Emerson wolle mit dem Verkauf bis zu vier Milliarden Dollar einnehmen. Auch andere Unternehmen hätten bei dem US-Konzern angeklopft, darunter Beteiligungsgesellschaften wie Platinum Equity. Siemens, Emerson und Platinum Equity wollten sich zu den Angaben nicht äußern.

Emerson bietet in der Sparte Energiesysteme etwa für Rechenzentren oder Telekomanlagen an, für die eine stabile Stromversorgung kritisch ist. Der US-Konzern will sich aber auf sein Kerngeschäft mit der Ausrüstung für Fabrikautomatisierung konzentrieren. Siemens könnte das Geschäft mit seinem eigenen Bereich Nieder- und Mittelspannungssysteme bündeln, schrieben die Analysten der Bank Barclays in einem Kommentar. "Aber wir tun uns zu diesem Zeitpunkt schwer damit zu sehen, wie das Unternehmen damit das Wachstum und die Margen dieses Geschäfts wesentlich verbessern könnte."

Zahlen für das Geschäft mit Nieder- und Mittelspannungssystemen, die etwa die Stromversorgung für Industrieanlagen, Flughäfen oder Krankenhäuser sichern, weist Siemens nicht aus. Der größere Bereich Energiemanagement, zu dem die Geschäfte gehören, erzielte im Quartal bis Ende Dezember 2015 eine Ergebnismarge von 6,6 Prozent bei stagnierenden Umsätzen. Zum Vergleich: Emerson verbuchte im selben Quartal bei Network Power ein Umsatzminus von einem Prozent, weil sich Kunden mit Investitionen zurückhielten. Dank Einsparungen kletterte die Marge aber auf acht Prozent.

Energiemanagement ist nicht der einzige Bereich, in dem der Münchener Mischkonzern seine Fühler nach Zukäufen ausstreckt. So will Siemens seine Windkraftsparte mit dem spanischen Konkurrenten Gamesa zusammenführen. Auch die Medizintechniksparte ist offen für Akquisitionen. Anfang Januar kaufte Siemens für knapp eine Milliarde Euro einen Software-Spezialisten für Strömungssimulationen. Der letzte große Zukauf war die sieben Milliarden Euro schwere Übernahme des US-Ölausrüsters Dresser Rand im vorigen Jahr.

Reuters