Die Eigner von TUI Travel würden für jeden gehaltenen Anteil 0,399 neue TUI-AG-Aktien bekommen. Damit ändert sich am Austauschverhältnis nichts - die Höhe wurde bereits bei der Vorstellung der Pläne im Juni angekündigt. TUI-Chef Friedrich Joussen will mit der Fusion den Geburtsfehler der derzeitigen Konzernstruktur beseitigen. Das eigentliche Reise-Kerngeschäft mit 95 Prozent des Umsatzes wird nicht von TUI gelenkt, sondern ist seit 2007 bei der Tochter TUI Travel in Großbritannien angesiedelt. Versuche, die beiden Unternehmen wieder zusammenzuführen, waren danach gescheitert. "Was lange währt, wird endlich gut", freute sich Joussen nun.

Das neue Unternehmen soll seinen Sitz in Deutschland haben und im Premium-Segement der Londoner Börse notiert sein, in Deutschland sei eine Zweitnotiz geplant. Die Aktien der TUI AG stiegen zu Wochenbeginn in Frankfurt um 1,1 Prozent, die Titel von TUI Travel gewannen in London 1,75 Prozent. Die gesamte Transaktion ist TUI zufolge drei Milliarden Euro schwer. Das fusionierte Unternehmen wäre auf Basis der Kurse von letzter Woche an der Börse 6,5 Milliarden Euro wert.

Der Schulterschluss soll die Geschäfte beider Unternehmen voranbringen. Durch die Zusammenarbeit sollen die Kosten um 65 Millionen Euro jährlich sinken - bislang waren es 45 Millionen Euro. Die TUI AG hält derzeit 54,5 Prozent an TUI Travel. Das letzte Wort haben aber die Aktionäre: Mindestens 75 Prozent des Kapitals und 50 Prozent der anwesenden anderen Aktionäre der TUI Travel müssen dem Zusammenschluss zustimmen, sowie 75 Prozent der Aktionäre der TUI AG den dafür erforderlichen Kapitalerhöhungen. Abgestimmt wird Ende Oktober.

Gleichzeitig winkt den TUI-AG-Aktionären mehr Geld: Sie sollen für das Geschäftsjahr 2013/14 eine Dividende von 33 Cent je Aktie erhalten - zuletzt gab es 15 Cent.

Reuters