahl nicht nach einem festgelegten Schema. Vielmehr haben wir den zugrunde liegenden Fundus nach unterschiedlichen Kriterien abgeklopft. Den Ausschlag gaben letztlich auf der einen Seite harte Fakten wie Bilanzqualität, Wachstum oder Bewertung. Zum anderen flossen weiche Parameter in die Analyse ein. Diesbezüglich sind wir unter anderem der Frage nachgegangen, ob das Unternehmen gerade ein aussichtsreiches Produkt auf den Markt bringt oder ob es eine erfolgversprechende Umstrukturierung durchläuft. Hellhörig machten uns zudem aktuelle Research-Publikationen oder im Markt kursierende Übernahmegerüchte.

Vom Geheimtipp zum SDAX-Mitglied



Wie lukrativ die Suche nach solchen Investmentperlen sein kann, zeigt ein Blick auf das Performance-Ranking des deutschen Aktienmarktes. Hier tummeln sich eine Reihe von Dividendenpapieren, die einen kometenhaften Aufstieg hinter sich haben. Zu den Paradebeispielen der jüngeren Vergangenheit zählt Hypoport (siehe Chart unten). Ende Oktober 2007 gab der Finanzdienstleister sein Börsendebüt. Nach holprigem Start - anstatt einer öffentlichen Platzierung nahmen die Berliner lediglich das Listing auf - geriet die Aktie voll in den Sog der globalen Finanzkrise. Anfang 2009 notierte sie bei weniger als einem Drittel der Erstnotierung. Als die Märkte nach oben drehten, blieb Hypoport zunächst weiter in der Versenkung.

Erst im vergangenen Jahr erfasste eine regelrechte Fintech-Welle die Börsen, und die Anleger stürzten sich plötzlich auf den Anbieter internetbasierter Plattformen. Für zusätzliche Fantasie sorgte der Immobilienboom, da Baufinanzierungen zur Kernkompetenz von Hypoport zählen. BÖRSE ONLINE machte frühzeitig auf das Potenzial aufmerksam. Im März 2015 stellte die Redaktion Hypoport als "Aktie der Woche" vor. Seither hat sich der Kurs annähernd versechsfacht. Zugegeben, wir waren nicht die Ersten. Beispielsweise hoben die Analysten von Close Brothers Seydler viel früher den Daumen. Wie auch immer: Hypoport ist kein Geheimtipp mehr, sondern seit Ende 2015 gestandenes SDAX-Mitglied. Gleichwohl trauen wir der Aktie weitere Kursgewinne zu.



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