von Andreas Büchler

Ausgangssituation und Signal



Wer im aktuellen Marktumfeld investieren will, muss genau auswählen. Dabei hilft die Auswertung des Börsenstatistik-Magazins "Index Radar", die seit Jahresbeginn für jeden einzelnen Handelstag die verhältnismäßige Kursentwicklung einer Aktie zum Gesamtmarkt zeigt. Daraus wird sichtbar, welche Aktien regelmäßig zu den Tagesgewinnern (grün) oder Tagesverlierern (rot) gehören. Um auch den mittelfristigen Trend zu erfassen, ist zudem die addierte Kursveränderung über einen Zeitraum von zwei und vier Wochen berechnet worden. Stimmt die allgemeine Tendenz mit der Entwicklung in den vergangenen Tagen überein, ist dies ein zuverlässiges Indiz für eine relative Stärke oder Schwäche einer Aktie im Verhältnis zu den anderen Papieren.

Tabelle DAX





Am Beispiel von Lufthansa, die in jedem analysierten Zeitraum den Markt outperformten, also stets zu den Gewinnern zählten, haben wir dies zum Ausklang des Vorjahres bereits gezeigt. Und tatsächlich verläuft die Lufthansa-Aktie auch Anfang 2016 wieder an der Spitze der Tabelle und war damit das beste mögliche Investment zum Jahresbeginn.

Doch es gibt weitere interessante Papiere, beispielsweise die Anteilsscheine von SAP, die im Vergleich zu den anderen Titeln des DAX in der jüngeren Vergangenheit nur unterdurchschnittlich an Wert verloren haben. Unter dem Strich bleibt zwar trotz der Outperformance zum Gesamtmarkt ein Minus. Doch die Aktie sollte nicht nur weniger fallen als die anderen Indexmitglieder: Sobald eine Stabilisierung des Marktes oder eine Bärenmarktrally einsetzt, dürfte SAP auf Grund der relativen Stärke auch deutlicher steigen als der Rest. Die jüngste Konsolidierung liefert die Möglichkeit, noch zu etwas vergünstigten Kursen einzusteigen.

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Empfehlung



Die SAP-Aktie ist bis etwa 66,50 /67 Euro kaufbar, dort verläuft der 200-Tage-Durchschnitt des Marktes und eine weitere Unterstützung: Auswertungen der Statistik-Profis vom "Index Radar"-Magazin zeigen hier eine Häufung von Umsätzen in den vergangenen Monaten. Erkennbar wird dies im Chart an dem Gebirge am rechten Rand. Dieses so genannte Preis-Volumen-Profil macht sichtbar, auf welche Kurse sich die Handelsumsätze des letzten Jahres verteilt haben. Spitzenwerte bedeuten, dass zu diesem Preis besonders viele Anleger gekauft oder verkauft haben. Erreicht der Kurs diese Niveaus erneut, dreht er häufig wieder in die andere Richtung. Dadurch wirkt diese Zone als Unterstützung. Der Grund ist in der Anlegerpsychologie zu finden: Wer dort früher zu niedrigen Kursen verkauft hat, verpasste den anschließenden Anstieg der Aktie und nutzt den aktuellen Rückschlag, um wieder günstig einzusteigen.

Bereits vorher, um 69,40 / 70,50 Euro finden sich jedoch erste untere Wendepunkte im Chart, die auf eine erhöhte Nachfrage schließen lassen. Damit ist die Aktie vergleichsweise gut abgesichert, ein Rückschlag an den langfristigen Aufwärtstrend um 56,40 im Wochenchart ist vorerst nicht zu befürchten. Aus dieser Perspektive ist auch das Potenzial gut zu ermitteln: Luft ist in Rallys gewöhnlich bis zu 20 Prozent über den 200-Tage-Durchschnitt (violetter Indikator unter dem Chart), womit die 80er-Marke in Reichweite ist.

Wer das verfügbare Potenzial maximal nutzen will, kann sich auch das am Ende vorgestellte Produkt der Citi ansehen, das Kursbewegungen um das Fünffache verstärkt. Knapp unter dem langfristigen Aufwärtstrend verfällt dieses Papier wertlos, dafür sind 70 Prozent Gewinn möglich, falls SAP die 80er-Marke erreicht. Sogar mehr, wenn vor dem Kauf noch ein weiterer kleiner Rückschlag der Aktie abgewartet wird.

Tageschart





Wochenchart





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Produktidee
























Andreas Büchler ist Herausgeber des Magazins und Vorstand der Qarat AG, einer auf Quantitative Analyse und Algorithmic Trading spezialisierten Forschungsgesellschaft für Börsenhandelssysteme.

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