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SAP-Aktie vor den Zahlen: Was die Analysten erwarten, was Anleger wissen müssen

SAP-Aktie vor den Zahlen: Was die Analysten erwarten, was Anleger wissen müssen

WKN: 716460 ISIN: DE0007164600 SAP SE

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28.07.2017 - 12:41
24.04.2017 21:30:00

SAP-Anleger haben’s gerade richtig schön. Zum Jahresauftakt hat der Konzern unerwartet gute Zahlen vorgelegt und die Prognose gleich erhöht. Das hat der ohnehin gefragten SAP-Aktie einen weiteren Schub beschert. Am kommenden Dienstag präsentieren die Walldorfer ihre Zahlen für das erste Quartal und eröffnen damit die Berichtssaison im Dax. Was Anleger erwarten können, wie die weiteren Aussichten für die Aktie sind. Von Thomas Schmidtutz



SAP-Chef Bill McDermott surft gerade auf einer Erfolgswelle. Die milliarden-schwere Wette auf die Cloud zahlt sich aus. Das Echtzeit-Analyse-Tool HANA ist zum erhofften Blockbuster geworden. Und die für ihre kritische Distanz gefürchteten SAP-Mitarbeiter sind auch noch zufrieden. Kein Wunder, dass Europas größter Software-Konzern angesichts dieser ersprießlichen Entwicklung seine Prognosen zur Jahrespressekonferenz Ende Januar angehoben hat.



Bis 2020 sollen die Erlöse aus der Datenwolke jetzt auf 8 bis 8,5 Milliarden Euro steigen und damit um 500 Millionen höher ausfallen als vor Jahresfrist gedacht. Und beim Umsatz peilen die Walldorfer jetzt 28 bis 29 Milliarden Euro an. Zuvor hatte der Konzern 26 bis 28 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. "SAP", verkündete Vertriebsprofi McDermott damals kraftstrotzend, sei "schlichtweg nicht zu stoppen".


Investoren mögen an McDermotts neuem "Unstoppable-Mantra" leichte Restzweifel hegen, aber die grundlegende Zuversicht der Walldorfer wird am Markt geteilt. Das offenbart auch ein Blick auf den Aktienkurs. Begünstigt von einem positiven Börsenumfeld trieben Anleger die SAP-Aktie seit Ende Januar um bis zu 12 Prozent nach oben. Gegenüber dem Jahrestief von 64,94 Euro im vergangenen Juni hat der Kurs damit annähernd 40 Prozent zugelegt. Aktuell ist SAP an der Börse bei 111 Milliarden Euro wert. So teuer ist kein anderes deutsches Unternehmen.

Personal-Entscheidungen senden positive Signale



Wenn nicht alles täuscht, dürfte sich daran kurzfristig nur wenig ändern. Das Geschäft in Asien wächst mit hohem Tempo, verkündete etwa Regional-Chefin Adair Fox-Martin unlängst auf Bloomberg TV. Auch auf SAPs größtem Einzel-Markt in den USA geht es offenbar ordentlich voran. Darauf deutet jedenfalls die jüngste Personal-Entscheidung hin.

Die für Nordamerika zuständige Managerin Jennifer Morgan werde gemeinsam mit Fox-Martin zum 1. Mai in den Konzern-Vorstand einziehen, teilte SAP kurz vor Ostern überraschend mit. Ohne entsprechenden Rückenwind aus den USA und aus Asien dürfte SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner kaum seinen Segen für derlei Berufungen ins oberste Machtzentrum des Konzerns gegeben haben - allen Vorgaben zur Frauenquote zum Trotz.

Auch die Analysten bleiben mehrheitlich zuversichtlich. "SAP", schreibt etwa DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer in einer aktuellen Studie wachse "weiter dynamisch". Die Zuwächse im Cloudgeschäft und bei HANA lägen auf "unverändert hohem Niveau". Um immerhin rund elf Prozent auf 4,25 Milliarden Euro dürften die Erlöse aus Software- und Software-bezogenen Dienstleistungen (SSRS) zum Jahresauftakt gestiegen sein, glaubt UBS-Analyst Michael Briest. Bei den Lizenzerlösen prognostiziert Briest ein Plus von acht Prozent auf 658 Millionen Euro. Gegenüber den erwarteten Einnahmen aus der Cloud von 867 Millionen Euro geht die Spanne damit wie erwartet weiter auf.



Sorgen bereiten den Auguren aber die Kosten. Zum Jahresauftakt hat der Konzern rund neun Prozent mehr Mitarbeiter beschäftigt als noch vor Jahresfrist. Aufs Gesamtjahr würden die Personalkosten damit um rund 450 Millionen Euro steigen, rechnet Briest vor. Für die Marge ist das keine gute Nachricht.

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Bildquelle: SAP AG

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