"Die formale Basis für den Zusammenschluss ist jetzt gegeben", sagte Nordex-Chef Lars Bondo Krogsgaard am Montag im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Die Integrationsphase beginnt heute. Nun müssen wir liefern und beweisen, dass wir erreichen, was wir versprochen haben." Das sei "eine ganz große Sache für Nordex", betonte der Manager.

Er will mit AWP einen Konzern schmieden, der zum Weltmarktführer Vestas aufschließt. Bis 2018 soll der Umsatz des neuen Konzerns 4,2 bis 4,5 Milliarden Euro erreichen. Zusammengerechnet hatten Nordex und AWP im vergangenen Jahr mit 4800 Mitarbeitern 3,4 Milliarden Euro erlöst.

Die Kosten für die Integration schätzte Krogsgaard bis 2019 auf 25 Millionen Euro. Dem stehen jährliche Einsparungen von 95 Millionen Euro entgegen, die bis dann ebenfalls erreicht werden sollen. Dabei seien Stellenstreichungen so gut wie kein Thema, betonte Krogsgaard. Die Unternehmen ergänzten sich ideal. Während Nordex in Europa und dem Nahen Osten stark ist, hat AWP sein Augenmerk auf Amerika und den Schwellenländern.

Nordex hatte den 785 Millionen Euro schweren Zukauf im Oktober angekündigt. Einen Teil des Kaufpreises zahlt der Konzern in bar, einen Teil in Aktien aus einer Kapitalerhöhung. Der bisherige AWP-Eigentümer, der spanische Mischkonzern Acciona, wird im Zuge des Deals mit 29,9 Prozent größter Nordex-Einzelaktionär. Der Anteil der bisherigen Hauptaktionäre, Firmen der BMW-Erbin Susanne Klatten und ihres Mannes Jan, sinkt dabei auf 5,7 Prozent von zuvor 22,8 Prozent.

VORSTAND DURCH SPANISCHE MANAGER ERWEITERT



In der Führungsetage spiegelt sich der Zusammenschluss bereits wider. Der Aufsichtsrat bestellte die beiden Acciona-Manager Jose Luis Blanco und Patxi Landa in den Vorstand, wie Nordex mitteilte. Blanco werde den stellvertretenden Vorsitz übernehmen und als COO das operative Geschäft verantworten.

Reuters