Satte 1000 Punkte hat der DAX gegenüber seinem im Juni erreichten Allzeithoch in der Spitze verloren. Drückten zunächst der starke Euro und der Kursverfall der Autoaktien auf die Kurse, hat sich inzwischen auch die allgemeine Marktstimmung deutlich eingetrübt. An der Börse wachsen die Sorgen um eine Eskalation des Nordkorea-Konflikts.

Je früher, desto besser



In solchen Phasen können sich für Anleger Strategien lohnen, welche die Chance einer Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt eröffnen. Eine Möglichkeit dazu bieten die regelmäßigen Neuzusammensetzungen der deutschen Aktienindizes. In der Vergangenheit hat sich nämlich gezeigt, dass sich die Notierungen der Aufsteiger in spe in aller Regel bereits lange vor dem eigentlichen Tausch überdurchschnittlich entwickeln, wohingegen die Kurse der Absteiger unterdurchschnittlich laufen.

Dass es lukrativ sein kann, auf Indexeffekte zu setzen, unterstreichen die Beobachtungen von Analysten: "Wie anhand sämtlicher regulärer Entscheide seit der Jahrtausendwende zu sehen ist, lohnt sich das sogar zweimal, nämlich vor der eigentlichen Entscheidung sowie nochmals kurz bevor die Änderungen in den Indizes umgesetzt werden", erklärt Indexexperte Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg.

Silke Schlünsen, Managing Director beim Frankfurter Finanzdienstleister Oddo Seydler Bank, stößt ins selbe Horn: "Aufgrund der Umschichtungen der Profis sind regelmäßig Indexeffekte zu beobachten. Der Tipp der Analystin: "Je früher man die späteren Aufsteiger im Depot hat, desto größer sind die Chancen auf Kursgewinne" (siehe Interview Seite 2).

Die nächste Überprüfung durch die Börse findet am 5. September statt. Sofern es dabei zu Änderungen kommt, würden diese zum 18. September umgesetzt. Die heiße Phase beginnt aber schon mit der Ankündigung. Denn dann beginnen aktiv gemanagte Fonds, die sich am Index ausrichten, die späteren Aufsteiger zu kaufen und die Absteiger abzustoßen. Zum Umstellungstermin selbst kommen dann noch die passiv gemanagten Exchange Traded Funds (ETFs) dazu, die den Index exakt nachbilden.

Viel Geld im Spiel



Der größte ETF auf den DAX von iShares bündelt aktuell ein Fondsvermögen von mehr als acht Milliarden Euro. Rechnet man die Anlegergelder zusammen, die in allen ETFs auf die DAX-Familie stecken, kommt man aktuell auf rund 20,5 Milliarden Euro. Dabei sind nur die Daten von in Deutschland gehandelten ETFs berücksichtigt - die Volumina ausländischer Indexfonds mit Bezug auf die deutschen Auswahlindizes dürften noch um ein Vielfaches höher liegen.

Um herauszufinden, wer bei der anstehenden Indexüberprüfung die besten Chancen auf einen der begehrten Plätze hat, haben wir alle vier Auswahlbarometer unter die Lupe genommen. Wir stellen Ihnen die fünf heißesten Aufstiegskandidaten aus DAX, MDAX, SDAX und TecDAX vor.

Allerdings wäre es grundverkehrt, die Aktien allein aufgrund der Indexfantasie ins Depot zu nehmen. Wichtig ist darüber hinaus die aktuelle fundamentale Situation des Unternehmens. Als Faustregel gilt aber: Aktien mit der Aussicht auf einen Indexaufstieg stehen in der Regel auch fundamental gut da. Entsprechend beurteilen wir mehr als die Hälfte der 20 Kandidaten mit "Kaufen".

Auf Seite 2: Interview Silke Schlünsen





Interview Silke Schlünsen: "Deutsche Wohnen - Poleposition"



BÖRSE ONLINE: Am 5. September entscheidet die Deutsche Börse über Änderungen in den Aktienindizes. Warum sind die Wechsel für Anleger so interessant?


Silke Schlünsen: Indexfonds und viele aktiv gemanagte Portfolios berücksichtigen bei ihren Anlageentscheidungen, ob eine Aktie in einem der Auswahlbarometer enthalten ist. Aufgrund der Umschichtungen der Profis sind regelmäßig Indexeffekte zu beobachten. Während diese bei Wechseln zwischen DAX und MDAX sowie zwischen MDAX und SDAX weniger stark ausgeprägt sind, beobachten wir insbesondere bei TecDAX- und SDAX-Auf- und Entnahmen größere Bewegungen. Dabei gilt: Je früher man die späteren Aufsteiger im Depot hat, desto größer sind die Chancen auf Kursgewinne.

Welcher Index verspricht dieses Mal die größte Spannung?


Ganz klar der MDAX. Aufstiegskandidat Nummer 1 ist Metro Wholesale. Gemessen am Wert der frei handelbaren Aktien ist der Titel klar auf MDAX-Kurs. Die Börsenumsätze sind zwar aktuell noch nicht absehbar, doch auch dieses Kriterium dürfte der Titel locker schaffen. Zweiter Aufstiegskandidat ist Grand City Properties. Das Immobilienunternehmen wurde im Juni 2017 in den SDAX aufgenommen, wobei damals schon klar war, dass dies nur eine Zwischenstation sein wird. Für die Aktie von Rocket Internet, die nach der Anteilsplatzierung durch den Großaktionär Kinnevik einige Plätze gutgemacht hat, dürfte es hingegen noch nicht reichen. Wir halten einen MDAX-Aufstieg aber auf Sicht von sechs bis neun Monaten für möglich.

Welche Index-Chancen räumen Sie den 2017er-Börsenneulingen, also dem Essenslieferdienst Delivery Hero, der Restaurantkette Vapiano und dem Lkw-Zulieferer Jost Werke, ein?


Die Aktie von Delivery Hero ist gemessen am Wert der frei handelbaren Aktien ein klarer Kandidat für einen "Fast Entry" in den SDAX. Vapiano hingegen dürfte am Börsenwert-Kriterium vorbeischrammen. Bei Jost Werke ist die Sache ein wenig knapper. Letztlich dürfte es für die Aktie am Ende aber auch nicht ganz reichen.

Im DAX dürfte zumindest dieses Mal wohl alles beim Alten bleiben. Gibt es Unternehmen, die mittelfristig in die erste Börsenliga aufrücken könnten?


Die nächsten Änderungen im DAX könnten durch große Börsengänge ausgelöst werden. Beispielsweise dürfte die Medizintechniksparte von Siemens, Healthineers, DAX-Niveau erreichen. Allerdings ist noch nicht entschieden, wo die Gesellschaft an die Börse gehen wird. Weiterer Kandidat mit DAX-Format ist Deutsche Wohnen, die schon lange auf der Poleposition steht.

Keine Änderungen im DAX: Scheint fast so, als sei die Deutsche Börse mit ihrem Ziel der "Indexkontinuität" ein Stück vorangekommen …


Die Automatisierung für die Auf- und Entnahme, die es im DAX schon lange gibt und die 2016 auf die anderen Indizes ausgeweitet wurde, war ein Schritt in die richtige Richtung. Denn dadurch wurde für mehr Transparenz und Stabilität in den Indizes gesorgt. Doch sollte die Deutsche Börse nun über den nächsten Schritt nachdenken: eine Vergrößerung der Indexteilnehmer. Wir plädieren dafür, MDAX und SDAX von 50 auf 60 sowie DAX und TecDAX von 30 auf 35 Mitglieder zu erweitern. Das ist die logische Konsequenz für den deutschen Mittelstand, der sich seit Jahrzehnten prächtig entwickelt. Namhafte und langjährige Indexunternehmen dürfen nicht herausfallen, nur weil sie von neuen Firmen, die den Weg an die Börse gehen, verdrängt werden.

Zur Person: Silke Schlünsen ist Head of Designated Sponsoring bei der Oddo Seydler Bank und Indexexpertin



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Fünf Dax-Kandidaten



Beim DAX dürfte bei der diesmaligen Überprüfung zwar alles beim Alten bleiben, dennoch verspricht der Bluechip-Index Spannung. BÖRSE ONLINE hat die DAX-Umschichtungen seit dem Jahr 2006 unter die Lupe genommen. Bei den 14 Änderungen in diesem Zeitraum konnten Anleger meist gute Gewinne erzielen, wenn sie frühzeitig auf die späteren Aufsteiger gesetzt hatten.

Deutliche Indexeffekte



Wer die 14 DAX-Neulinge stets sechs Monate vor Ankündigung des Tauschs gekauft hat, konnte bis zur tatsächlichen Umsetzung im Schnitt einen Gewinn von 46,57 Prozent erzielen. Dem steht ein Minus von 5,52 Prozent beim Leitindex gegenüber. Die Aktie des Chipkonzerns Infineon verfälscht zwar mit einem Plus von mehr als 600 Prozent die Statistik, doch selbst bereinigt um diesen Ausreißer beträgt die Outperformance der Indexaufsteiger noch 10,12 Prozentpunkte.

Vor diesem Hintergrund könnte sich ein Blick auf die Covestro-Aktie lohnen. Denn ein Aufstieg in den DAX scheint im kommenden Jahr möglich. Im Oktober 2015 hat der Pharmakonzern Bayer seine Kunststofftochter Covestro zu 24 Euro je Aktie an die Börse gebracht. Seither ging es mit dem Papier steil bergauf. Gemessen am im April 2017 erreichten Rekordhoch von gut 76 Euro haben sich die Covestro-Papiere mehr als verdreifacht. Bayer hat die Rally bereits zweimal zum Verkauf von Covestro-Aktien genutzt. Der Anteil sank damit auf 44,8 Prozent.

Bereits Anfang September könnten weitere Anteile auf den Markt kommen  - dann läuft die 90-tägige Sperrfrist für Bayer aus, innerhalb derer keine weiteren Titel verkauft werden durften. Durch die damit verbundene Ausweitung des Streubesitzes sind die Covestro-Papiere bald reif für die erste Börsenliga.

Wirecard in DAX-Reichweite



Noch ist allerdings Deutsche Wohnen DAX-Aufstiegskandidat Nummer 1. Die Immobiliengesellschaft ist vor allem durch Übernahmen gewachsen. Die Kaufpreise wurden meist in Aktien beglichen, wodurch der Marktwert des Konzerns immer weiter stieg. Geht es in diesem Stil weiter, ist ein Aufstieg in den DAX nur noch eine Frage der Zeit. Weitere Kandidaten, die vor allem langfristig das Zeug haben, in die erste Börsenliga aufzusteigen, sind GEA Group und Symrise. Zudem ist mit Wirecard sogar ein TecDAX-Mitglied unter den DAX-Anwärtern.

Unsere Berechnungen haben übrigens auch ergeben, dass sich die Anteilscheine der 14 DAX-Aufsteiger in den ersten vier Wochen nach der Umsetzung des Wechsels um 4,75 Prozentpunkte schlechter entwickelt haben als der DAX. Der Grund dafür liegt unter anderem in den ausbleibenden Käufen der Indexfonds. Anleger sollten also in Erwägung ziehen, nach der Umsetzung schnell wieder zu verkaufen.



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Fünf MDax-Kandidaten



Der MDAX ist der Überflieger unter den deutschen Auswahlbarometern. Auf lange Sicht konnte kein anderer Index dem Sammelbecken für die mittelgroßen deutschen Aktiengesellschaften das Wasser reichen. Auch bei der anstehenden Indexüberprüfung durch die Deutsche Börse am 5. September spielt der MDAX die Hauptrolle. Denn es dürfte gleich auf mehreren Positionen zu einem Wechsel kommen.

MDAX-Anwärter Nummer 1 ist die Aktie von Metro Wholesale & Food. Die Gesellschaft war aus der Aufspaltung des Metro-Konzerns in einen Lebensmittelhändler (Metro Wholesale & Food) und einen Elektronikanbieter (Metro) hervorgegangen. Weil die Aktie des abgespaltenen Lebensmittelhändlers den Index der mittelgroßen Werte regelwerkbedingt zunächst verlassen musste, kam es zu Kursverlusten. Dieser Effekt könnte sich nun umdrehen.

Analyst Nicolas Champ von der britischen Investmentbank Barclays geht davon aus, dass die Aktie zeitnah von der erwarteten Aufnahme in den MDAX profitieren dürfte. Daher stuft er die Aktie auf "Overweight" mit einem Kursziel von 23 Euro ein. Grundsätzlich gehen die meisten Experten davon aus, dass die Aktie den bisherigen Konglomeratsabschlag innerhalb des Metro-Konzerns langfristig aufholen wird. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten von 21,80 Euro lässt fast 30 Prozent Luft nach oben.

Auch Grand City Properties hat einen Platz im MDAX so gut wie sicher. Der Konzern ist darauf spezialisiert, sanierungsbedürftige Wohnungen aufzukaufen, diese zu renovieren und dann zu einem höheren Preis zu vermieten. Mit Erfolg: Der Gewinn hat sich seit 2012 fast versiebenfacht.

Drei potenzielle Absteiger



Aus heutiger Sicht gibt es drei Abstiegskandidaten: den Industriedienstleister Bilfinger, die Deutsche Pfandbriefbank und den Großküchenausrüster Rational. Während die Papiere von Rational beim Kriterium "Marktkapitalisierung" auf einem relativ sicheren Platz 43 liegen, mangelt es mit Rang 59 bei "Handelsumsätze". Bilfinger und Deutsche Pfandbriefbank hingegen werden zwar rege gehandelt, sind aber beim Kriterium "Börsenwert" weiter hinten platziert.

Ein Fragezeichen steht hinter dem laufenden M & A-Prozess von Stada. Sollten die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven bei ihrem Übernahmeversuch des Pharmaherstellers Erfolg haben, könnte das Papier aus dem MDAX fallen.

Möglicher Profiteur wäre Rocket Internet. Die Aktie der Beteiligungsgesellschaft hat nach der Anteilsplatzierung durch den Großaktionär Kinnevik einige Plätze beim Kriterium "Börsenwert" gutgemacht. "Wir halten einen MDAX-Aufstieg auf Sicht von sechs bis neun Monaten für möglich", sagt Indexexpertin Silke Schlünsen von Oddo Seydler.



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Fünf SDax-Kandidaten



Der SDAX ist eine große Erfolgsgeschichte. Seit jeher finden sich in dem Index Unternehmen, die in ihrer Nische und relativ unabhängig von der weltwirtschaftlichen Großwetterlage gedeihen. Zum Start 1999 setzte sich die Benchmark aus 100 in den unterschiedlichsten Branchen tätigen Gesellschaften zusammen. Im Zuge der großen deutschen Indexreform im Jahr 2002 wurde die Auswahl auf 50 Werte verkleinert.

Aus der 1999er-Startformation sind heute noch neun Firmen dabei. Allerdings schaffte es nur ein einziges Unternehmen aus der Anfangsaufstellung, die Deutsche Beteiligungs AG, ununterbrochen an Bord zu sein. Was die Branchen betrifft, ist der SDAX eine bunte Mischung: Immobiliengesellschaften, Maschinenbauer und Kfz-Zulieferer sind ebenso vertreten wie Versicherungen, Kabelnetzbetreiber und Onlinehändler.

Seit jeher ist der SDAX die erste Station für Börsendebütanten. In den vergangenen Jahren schafften beispielsweise der Onlinemodehändler Zalando, der Autozulieferer Hella und das Immobilienunternehmen TLG kurz nach dem IPO den Einzug in den Kleinwerte-Index. Auch im September 2017 rangeln wieder mehrere Neulinge um einen Platz: Delivery Hero, Shop Apotheke, Vapiano und Jost Werke.

Die besten Chancen, in den SDAX aufzusteigen, hat Delivery Hero. Die Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet hat den Essenslieferdienst Ende Juni an die Börse gebracht. Das 2011 gegründete Start-up ist mit seinen Ablegern Foodora, Pizza.de und Lieferheld bereits in mehr als 40 Ländern weltweit aktiv und beschäftigt mehr als 6000 Mitarbeiter plus mehrere Tausend Fahrer, die die Bestellungen etwa per Fahrrad zu den Kunden nach Hause bringen. Gegenüber dem Ausgabepreis von 25,50 Euro hat der Aktienkurs bislang um rund zehn Prozent zugelegt. Analysten sehen Potenzial bis über die 30-Euro-Marke hinaus.

Überraschung möglich



Aroundtown Properties dürfte bis dato noch kaum ein Börsianer auf der Rechnung haben. Das Unternehmen ist spezialisiert auf das Aufspüren von Objekten mit Aufwertungspotenzial bei bereits erzielbarem Mieteinkommen, in die dann weiter investiert wird. Aroundtown Properties verfügt über ein gemischtes Portfolio von rund 7,6 Milliarden Euro, welches sich zu etwa drei Vierteln aus Gewerbeimmobilien (Büros, Hotels, Einzelhandel) und zu etwa einem Viertel aus Wohnimmobilien zusammensetzt.

"Aroundtown Properties ist nach dem Wechsel in den Prime Standard erstmals in der Indexrangliste der Deutschen Börse aufgeführt und dürfte den SDAX-Aufstieg schaffen", meint etwa Index-Expertin Silke Schlünsen von Oddo Seydler. Mit einem Börsenwert von 4,6 Milliarden Euro könnte der Konzern sogar im MDAX mitmischen. Dazu müssten jedoch die Börsenumsätze noch anziehen.



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Fünf TecDax-Kandidaten



Seit der Gründung im Jahr 2003 hat sich das Gesicht des TecDAX komplett gewandelt. Nach 60 Wechseln in der Indexzusammensetzung sind von der 30 Werte umfassenden Startformation heute nur noch zehn Unternehmen dabei. Wenn es im Techindex zu einem Wechsel kommt, sind die Indexeffekte in der Regel besonders groß. Die Kurse der Aufstiegskandidaten entwickeln sich meist bereits lang vor dem eigentlichen Wechsel deutlich besser als der Gesamtmarkt.

Wir haben uns alle Wechsel seit dem Jahr 2009 einmal näher angesehen. In dieser Zeit fanden 28 Änderungen in der Zusammensetzung statt, wobei wir den Sonderfall Aixtron - aufgrund eines Übernahmeversuchs ist die Aktie im vergangenen Dezember aus dem Index gefallen, aber bereits im März 2017 wieder zurückgekehrt - außen vor gelassen haben.

Das Ergebnis: Anleger konnten mit den späteren Aufsteigern durchschnittlich satte 72,89 Prozent Rendite erzielen, wenn sie sechs Monate vor Ankündigung des Wechsels eingestiegen waren und die Positionen bis zur tatsächlichen Umsetzung hielten. Der TecDAX legte in den gleichen Beobachtungszeiträumen im Schnitt nur um 13,43 Prozent zu. Daraus errechnet sich eine Outperformance von 55,82 Prozentpunkten. In 24 der 28 Fälle schnitten die späteren Aufsteiger besser ab als der Index - eine eindrucksvolle Bilanz.

Wer vier Wochen vor Ankündigung des Wechsels kaufte, konnte eine Outperformance von 6,25 Prozentpunkten generieren und fuhr in 21 der 28 Fälle besser als mit dem Index. Selbst wenn die Karten schon auf dem Tisch liegen, lohnt sich der Einstieg noch: In den wenigen Tagen zwischen Ankündigung und Aufstieg hätten Anleger im Schnitt noch 8,14 Prozent verdienen können, verglichen mit einem Indexplus von 1,64 Prozent.

TecDAX-Musterkandidat



Ähnlich wie im DAX lohnt es sich aber vor allem, frühzeitig auf spätere Aufsteiger zu setzen - der heißeste Kandidat ist Isra Vision Systems. Der Spezialist für Oberflächeninspektionssysteme und Bildverarbeitungsprogramme (Machine Vision)

wächst seit Jahren unabhängig von der Konjunkturentwicklung mit prozentual zweistelligen Raten und verbesserte dabei die operative Marge beständig - auf zuletzt knapp 20 Prozent.

Der einzige Wackelkandidat ist derzeit Medigene. Aktuell ist die Biotechaktie beim Kriterium "Börsenwert" auf Rang 36 platziert. Zu einem Abstieg käme es erst dann, wenn die Aktie mindestens auf Position 41 abrutscht. Sollte sich der jüngste Kursverfall fortsetzen, könnte es noch im September zum TecDAX-Rausschmiss kommen.

Während es für Isra Vision also wohl bis zur letzten Minute spannend bleibt, müssen sich die anderen TecDAX-Anwärter Aumann, Senvion, Stratec und Süss Microtec wohl noch etwas gedulden.