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SAP-Aktie: Der Softwareriese steuert auf eine turbulente HV zu - Was Anleger wissen müssen

SAP-Aktie: Der Softwareriese steuert auf eine turbulente HV zu - Was Anleger wissen müssen

WKN: 716460 ISIN: DE0007164600 SAP SE

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26.05.2017 - 17:59
10.05.2017 09:10:00

Goldgeränderte Vorstandsverträge, ein schmerzhafter Wechsel im Aufsichtsrat und die ungeklärte Nachfolge für Konzern-Übervater Hasso Plattner: Der Walldorfer Softwarekonzern SAP steuert trotz starker Zahlen auf eine turbulente Hauptversammlung zu. Was Anleger vor der HV wissen müssen. Von Thomas Schmidtutz



Beim Walldorfer Software-Riesen SAP hätte die Hauptversammlung am Mittwoch eigentlich das Zeug zum Hochamt des Kapitalismus gehabt. Gleich zum Jahresauftakt hat der Konzern seine Langfrist-Prognose angehoben, die Erlöse sprudeln wie noch nie und die Aktie nimmt ein Rekordhoch nach dem andern. Gemessen am Börsenwert ist der Konzern aus der badischen Provinz inzwischen das teuerste Unternehmen in Deutschland. Es gäbe also reichlich Grund zum Feiern in der Mannheimer SAP-Arena.



Doch statt Lob und Preis droht der SAP-Spitze am Mittwoch Stunk mit den eigenen Anteilseignern. Auslöser sind die - im deutschen Maßstab - sehr üppigen Bezüge der SAP-Vorstände. Angesichts der Gehälter werde man dem SAP-Aufsichtsrat die Entlastung verweigern, kündigte etwa der einflussreiche Aktionärsberater ISS im Vorfeld der HV schon mal vorsorglich an.


Alleine im vergangenen Jahr hatte sich das Salär der obersten Führungscrew auf 43,3 Millionen Euro praktisch verdreifacht. Vor allem SAP-Boss Bill McDermott sahnte im Vorjahr kräftig ab. Der Vertriebsprofi kassierte 2016 für seine Dienste fast 15 Millionen Euro. Damit stieg McDermott zugleich zum best-bezahlten Dax-Chef auf. Wenn alles optimal läuft, sind für den Ami am Ende sogar bis zu 41 Millionen Euro drin, ein Großteil davon in Form von Aktienoptionen.

Selbst anglo-amerikanische Aktionärsvertreter halten das für schwer vermittelbar. "Unangemessen hoch", findet etwa Corporate Governance-Spezialist Hans-Christoph Hirt vom britischen Investor und Aktionärsvertreter Hermes das Gehaltspaket mit den vielen Nullen. Bereits auf der Aktionärsversammlung im vergangenen Jahr hatte Hirt den SAP-Aufsichtsrat zur Mäßigung in Sachen Vergütung ermahnt. Doch Aufsichtsratschef Hasso Plattner ließ sich davon nicht beirren. Im Kampf um die besten Köpfe müsse der Konzern wettbewerbsfähig sein, beschied Plattner die Grantler - und änderte nichts.

Jetzt verschärft Hirt die Gangart und will den Konzern-Granden in Mannheim ebenfalls die Rote Karte zeigen. "Wir werden gegen die Entlastung des Aufsichtsrates stimmen", kündigte der promovierte Jurist in der aktuellen Ausgabe des "Spiegel" an.

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