Der Kurs der Sixt-Aktie ist am Mittwoch um mehr als fünf Prozent auf knapp 57 Euro gestiegen - ein Allzeithoch. Damit geht die Rekordjagd weiter: Allein in den vergangenen zwei Jahren kletterte das Papier des Autovermieters um knapp 60 Prozent nach oben.

Buchungszahlen sollen steigen



Commerzbank-Analystin Sabrina Taneja geht davon aus, dass der Autovermieter vom Tourismus in Europa profitiert. Dem ADAC zufolge verbringen 12,4 Prozent der Deutschen ihren Urlaub 2017 in Spanien, mehr als drei Prozent in Frankreich. Für Sixt bedeutet das: Die Nachfrage nach Mietautos steigt - und damit die Buchungen und der Umsatz.

Auch für das Geschäft in Italien ist die Expertin optimistisch. Dort startete Sixt jüngst ein eigenes Netz mit zwölf Vermietstationen (weltweit: 2243). Knapp zehn Prozent der Deutschen planen eine Reise in das Mittelmeerland.

Wachstum in den USA



Die Commerzbank-Analystin erwartet, dass der Autovermieter in den USA erstmals profitabel arbeitet. Chef Erich Sixt kündigte schon auf der Hauptversammlung an, dass das US-Geschäft wachsen werde - und 2017 erstmals schwarze Zahlen schreiben werde. Die Bayern betreiben mittlerweile 53 Stationen in den Vereinigten Staaten.

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Einschätzung der Redaktion



Die Aussichten für Sixt sind gut. Die Bayern sind bereits jetzt nach eigenen Angaben der Platzhirsch. Der Marktanteil liege bei 30 Prozent. Derzeit erwartet der Konzern einen "leicht steigenden" Umsatz (2016: 2,5 Milliarden Euro) und ein "stabiles bis leicht steigendes" Ergebnis vor Steuern (2016: 51,1 Millionen Euro). Die Commerzbank-Analystin rechnet damit, dass der SDax-Konzern mit den Q3-Zahlen die Prognose anhebt.

Bei zunehmenden Gewinnen dürfte die Ausschüttung steigen. 1,65 Euro erhielt jeder Aktionär im Rekordjahr 2016. Für 2017 erwarten Analysten 1,70 Euro.

Von einer gesteigerten Dividende dürfte vor allem Konzernchef Erich Sixt profitieren. Der 73-jährige gebürtige Österreicher hält rund 60 Prozent der Aktien und ist dadurch unangefochtener Herrscher.

Wachstumstreiber ist das Auslandsgeschäft. Mit den erwarteten steigenden Buchungszahlen in Spanien und Frankreich geht es in die richtige Richtung. Auch das Stationsnetz in Italien will der Konzern auf 25 Standorte ausbauen. Dazu kommt, dass Sixt die meisten Autos an Flughäfen vermietet. 24 Prozent der Befragten einer Umfrage gaben an, bei Reisen sehr häufig ein Flugzeug zu nutzen.

Auch langfristig sieht es bei Sixt gut aus. Die Bayern setzen auf zwei aktuelle Trends: Reisen und Mobilität. Das zeigt auch das Programm "DriveNow", eine Kooperation mit dem Autobauer BMW. Damit will der SDax-Konzern Stadtbewohner anlocken, die sich kein eigenes Auto kaufen wollen - was immer mehr werden.

Charttechnisch ist die Sixt-Aktie vielversprechend. Mit dem Kurssprung vom Mittwoch erzielte das Papier ein neues Allzeithoch. Nach unten ist das Papier durch eine Unterstützung bei 52,00 Euro gut abgesichert. Bis zum Kursziel der Commerzbank-Analystin bei 65 Euro hat das Papier noch gut 16 Prozent Luft.

Empfehlung: Kaufen.
Kursziel: 65,00 Euro
Stoppkurs: 50,00 Euro